Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Schwimm-EM

Britta Steffen führt DSV zu goldenem EM-Abschluss

27.05.2012 | 18:43 Uhr
Britta Steffen führt DSV zu goldenem EM-Abschluss
Holten Gold über 4x100 Meter (von links): Jenny Mensing, Britta Steffen, Sarah Poewe and Alexandra Wenk.Foto: Laszlo Balogh/Reuters

Debrecen.  Britta Steffen hat die deutsche 4x100-m-Lagenstaffel bei den Schwimm-Europameisterschaften in Ungarn zu Gold geführt und innerhalb von einer Stunde ihren zweiten Titel gewonnen. Die Doppel-Olympiasiegerin hatte sich zum Auftakt des Schlusstages schon über 50 m Freistil Platz eins gesichert.

Britta Steffen trumpfte mit Doppel-Gold auf, der bisher so enttäuschende Freistilsprinter Marco di Carli zog die Lagenstaffel zu Silber, und Caroline Ruhnau fügte ihre erste Langbahn-Medaille hinzu: Zum Abschluss der Europameisterschaften fischten die deutschen Schwimmer noch viermal Edelmetall aus dem Pool von Debrecen. Mit achtmal Gold, sechsmal Silber und dreimal Bronze verbuchte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) die beste Bilanz seit der Heim-EM 2002.

Erst siegte Doppel-Olympiasiegerin Steffen souverän über 50 m Freistil und gewann ihre zehnte internationale Goldmedaille auf der Langbahn. In 24,37 Sekunden schwamm die Berlinerin nicht nur so schnell wie seit ihrem Weltrekord bei der WM 2009 (23,73) nicht mehr, sondern schob sich auch in der Jahresweltbestenliste auf den vierten Platz.

Steffen fand es „voll schön“

„Ich dachte, ich hätte gar nicht gewonnen“, sagte Steffen, nachdem neben ihr lautstark gejubelt worden war: „Aber dann war es voll schön, auch als ich die Zeit gesehen habe.“ Zuvor hatte die 28-Jährige in Debrecen in Abwesenheit ihrer härtesten Olympia-Konkurrenten bereits mit der 4x100-m-Freistilstaffel Gold und über 100 m Silber gewonnen.

63 Minuten später triumphierte sie mit den Europameisterinnen Jenny Mensing (Wiesbaden) und Sarah Poewe (Wuppertal) sowie der Münchnerin Alexandra Wenk auch über 4x100 m Lagen mit EM-Rekord in 3:58,43 Minuten souverän vor Italien und Schweden. Steffens Zeit von 52,74 Sekunden fliegend war eine weitere Steigerung gegenüber der DM, bei der sie über 100 m auf Platz vier der Weltrangliste geschwommen war. „Die Mädels haben mir Flügel verliehen. Ich bin total motiviert, dass ich das Niveau habe, wieder vorne mitzuschwimmen“, sagte sie.

Männerstaffel schwamm auf Rang zwei

Die Männerstaffel schwamm in der Besetzung mit dem Vize-Europameister Helge Meeuw (Magdeburg), dem WM-Dritten Christian vom Lehn (Wuppertal), dem Hamburger Steffen Deibler und di Carli in 3:34,41 Minuten auf den zweiten Rang und verzeichnete damit ihr bestes EM-Ergebnis seit 1999. Gold ging an Italien (3:32,80). „Ich habe mir für die Jungs beide Beine ausgerissen, eins war nicht genug“, sagte di Carli, der über 100 m Freistil die Olympia-Norm verpasst hatte.

Ruhnau musste über 50 m Brust in 31,35 Sekunden nur der Tschechin Petra Chocova (31,25) und der Irin Sycerika McMahon (31,27) den Vortritt lassen. „Ich bin sehr zufrieden. Es hat auch nicht viel zu Gold gefehlt“, sagte die Essenerin. Die deutsche Meisterin Franziska Hentke verpasste als Fünfte über 200 m Schmetterling in 2:09,01 Minuten beim Sieg der ungarischen Titelverteidigerin Katinka Hosszu (2:07,28) nicht nur eine Medaille, sondern auch die Norm für die Olympischen Spiele.

