BVB zittert sich zum 2:1-Erfolg

Lissabon..  Früher wären es Wunderkerzen gewesen. Aber auch das können Handys mittlerweile übernehmen. Jeder hat eines, jedes hat Licht. So verwandelten die Fans von Sporting Lissabon die Tribünen im Stadion José Alvalade in den Sekunden vor dem Anpfiff in ein wogendes Meer des Lichts. Es war als begrüßte ein trunkener Schwarm tausender Glühwürmchen die beiden Mannschaften zu diesem Spiel der Champions League zwischen dem portugiesischen Vizemeister und Borussia Dortmund. Eine stimmungsvolle Eröffnung für eine Partie, in der Schwarz und Gelb die lichten Momente für sich verbuchte. Mit 2:1 (2:0) gewann die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel und verschaffte sich gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale eine komfortable Ausgangslage für die kommenden drei Spiele in der Gruppe. Bei einem Heimsieg gegen Sporting in zwei Wochen steht der BVB in der nächsten Runde.

„Alle Spieler haben sich dagegen gestemmt. Man kann nicht mit erst zwei und dann drei A-Jugendspielern erwarten, dass wir das souverän herunterspielen. Aber der Sieg ist verdient“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Das Dortmunder Krankenlager hatte sich nur zum Teil gelichtet. In der Innenverteidigung kehrten aber Marc Bartra und Sokratis zurück. Auf der linken Seite verteidigte der 18 Jahre alte Felix Passlack, der seine Premiere in der Champions League feierte. Es blieb nicht das einzige erste Mal dieses Abends.

Ein feiner Lupfer zum 1:0

Nahezu ungeheuerliche Dinge ereigneten sich nämlich kurz vor der Halbzeitpause: Julian Weigl schoss ein Tor. Der Nationalspieler vollendete eine hübsche Einzelleistung mit einem 18-Meter-Schuss. Es war das erste Pflichtspieltor des 21-Jährigen als Profi. Sein Treffer bedeutete die 2:0-Führung am Ende einer munteren ersten Halbzeit, die der BVB gnadenlos effektiv begann.

Schon nach zehn Minuten spielte Mario Götze einen feinen Pass auf Pierre-Emerick Aubameyang, der seinem Gegenspieler davonlief und den Ball über Torwart Rui Patricio hinweg ins Tor lupfte. Ganz schön frech: Am vergangenen Freitag gegen Hertha BSC hatte er eine Großchance mit einem lässigen Lupfer vergeben. Dieses Mal traf er. Chancen zu weiteren Toren boten sich dem Angreifer, aber er scheiterte knapp.

Doch Sporting hielt dagegen - und kam ebenfalls zu Chancen. Nach einem Passlack-Fehler tauchte Elias frei vor dem Dortmunder Tor auf, BVB-Keeper Roman Bürki aber wehrte zur Ecke ab (32.).

Bruno Cesar macht es spannend

Sechs Minuten später schien der Ausgleich gefallen, aber Schiedsrichter Damir Skomina hatte vor dem Schuss von Sebastian Coates ein Foulspiel des früheren Wolfsburgers Bas Dost an Bürki erkannt. Glück für den BVB. Dann kam Weigl und beruhigte das schwarz-gelbe Gemüt. Zumindest vorerst.

Denn Lissabon fand zurück in dieses Spiel, das so verloren wirkte. Und die Borussia half mit. Marc Bartra spielte seinem Torwart aus kurzer Distanz den Ball so unglücklich in die Arme, dass Lissabon einen indirekten Freistoß elf Meter vor dem Tor erhielt.

Bruno Cesar wuchtete den Ball durch die gelbe Wand ins Tor (67.). Dortmund begann zu bibbern. Nur zwei Minuten später köpfte Dost knapp am Tor vorbei. Doch der BVB zitterte den wichtigen Sieg über die Zeit.