Brutaler Löwe

Ihr Dasein ist undankbar. Äußerst undankbar. Meistens werden sie während eines Fußballspieles nur kühl ignoriert. Rücken sie doch in den Blickpunkt, geht es sofort um alles und brechen oft hitzige Diskussionen los.

Elfmeterpunkte haben es nicht leicht im modernen Balltretertum.

Besonders böse meinte es das Schicksal in der jüngeren Vergangenheit aber mit den Exemplaren in der Arena von Fortuna Düsseldorf. Im Mai 2012 etwa: Das Relegationsspiel gegen Hertha BSC Berlin war noch gar nicht offiziell beendet, als der berühmt-berüchtigte „Elfmeterpunkt-Dieb“ auf das weiß gestrichene Stück Gras zusprintete, sein Messer zückte und es zum billigen Andenken an einen historischen Aufstiegs-Abend machen wollte. Zig Millionen Menschen in der Arena und vor den Fernseh-Geräten wurden Zeuge dieses... Attentat-Versuchs.

Wer dachte, schlimmer könne es einem Elfmeterpunkt gar nicht ergehen, wurde jedoch am späten Montagabend eines Besseren belehrt. In der 90. Minute der Zweitliga-Partie zwischen der Fortuna und dem 1. FC Kaiserslautern pfiff Schiedsrichter Deniz Aytekin einen umstrittenen Strafstoß - für Düsseldorf. Vor lauter Wut ging Lauterns Chris Löwe zum Elfmeterpunkt und versuchte, diesen mit mehreren Tritten brutal zu zerstören.

Gebracht hat es - einiges. Michael Liendl glich aus dem entstandenen Loch heraus zum 1:1 aus und Fortuna-Manager Helmut Schulte schwang sich zum Anwalt aller Wehrlosen empor: „Das ist eine Unsportlichkeit erster Güte.“

(Elfmeter)Punkt.