Rekordhalter Lebertz verpasste Finale

Der deutsche Rekordhalter Yannick Lebherz, tags zuvor Fünfter über 200 m Rücken, kam über 400 m Lagen gar nicht erst ins Finale. In 4:20,34 Minuten reichte es für den Potsdamer nur zu Platz zehn. „Ich dachte, es geht etwas besser. Nach der DM war ich eine Woche völlig unten. Scheinbar bin ich da noch nicht ganz wieder draußen', sagte Lebherz. Der Essener Jan David Schepers als Zwölfter (4:21,70) und der Berliner Tim Wallburger als 22. (4:26,20) verfehlten zudem die Olympia-Norm. Am Abend gewann Lokalmatador Laszlo Cseh (4:12,17) sein drittes Gold.

Silke Lippok, am Samstag Vize-Europameisterin über 200 m Freistil, schied auf den ungewohnten 400 m als 13. in 4:15,85 Minuten im Vorlauf aus. „Ich bin tot. 400 m sind ein bisschen zu lang. Das macht nicht viel Spaß. Das war zum Quälen und um Wettkampferfahrung zu sammeln“, sagte die 18-Jährige aus Pforzheim. Die Freiwasser-WM-Dritte Isabelle Härle trat gar nicht an, nachdem sie über 800 m ihre letzte Olympia-Chance verspielt hatte.

Die Französin Coralie Balmy siegte in 4:05,31 Minuten, Weltmeisterin Federica Pellegrini (Italien) war einen Tag nach ihrem Triumph über 200 m überraschend als Zehnte bereits im Vorlauf gescheitert. Der französische Staffel-Europameister Frederick Bousquet verteidigte über 50 m Freistil seinen Titel von 2010 in 21,80 Sekunden erfolgreich. (sid)


Kommentare
Aus dem Ressort
Freiburg setzt Höhenflug mit 4:2 auch gegen Gladbach fort
31. Spieltag
Borussia Mönchengladbach hat am Samstag eine bittere Niederlage einstecken müssen. Beim SC Freiburg unterlag die Elf von Trainer Lucien Favre deutlich mit 2:4. Für den Sportclub bedeutet der vierte Heimsieg in Folge wohl den sicheren Klassenerhalt.
Wölfe gewinnen beim HSV mit 3:1 - Hamburg nun arg gefährdet
31. Spieltag
Die Lage für den Hamburger SV im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga hat sich weiter verschärft. Die Hanseaten verloren am Samstagabend das Nord-Derby gegen den VfL Wolfsburg mit 1:3 (0:2). Nach der ersten Heimniederlage unter Trainer Mirko Slomka droht dem HSV der Sturz auf Abstiegsplatz 17.
MSV Duisburg schlägt Osnabrück 1:0 im Kampf um Platz vier
3. Liga
Fußball-Drittligist MSV Duisburg hat am Samstag das Duell gegen den direkten Liga-Konkurrenten im Kampf um Platz vier gewonnen. Vor heimischer Kulisse siegten die Zebras mit 1:0 gegen den VfL Osnabrück. Branimir Bajic erzielte in der zweiten Hälfte das goldene Tor.
RWE-Stürmer Platzek dreht das Spiel gegen Köln II - Note 2
Einzelkritik
Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen hat am Samstag den dritten Sieg in Serie eingefahren. Für den 2:1 (0:1)-Sieg gegen die Zweitvertretung des 1. FC Köln war Top-Stürmer Marcel Platzek hauptverantwortlich, der zuvor über eine Stunde kaum stattgefunden hatte.
FC Bayern siegt mit Mühe 2:0 - Bremen feiert Klassenerhalt
Bundesliga-Sammler
Bayern München hat eine wenig überzeugende Generalprobe für das Champions-League-Duell bei Real Madrid abgeliefert. Der Meister kam beim Bundesliga-Schlusslicht Eintracht Braunschweig nur zu einem mühevollen 2:0. Werder Bremen darf nach dem 3:1 gegen Hoffenheim dagegen mit den Klassenerhalt feiern.
Umfrage
BVB und FCB im Finale - Wer holt in Berlin den Pokal?

BVB und FCB im Finale - Wer holt in Berlin den Pokal?

 
Fotos und Videos