BVB-Ultras geraten mit Rechten aneinander

Borussia Dortmunds Fans haben deutlich gemacht, auf welcher Seite sie stehen.
Borussia Dortmunds Fans haben deutlich gemacht, auf welcher Seite sie stehen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bei einem Testspiel von Borussia Dortmund in Lünen eskalierte der Streit zwischen BVB-Ultras und Neonazis. Offenbar gab es einen Verletzten.

Lünen/Dortmund.. Nach einem Testspiel der Zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund gegen den Lüner SV in Lünen hat es am Donnerstag gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Ultras und Neonazis gegeben. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Laut Polizeimeldung befanden sich rund 700 Zuschauer im Stadion, darunter etwa 70 Dortmunder Ultras, "fast ausschließlich Mitglieder der Gruppierung 'The Unity'". Darüber hinaus hätten die Beamten 19 Personen aus der rechtsextremen Szene Dortmunds erkannt. Als die Rechten gegen 20.20 Uhr das Stadion verlassen wollten, sei es zu "verbalen Auseinandersetzungen einzelner Personen beider Gruppierungen sowie zu einer Schubserei" gekommen. Laut Informationen aus der Fanszene hatten die Ultras den Neonazis zu verstehen gegeben, dass sie nicht willkommen seien.

Staatsschutz ermittelt

Laut Polizei hätten Beamte die Situation geschlichtet. Anschließend hätten die Rechtsextremisten das Stadion "nach mehrfacher Aufforderung" verlassen. Doch auf dem Parkplatz ging es dann weiter: "Die 19 Rechtsextremen und ca. 30-40 Ultras trugen ihre Streitigkeiten körperlich aus", meldet die Polizei. Die Gruppen seien nur mit Pfefferspray zu trennen gewesen. Die Beamten schrieben eine Anzeige wegen Landfriedensbruchs. Der Staatsschutz hat Ermittlungen eingeleitet.

Hooligans Die Polizei bittet Zeugen, sich unter 0231 - 132 7441 oder direkt bei der Kriminalwache der Dortmunder Polizei zu melden.

Laut ihrer eigenen Facebook-Seite war auch die rechtsradikale Hooligangruppe "Borussenfront" in Lünen. Man habe "den Umgang mit Teilen der Fanszene ausloten" wollen, heißt es dort - in der Szene wird das als Drohung verstanden, die Rechten könnten den Druck auf die inzwischen ziemlich eindeutig gegen Rassismus positionierten Ultras erhöhen. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Zusammenstößen von Neonazis und BVB-Ultras. (str)