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BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien

22.05.2012 | 22:30 Uhr
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
Klare Worte: BVB-Präsident Reinhard Rauball (r.) will Stehplätze in den deutschen Stadien erhalten.

Dortmund/Gelsenkirchen.   Nach den Fan-Ausschreitungen beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC wird über die Abschaffung der Stehplätze in deutschen Stadien diskutiert. Reinhard Rauball, Präsident von Borussia Dortmund und des Ligaverbandes, warnt vor Aktionismus: „Stehplätze gehören in die Stadien. Sie sind ein Stück Fußball-Kultur.“

Bei Borussia Dortmund läuft der Dauerkarten-Umtausch für die neue Saison. Die ersten BVB-Fans, die ihre alte Karte gegen eine neue eintauschen, sind die von der Südtribüne, der größten Stehplatz-Oase Europas. Und die „Steher“ kommen mit sorgenvollen Blicken, haben Redebedarf. Nach den Fan-Ausschreitungen beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC wird über die Abschaffung der Stehplätze in deutschen Stadien diskutiert. Helmut Sandrock, Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), sieht dieses Privileg der deutschen Fans „in Gefahr“.

Reinhard Rauball, Präsident von Borussia Dortmund und des Ligaverbandes, warnt vor Aktionismus: „Stehplätze gehören in die Stadien. Sie sind ein Stück Fußball-Kultur.“ Der Funktionär stellt im Gespräch mit der WAZ-Mediengruppe klar: „Ich werde bis zum Schluss dafür kämpfen, dass es nicht zu einer Abschaffung kommt. Das wäre der falsche Weg.“

Südtribüne ist das BVB-Aushängeschild

Im Ruhrgebiet hört man dieses klare Kante gerne. 24 454 der 80 720 Fans im Signal Iduna Park stehen denkbar gerne. Die „Süd“ ist ein Aushängeschild des Double-Siegers. In der Veltins-Arena des Revier-Rivalen Schalke 04 sind es 16.307 von 61 673 Plätzen. Studenten, Arbeitslose, Angestellte und Auszubildende schätzen nicht nur die günstigen Preise, sondern auch die stimmungsvolle Umgebung. Für sie gilt: „Sitzen ist für den A.....“

In England wurden die Stehplätze nach der Hillsborough-Katastrophe von 1989 gesetzlich nach und nach abgeschafft. In Deutschland wollen Bundesliga und DFB auf die bedenklichen Entwicklungen von einem kleinen, aber aktiven Teil der Fans reagieren. Die Vereine sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Mit konsequenterem Umsetzen von Stadionverboten, besserer Kameraüberwachung, verstärkten Einlasskontrollen. Beim BVB, so erfuhr die WAZ-Mediengruppe, geht es Mittwoch ans Eingemachte. Die Abteilungsleiter treffen sich und beraten Maßnahmen für die kommende Saison.

Thorsten Schabelon



Kommentare
23.05.2012
12:38
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von lightmyfire | #9

Realitätsfremd sind nur Sitzplätze nicht wie das Beispiel England zeigt und jeder Interessierte kennt die Gründe. Wichtiger ist es Maßnahmen zu ergreifen, die den Austausch vermeiden, sonst kommt es wie es kommen muss und es wird gesetzlich bestimmt werden weil die bisher durchgeführten Verfahren wie Geldstrafen und Stadionverbot kaum gegriffen hatten. Das Fehlverhalten von Chaoten in den Stadien, ist schneller mit "Geisterspielen" und Punkteabzug zu bestrafen, weil so denen am besten vor Augen geführt wird, welchen Schaden sie ihren Vereinen zufügen. Ausserhalb der Stadien müssen die gesetzlichen Möglichkeiten durch Schnellverfahren konsequent durchgeführt werden.

