Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Radsport

Comeback von Jan Ullrich nicht mehr ausgeschlossen

18.02.2010 | 13:45 Uhr
Comeback von Jan Ullrich nicht mehr ausgeschlossen

Scherzingen.Vor drei Jahren hat Jan Ullrich seine Radsportkarriere wegen schwerer Dopingvorwürfe an den Nagel hängen müssen. Da er nicht bestraft wurde, besteht die Chance auf ein Comeback.

Viel Lärm um nichts: Die „Causa Jan Ullrich“ ist in der Schweiz nach über drei Jahren in aller Stille geschlossen worden, dem gefallenen Star stehen urplötzlich wieder alle Türen zurück in den Radsport offen. Eine Lücke im System kommt dem Toursieger von 1997 zugute. Die vom Bundeskriminalamt auf 2219 Seiten detailliert aufgezeigte Verbindung Ullrichs zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes entpuppt sich damit zumindest sportrechtlich als Muster ohne Wert.

„Hat Möglichkeit, wieder eine Lizenz zu erwerben“

„Wenn er nicht bestraft wird, stehen ihm alle Wege offen. Soweit ich weiß, ist kein Verfahren anhängig. Er hätte die Möglichkeit, wieder eine Lizenz zu erwerben“, sagte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger dem SID.

Der 36-jährige Ullrich, im Februar 2007 abgetreten, könnte nach der jüngsten Entscheidung seine Laufbahn rein theoretisch wieder aufnehmen oder in anderer Form, beispielsweise als Sportlicher Leiter oder Teamchef, im Radsport tätig werden. Bei einer Verurteilung hätte ihm als Wiederholungstäter eine lebenslange Sperre gedroht.

Swiss Olympic hat keine „Disziplinargewalt“ mehr

Die Disziplinarkammer für Dopingfälle des Schweizer Olympischen Komitees Swiss Olympic hatte das Verfahren eingestellt, da sie nach Ullrichs Verbandsaustritt 2006 keine „Disziplinargewalt“ mehr habe. Ein Sanktionsverfahren hätte im Zuge der Anschuldigungen aus Spanien eröffnet werden müssen, hieß es im Schweizer Beamtendeutsch. Das sei zu spät geschehen, es habe vorher nur interne Vorabklärungen gegeben. So hat sich Ullrich durch die Lizenzrückgabe im Oktober 2006 erfolgreich der Schweizer Sportgerichtsbarkeit entzogen. Diese Lücke im System ist bei den Schweizern inzwischen geschlossen, hat aber keinen Einfluss mehr auf den Fall.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wollte das Urteil der Schweizer nicht weiter kommentieren. „Es liegt außerhalb unserer Gerichtsbarkeit. Es gibt Regularien, an die sich die Verbände halten müssen. Wir haben darauf keinen Einfluss“, sagte Sprenger weiter. Sollte Ullrich eine neue Lizenz beispielsweise in Deutschland oder Österreich erwerben wollen, müsste er dafür den Wohnsitz wechseln.

„Ich tue mir das nicht mehr an“

Dass Ullrich nochmal in den Sattel steigt, scheint aber ausgeschlossen. „Ich würde für kein Geld der Welt wieder in die Hölle zurückgehen. Ich hätte zwar die Fans hinter mir. Aber ich tue mir das nicht an. Ich wollte sowieso 2006 aufhören“, hatte er im vergangenen Jahr gesagt.

All die Ermittlungen waren scheinbar umsonst. Dabei hatte das BKA die Verbindung Ullrichs zu Fuentes offenbar lückenlos aufgedeckt. Das bei Fuentes sichergestellte Blut wurde per DNA-Abgleich Ullrich zugeordnet, es wurden angebliche Geldzahlungen in Höhe von 80.000 Euro an den spanischen Arzt ausfindig gemacht und weiteres belastendes Material gesammelt.

Erst nach einer Zahlung in Höhe von 250.000 Euro hatte die Staatsanwaltschaft Bonn im April 2008 das zivilrechtliche Verfahren gegen Ullrich wegen „Täuschung und Betruges zum Nachteil seiner Arbeitgeber“ Telekom/T-Mobile sowie Coast eingestellt, obwohl laut der Ermittler erwiesen war, „dass Ullrich das Dopingsystem des spanischen Arztes Dr. Fuentes nutzte, um sich vertragswidrig mit leistungssteigernden Mitteln und Methoden auf seine Wettkämpfe vorzubereiten“.

UCI und WADA können Einspruch einlegen

Der Radsport-Weltverband (UCI) und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) können vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen die Entscheidung der Schweizer Einspruch einlegen. „Wir haben offiziell noch keine Unterlagen erhalten. Wenn es die Möglichkeit gibt, werden wir Einspruch einlegen“, sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani dem SID. Swiss Olympic teilte aber bereits mit, dass die Entscheidung mit den Bestimmungen der UCI und der WADA übereinstimme. (sid)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
18.02.2010
17:02
Comeback von Jan Ullrich nicht mehr ausgeschlossen
von Master of Desaster | #3

Herr Ullrich kann ja mit Frau Pechstein eine WG in Lampukistan gründen.

18.02.2010
16:36
Comeback von Jan Ullrich nicht mehr ausgeschlossen
von peterasdfsfsdf | #2

.

wer will den Ullrich überhaupt noch sehen?

.

18.02.2010
14:46
Comeback von Jan Ullrich nicht mehr ausgeschlossen
von hupe0 | #1

Ein Comeback wäre nur konsequent.
Es gibt nicht wenige Experten, die vermuten:
Ein ungedopter Armstrong hätte keine Chance einen
ungedopten Ullrich zu schlagen .Also hatte Armstrong die besseren Doping-Ärzte damals.
Vielleicht bekommt Ulle ja jetzt einen besseren Doping- Arzt, dann könnte er das Duell diesmal für sich entscheiden Allerdings plädiere ich dafür, das die Doping –Ärzte
der beiden bekannt gemacht werden, so könnte man auch den besten Pillen Doktor krönen.
Ob das zynisch ist? Nein nur den Realitäten entsprechend!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3421584/create

Umfrage
Sollte das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin wiederholt werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Impressionen Reitturnier
Bildgalerie
Reitturnier
Kanu Worldcup
Bildgalerie
Wassersport
Rheinwoche in Ruhrort
Bildgalerie
Regatta
256 Stufen bis zum Ziel
Bildgalerie
Treppenhauslauf
Aus dem Ressort
Robben bedankt sich bei holländischen Fans für Aufbauarbeit
EM 2012
Bei der blamablen Niederlage gegen Bulgarien überschütteten die holländischen Fans Arjen Robben mit Zuneigung. Deutschlands EM-Gruppengegner braucht seinen Offensivstar in Top-Form − das schmerzhafte Saisonfinale beim FC Bayern München soll deshalb schnellstens aus dem Kopf.
Text
THW Kiel macht Triple mit Champions-League-Titel perfekt
Handball
Die Handballer des THW Kiel haben ihre erfolgreiche Saison gekrönt und zum dritten Mal die Champions League gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason setzte sich mit einem erstaunlich klar herausgespielten 26:21 (13:10) gegen Atletico Madrid durch und fuhr ihren dritten Saisontitel ein.