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BVB trauert um "Kwiat"

25.05.2008 | 22:05 Uhr

Ehemaliger Meistertorwart Heinrich Kwiatkowski starb mit 81 Jahren.Er war 1954 in der Schweiz und 1958 in Schweden WM-Teilnehmer

Dortmund. Ein Großer des Ruhrgebiets-Fußballs ist tot: Heinrich Kwiatkowski, der ehemalige Meistertorwart von Borussia Dortmund, starb mit 81 Jahren nach langer Krankheit im St. Josef-Seniorenheim in Dortmund-Derne.

Die Kurzform seines Namens wurde unter Fans zu einem Begriff, seit seine Laufbahn 1947 bei Schalke 04 begann: "Heini" haben sie ihn gerufen, nicht Heinrich, und Kwiatkowski wurde zu "Kwiat" gestaucht. "Kwiat" wechselte 1950 zu Rot-Weiß Essen, 1952 zum BVB, dem er seit jetzt 56 Jahren die Treue hielt.

Der Spezialist für die gekonnte Faustabwehr ("Heini, fausten!") schrieb mit der Borussia glanzvolle Geschichte: 1956 war er beim 4:2 gegen den Karlsruher SC Mit-Gewinner des Meistertitels, 1957 hielt er nach dem 4:1 gegen den Hamburger SV erneut die begehrte Schale hoch. Wobei es zu einer Einmaligkeit im deutschen Fußball kam: 1956 und 1957 triumphierte der BVB in beiden Endspielen mit der selben Mannschaftsaufstellung.

Doch die unumstrittene Nummer eins, die Heinrich Kwiatkowski damals für Schwarz-Gelb gewesen ist, hat er in der Nationalmannschaft nie erreicht. Bei der Weltmeisterschaft 1954, die mit dem finalen "Wunder von Bern" endete, stand er im Schatten von Toni Turek, bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden nominierte ihn der legendäre Bundestrainer Sepp Herberger als zweiten Mann hinter dem Essener Fritz Herkenrath. Zwar kam er jeweils einmal zum Einsatz, doch jedes Mal gab es derbe Niederlagen: Als Herberger den späteren Endspielgegner Ungarn 1954 in der Vorrunde mit einer Art B-Mannschaft "bluffte", musste Kwiatkowski ein 3:8 verkraften, und 1958 ist er erst im Spiel um Platz drei aufgestellt worden, das Frankreich mit 6:3 gewann.

Aber der Ur-Westfale Heinrich Kwiatkowski, Typ ehrliche Haut, muckte nicht auf gegen Herberger. Er verstand allein die Berufung in den erlesenen Kreis als Anerkennung für sein herausragendes Können und akzeptierte die Entscheidungen des "Chefs", wie Herberger genannt wurde, mit Toleranz und Fairness.

Von Hans-Josef Justen

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