23.05.2012
11:41
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von drMayer | #8

"Stehplätze" - das ist aber weder gesundheitsfördernd noch behindertengerecht. Ein Relikt aus alten Zeiten. In ganz Europa sind die Fussballstadien aus Sicherheiutsgründen - warum wohl - mit Sitzplätzen ausgerüstet und auch in Deutschland werden die Stadien vor UEFA und FIFA-Spielen auf Sitzplätze umgerüstet. Wenn man so die ausufernden "Fan"-Reaktionen unter Kontroille bekommt - dann sollte die europäische Sitzplatz-Lösung gemacht werden.

23.05.2012
11:39
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von hapeme | #7

Nur Sitzplätze? Für mich einfach unvorstellbar!
Bin zwar selbst fast im Rentenalter, aber für mich gilt: Stehplätze = Stimmung - Super!

Was ich immer noch nicht verstanden habe, ist, warum Bengalos so schlecht aufzuspüren sind. Haben die denn nicht auch Metallteile?

23.05.2012
09:52
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von dirk7603 | #6

Klar, weil man auf sitzplätzen nicht stehen kann.

Warum muss immer dieser Aktionismuss kommen, der total unsinnig und realtitäsfremd ist.

Nebenbei sind in Düsseldorf sehr viele Fans auf den Platz gerannt die eigentlich einen sitzplatz haben. Was sagt uns das nun?

1 Antwort
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von dunkelschwarz | #6-1

...vielleicht sollte man die auch noch anschnallen:-D
Das kommt sicherlich auch noch;-)

23.05.2012
08:44
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von b.wusst | #5

Wieder mal gaaanz aktuell der Westen. Was oben steht konnte man vor zwei Tagen schon bei Plasberg hören u. sehen.

23.05.2012
08:41
Sitzen ist Mist!
von MeisterallerKreisklassen | #4

Ich wusste gar nicht das man die Stehplätze retten muss. Da hab ich wohl eine wichtige Diskussion verpasst.

Jetzt mal im Ernst: Was ist das denn wieder für eine hohle Diskussion? Weil einige Idioten auf den Rängen Feuerchen machen oder auf den Platz drängen wird nun ein Stück Fußballkultur auf den Prüfstand gestellt. Warum?

Sitzplätze erhöhen meiner Meinung nach nicht die Sicherheit, denn auch dort kann man aufstehen und etwas werfen oder auf den Platz stürmen. Wie wäre es stattdessen mal mit echten Kontrollen? Das könnte zumindest die Bengalodichte verringern. Ich glaube doch eher das hier unter dem Deckmantel der Sicherheit eine neue Einnahmequelle erschlossen werden soll.

Wenn die DFL gerne dem großen Vorbild Premier League nacheifern will bitte. Schau ich mir halt die Spiele in der Kneipe an.

23.05.2012
08:08
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von 13jahredede | #3

Beim CL Endspiel wurden Pyros auf den oberrängen (Sitzplätze) gezündet.
daher Oberränge abschaffen.

23.05.2012
07:17
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von Baumi79 | #2

"Studenten, Arbeitslose, Angestellte und Auszubildende schätzen nicht nur die günstigen Preise, sondern auch die stimmungsvolle Umgebung"

Nebst Anwälten, Lehrern, Versicherungskaufleuten, Filialleitern, etc. pp. ...

Stehplatzkultur ist nicht nur für geringe Einkommensschichten und Jugendliche. Stehplatzkultur ist das Herz unserer Stadien, wir wollen keine totenstillen Highburies !

23.05.2012
05:34
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von BVBDauerkarte | #1

Stehplätze müssen bleiben!
Ich finde zwar Pyrotechnik und Fans auf dem Rasen überflüssig, hier müssen echte Strafen her, einziehen der Jahreskarte, Geldstrafen u.s.w.
Vor allem sehe ich die Fan Clubs in der Pflicht, diese sollten die Vollpfosten davon abhalten, oder anzeigen, noch im Stadion.

Ein echter Fan tut etwas für seinen Verein und schädigt ihn nicht.

1 Antwort
BVB-Präsident Rauball kämpft für Stehplätze in Stadien
von MeisterallerKreisklassen | #1-1

Gut gesagt!

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