„Dann haben wir das Halbfinale auch nicht verdient“

Bielefeld..  Nachdem der letzte Schuss von Ibrahima Traore pariert war, senkten sich die Köpfe, fiel der Blick auf den Boden: Die Fußballer von Borussia Mönchengladbach mussten nach der 5:6 (1:1, 1:1, 1:1)-Pleite im Elfmeterschießen erneut die Hoffnungen auf den ersten Titel seit 20 Jahren begraben. Wie schon 2001 gegen Union Berlin und 2004 gegen Aachen jeweils im Halbfinale scheiterte der dreimalige Pokalsieger auf dem Weg nach Berlin am unterklassigen Gegner.

„Das ist verdammt bitter. Wir hatten alle den großen Traum vom Finale“, sagte Sportdirektor Max Eberl. Doch an diesem Abend fand der Bundesliga-Dritte kein Mittel gegen die disziplinierte, kompakte Defensivreihe der Ostwestfalen.

Geldsegen für verschuldete Arminia

Auch die Spieler schrieben sich das nicht erwartete Ausscheiden beim Tabellenführer der 3. Liga selbst zu: „Wir haben es in 120 Minuten nicht geschafft, die Arminia zu besiegen und es dann auch nicht verdient, ins Halbfinale einzuziehen. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben“, meinte Nationalspieler Max Kruse.

Der mit 25 Millionen Euro verschuldete Drittligist träumt dagegen nach einer rauschenden Pokalnacht vom nächsten Coup gegen den millionenschweren Werksklub VfL Wolfsburg: „Das wird noch ein wenig dauern, bis wir das begriffen haben. Ins Pokal-Halbfinale zu kommen, ist wie im Lotto zu gewinnen“, sagte Arminia Bielefelds Kapitän Fabian Klos. Mit dem Spiel gegen die Wölfe dürfen die Bielefelder sich nun schon auf fast fünf Millionen Euro Zusatzeinnahmen freuen. „Das ist für einen Drittligisten sehr viel Geld, das können wir sehr gut gebrauchen“, sagte Arminias Sportlicher Leiter Samir Arabi.

Erst zum siebten Mal in den vergangenen 30 Jahren schaffte eine Mannschaft, die nicht aus den ersten beiden Ligen kommt, den Sprung in die Vorschlussrunde. Gegen den Favoriten aus Gladbach wuchs der Außenseiter einmal mehr über sich hinaus und schaltete den dritten Bundesligisten nacheinander aus. „Das ist ein ganz außergewöhnlicher Moment im Leben eines Fußballers“, meinte Trainer Norbert Meier, „jetzt haben wir endlich ein Live-Spiel im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.“ Mittelfeldspieler Daniel Brinkmann sagte: „Wir haben viele Spieler im Team, die geil darauf sind, so etwas zu erleben.“