Borussia Dortmund nimmt Kurs auf den Europapokal
15.03.2010 | 10:50 Uhr 2010-03-15T10:50:22+0100
Bochum.Nach dem überzeugenden 4:1-Derbysieg beim kleinen Nachbarn Bochum peilt der BVB den Einzug ins internationale Geschäft an. Mannschaftliche Geschlossenheit und individuelle Klasse machen Mut - und auch der Torjäger trifft wieder.
Der Fußballer neigt zum Aberglauben. Und so wird sich Lucas Barrios, Stürmer von Borussia Dortmund, gut behalten haben, dass er sich gegen den VfL Bochum erst seinen Beinamen Torjäger verdiente, nachdem er seine kanarienvogelgelb leuchtenden Schuhe gegen ein weitaus weniger auffälliges weißes Paar ausgetauscht hatte. Bis zu seinem Derby-Doppelpack zum 3:1 (74.) und 4:1 (77.) hatte Barrios 355 Minuten nicht getroffen. Und schon wurde bei dem „Torlos-Torjäger“ eine Schaffenskrise diagnostiziert.
Zorc erhofft sich Planungssicherheit
„Von Krise war auch bei uns nach der Derbyniederlage in Schalke die Rede“, erwähnte Dortmunds Kapitän Sebastian Kehl. Und bremste nur einen Derbysieg später euphorische Fans, die ihren BVB schon längst wieder in die Champions League eilen sehen.
So, wie die Borussen vor zwei Wochen die Europa-League-Qualifikation nicht verspielt haben, so haben sie sie nach dem Sieg in Bochum auch noch keinewegs sicher. Aber der BVB ist, nach zuvor drei Auswärtsniederlagen, wieder auf dem richtigen Weg zu europäischem Geld und Glück. „Unser 4:1 war ein wichtiger Schritt in Richtung Europa League“, stellte Michael Zorc klar. Der Sportdirektor erhofft sich bei der bevorstehenden breiteren Aufstellung seines Kaders und der Erhöhung des Gehaltsetats frühe Planungssicherheit.
Eine Demonstration von Geschlossenheit und Stärke
In Bochum war vor allem die erste Hälfte eine Dortmunder Demonstration von mannschaftlicher Stabilität und individueller Stärke. „Besser als in den ersten 30 Minuten kann man ein Auswärtsspiel nicht bestreiten“, fand Zorc. „Das war am Optimum“, ergänzte Hans-Joachim Watzke. Und niemand konnte dem BVB-Boss vorwerfen, dieses Urteil mit der schwarzgelben Brille auf der Nase gefällt zu haben. Zu dominant waren die Dortmunder, die das Derby nur 15 Minuten nach der Pause aus der Hand gaben und Lewis Holtby (53.) den Anschlusstreffer ermöglichten.
Vorher wie nachher hatte der BVB alles im Griff. Und so am Ende beherrschende 64 Prozent Ballbesitz. Dass Sebastian Kehl (vor dem Eigentor zum 1:0 von Maltritz/18.) sowie Mohamed Zidan im Zusammenspiel mit Jakub Blaszczykowski (beim 2:0/27.) Torriecher bewiesen, zeigt, wie schwierig der BVB auszurechnen ist. Jürgen Klopp hat aus der Last der Leistung die Lust auf Leistung gemacht und diese, wie in Bochum zu sehen, auf viele seiner Spieler verteilt. „Wenn man acht Spieltage vor dem Saisonende da oben steht, dann will man sein Ziel natürlich auch erreichen“, kündigte Hans-Joachim Watzke an. Den nächsten wichtigen Schritt zum Ziel „Europapokal“ kann sein BVB am kommenden Samstag gegen Bayer Leverkusen machen.
Sahin fehlt am Samstag
Mit einem Heimsieg würden die Dortmunder, jetzt Tabellenvierter, ausgerechnet Schalke 04 Schützenhilfe im Meisterrennen geben. Allerdings muss Trainer Jürgen Klopp personell improvisieren. Nuri Sahin, bislang bei allen 26 Liga-Spielen seines BVB in der Startelf, fehlt wegen einer Gelbsperre. Er ist nach Tinga und Sven Bender der dritte defensive Mittelfeldspieler, auf den Klopp verzichten muss. „Die Jungs werden das auch ohne mich hinkriegen“, ist Sahin sicher. Denkbare Ersatzkandidaten für ihn sind Tamas Hajnal und Kevin Großkreutz. Auch der Einsatz von Nelson Valdez und Lucas Barrios (beide Muskelverhärtung) ist fraglich. Dabei hat der Argentinier Barrios bestimmt schon seine weißen Torjäger-Schuhe bereitgestellt.

09:35
Achtet auf den Weidenfeller:
Hitzfeld: „Ich möchte Bayern keine Einkaufspolitik nahe legen. Aber Spitzentorhüter wie Neuer, Adler, Wiese, Weidenfeller sind immer interessant für Bayern. Auch Butt spielt eine Super-Saison. Falls Rensing nicht mehr bei Bayern bleiben will, könnte man ja mit Schalke tauschen.“
16:34
Keine Sorge, das machen wir schon nicht. Die stehen nicht umsonst da oben. Es wäre aber schön, wenn der BVB die Leverkusener schlägt und zugleich Bremen sowie Hamburg patzen. Vorallem wäre das Sasionfinale dann auch für uns wieder richtig spannend. Vielleicht rutscht man mit viel Glück noch einen Platz nach oben. Ausserdem könnten sich die Blauen dann etwas von Leverkusen absetzten, Das wäre doch Optimal für den Ruhrpott.
10:50
Bitte unterschätzt hier nicht die Leverkusener.