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Derby-Krawalle

BVB und Schalke einigen sich auf eine letzte Chance für Fans

21.01.2014 | 17:29 Uhr
BVB und Schalke einigen sich auf eine letzte Chance für Fans
Beim letzten Derby in Gelsenkirchen schlugen die BVB-Anhänger Scheiben im Gästeblock ein und zündeten Pyrotechnik.Foto: Martin Möller

Dortmund/Gelsenkirchen.  Ein Ausschluss der Gästefans beim Revierderby am 25. März wurde ernsthaft diskutiert. Realisiert wird er aber nicht. Borussia Dortmund und Schalke 04 einigten sich darauf, den Anhängern eine letzte Bewährungschance zu geben. Gibt es erneut Krawalle, drohen künftig Derbys mit leeren Gäste-Fankurven.

Es stand spitz auf knopf, so viel ist sicher, aber am Ende einer langen Diskussion einigten sich die Führungsebenen von Borussia Dortmund und Schalke 04 darauf, dass zumindest beim nächsten Revierderby am 25. März weiterhin die Fan-Gruppierungen beider Lager im Stadion sein dürfen. Ein Ausschluss der Gästefans ist vom Tisch – vorerst. Denn klar ist: Das nächste Duell im Dortmunder Stadion wird zum Derby der letzten Chance. Sollte es dann erneut Ausschreitungen geben, drohen künftig Revierderbys mit leeren Gäste-Fankurven.

Am Dienstag tagte noch einmal der „Arbeitskreis Revierderby“ mit Vertretern beider Vereine. Die ebenfalls anwesende Dortmunder Polizei betont allerdings, dass es bei diesem Treffen nur um das Derby im Allgemeinen, nicht jedoch um das Thema Gästekartenkontingent gegangen sei. In einer erst am Abend veröffentlichten Erklärung bedauern die Ordnungshüter, dass der FC Schalke 04 nicht „als Zeichen gegen Gewalt beim Fußball“ auf Gästekarten verzichtet habe.

„Die Fans haben es nun selbst in der Hand“

Vor dem Hintergrund der Krawalle bei den Derbys in der jüngeren Vergangenheit sowie der schweren Prügelei am Samstag vor dem Schalker Testspiel in Köln berieten sich die Vereine in den vergangenen Tagen intensiv darüber, ob ein Duell zwischen Dortmund und Schalke überhaupt noch im gewohnten Rahmen ausgetragen werden könne. Zur Diskussion stand ein Ausschluss der Gästefans für die nächsten zwei oder vier Derbys, beginnend mit dem Spiel am 25. März in Dortmund.

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Eine Variante, die dem Vernehmen nach von Dortmunder Seite favorisiert worden war. Schalke zog dies bei ersten Überlegungen Ende des vergangenen Jahres auch in Erwägung, plädierte nun aber dafür, den Fangruppen noch eine Chance zur Bewährung zu geben. Ein Argument dabei: Von einem Ausschluss für das Spiel am 25. März wären die Schalker betroffen gewesen, obwohl sich die Situation erst verschärft hatte, nachdem BVB-Fans vor dem Hinspiel im Oktober randaliert hatten.

Borussia Dortmund hätte als gastgebender Verein des Rückspiels auf einen Ausschluss der Gelsenkirchener Anhänger beharren können, ließ sich am Ende aber auf den Schalker Vorschlag der letzten Bewährungschance ein. „Die Fans haben es nun selbst in der Hand“, sagte Schalkes Finanz-Vorstand Peter Peters dieser Zeitung: „Die letzten Derbys haben gezeigt, dass die Spirale der Gewalt sich so nicht weiterdrehen darf und das Gewaltpotenzial unbedingt reduziert werden muss.“ In einer Mitteilung begründete Schalke 04, man sehe das im März anstehende Spiel „als letzte Chance für die überwiegende Mehrheit der friedlichen Fans beider Vereine, ein Zeichen gegen Gewalttäter zu setzen“.

„Das Revierderby strahlt eine einzigartige Atmosphäre aus“

BVB-Chef Hans-Joachim Watzke erklärte auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir sind Befürworter einer gemeinsamen Lösung, um die Derbys sicherer zu machen.“ Dazu gehört, dass die Pufferzonen zwischen den rivalisierenden Anhängern im Stadion vergrößert werden – dazu soll das Karten-Kontingent für die Gäste verringert werden.

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Rauball fordert die harte Hand

Ligapräsident Reinhard Rauball hat von Politik und Justiz eine harte Hand gegen gewaltbereite Fußball-Fans gefordert. „Wir werden mit den politischen Akteuren reden müssen, ob die Mittel, die strafrechtlich existieren, ausgeschöpft werden“, sagte Rauball beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Dienstag in Frankfurt. Notfalls müssten Gesetze verschärft werden, forderte der Präsident von Borussia Dortmund.

Ausschreitungen wie in der Kölner Innenstadt zwischen Anhängern mehrere Klubs am vergangenen Wochenende verurteilte Rauball scharf. „Die Bezeichnung Fan für Leute wie in Köln verbietet sich. Man darf diese Leute nicht mehr als Fans bezeichnen“, sagte der Jurist.

Eine Kollektivbestrafung lehnte Rauball jedoch entschieden ab. „Ich will nicht die Fan-Szene bestrafen. Ich will, dass gegen die, die den Fußball missbrauchen, die Gesetze ausgeschöpft werden. Wenn das nicht reicht, muss über die Gesetze nachgedacht werden“, betonte Rauball. Die Profi-Klubs in Deutschland würden an dem Dialog mit friedlichen Fangruppen festhalten. „Da lassen wir uns nicht beirren“, sagte Rauball. (dpa)

Nun ist ein Ausschluss vorerst vom Tisch. Peter Peters hofft auf eine dauerhafte Wirkung: „Das Revierderby strahlt eine einzigartige Atmosphäre aus, die wir erhalten wollen.“ Strittig bleibt aber auch, welche Wirkung eine Verbannung gebracht hätte. Gelsenkirchens Polizeisprecher Johannes Schäfers sagte zwar, eine solche Maßnahme würde die Arbeit im Stadion erleichtern. Aber: „Was bei einem Ausschluss der Gästefans vor dem Stadion passiert, wissen wir nicht.“

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Kommentare
25.01.2014
13:23
BVB und Schalke einigen sich auf eine letzte Chance für Fans
von MichaB6904 | #21

Jetzt liegt es an "unseren" Fans, den Gelben zu zeigen, wie man sich als Gast verhält. Dann können die ja gerne in der nächsten Saison ohne ihr Volk...
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2014-01-21 17:29
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