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Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus

03.01.2013 | 23:16 Uhr
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
Vom Platz gegangen, Zeichen gesetzt: Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand.Foto: imago

Aus einem lockeren Testspiel des AC Mailand gegen den Viertligisten Pro Patria entwickelt sich infolge rassistischer Schmährufe gegen Kevin-Prince Boateng und seine Teamkollegen ein handfester Skandal. Dieser setzte dem sofortigen Verlassen ein Zeichen - auch für Deutschland.

Es sollte ein lockeres Testspiel werden, doch am Ende stand ein handfester Skandal. Derzeit tourt der ruhmreiche AC Mailand durch die italienische Provinz und besucht kleine Vereine, um die Milan-Fans im ganzen Land zu besuchen.

Das Spiel beim Viertligisten Pro Patria in der lombardischen Stadt Busto Arsizio allerdings wurde immer wieder durch rassisitische Störer überschattet. So lange beleidigten die Heimfans die dunkelhäutigen Spieler Milans bis dem auch in Deutschland bestens bekannten Kevin Prince Boateng die Hutschnur riss . Er riss sich das Trikot vom Leib, knallte den Ball in die Zuschauerränge, verließ das Spielfeld - und alle seine Mitspieler folgten ihm nach wenigen Augenblicken. Ein starkes Zeichen seiner Teamkollegen gegen den alltäglichen Rassismus in Italiens Stadien.

Nun ist Italien weit weg und in der Bundesliga sind wir von solchen Auswüchsen wie in der Serie A und vielen anderen europäischen Ligen (Russland und Polen zum Beispiel, auch in England gab es im letzten halben Jahr mehrere solcher Vorfälle) zum Glück weit entfernt, auf einer Insel der Glückseligen aber leben auch wir leider nicht. Zahlreiche Vorfälle in der Hinrunde belegen das.

Dennoch können sich auch die Klubs in Deutschland die Reaktion der Mailänder Spieler zum Vorbild nehmen, die demonstrierten, wie auch hochdotierte Profis entschlossene Zeichen gegen  Diskriminierung und Intoleranz setzen können.

Einen besseren Vorsatz könnte es für das neue Jahr doch kaum geben.

Philipp Zimmer



Kommentare
04.01.2013
14:44
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von souveraenix | #9

Diese Geste der Spieler des AC Mailand ist aller Ehren wert! Tolles Zeichen gegen Rassismus. Fände ich auch eine tolle Geste, wenn "Ultrafans" meinen, Sie müssten mal wieder mit Phyros "Stimmung" machen. Toller Gedanke, die Ulras machen Phyrostimmung und die Spieler verlassen das Feld und kommen nicht wieder!!!

1 Antwort
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von knutknutsen | #9-1

Ein ganz dummer Vergleich. Erst mal heißt das Pyro und was zur Hölle hat das mit Rassismus zu tun? Nichts!

04.01.2013
11:53
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von carnie | #8

Schöne Geste aber ich würde das nicht überbewerten. Es war ein lockeres Freundschaftsspiel. Die hochbezahlten Profis mussten gegen einen Vierligisten ran. Besonders motiviert waren die da sicher nicht. Von daher kam der Spielabbruch denen sicher gelegen.

Ich bezweifel sehr stark das sie eine ähnliche Reaktion in einem Pokal oder Ligaspiel zeigen würden.

04.01.2013
11:45
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von zeiglerrulez | #7

Das war ja klar, dass hier so mancher den Reflex nicht unterdrücken kann und die alte Ballack-Geschichte aus der Schublade holen muss.
Wobei: Das eine hat mit dem anderen ja wohl überhaupt nichts zu tun. So sehr Kevin-Prince Boateng in der Vergangenheit auch charakterliche Schwächen offenbart haben mag, so sehr haben er (und seine Mannschaftskollegen) eine absolut angemessene Reaktion auf die abstoßenden Provokationen des braunen Pöbels gezeigt.

04.01.2013
11:11
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von Bramarbas | #6

Es geht doch nicht um die Gesamtbeurteilung der Lebensleistung des Kevin-Prince Boateng sondern schlicht darum, dass er sich deutlich gegen rassistische Äußerungen des Anwesenden Publikums zu Wehr gesetzt hat.

Nicht mehr und nicht weniger.

Und in diesem Fall, hat er nicht nur alles richtig gemacht sondern ist sogar (und das kann man bei Kevin-Prince Boateng wirklich nicht häufig sagen) ein Vorbild!

04.01.2013
10:28
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von Hutmacher | #5

Kevin-Prince Boateng, ... Das ist doch der sympathische Zeitgenosse, der kurz vor der WM 2010 in Südafrika dem Michael Ballack in einem FA-Cup-Spiel von schräg hinten derart brutal in die Beine gegrätscht hat, daß Ballack für mehrere Monate nicht mehr einsatzfähig war. Na sowas ... Beim Austeilen gaaaanz groß, aber beim Einstecken eine Riesenmimose.

1 Antwort
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von Otto99 | #5-1

Und wie war das mit den Autospiegeln?

04.01.2013
09:23
Zeichen müssen auch gedeutet werden...
von 2drift | #4

sonst ist die Signalkraft dahin !

Dass der italienische Fuppesfan (die Verallgemeinerung ist mir bewusst) gerne das kackbraune Leibchen anzieht, um Egoklippen zu umschiffen (Klippen vs. Schiffbruch - ein absoluter Kracher) - liegt in deren Kultur begründet. Geht man in Deutschland noch an den Stammtisch, um das Ärmchen zu heben, machts der Italiener gerne offiziell (siehe Berlusconi die 3. - und Action)

Dass der Dunkelhäutige an sich (Ironie siehe oben) da verständlicherweise aus der Haut fährt - wer kann es Ihm verdenken ? Womöglich der, der sich nicht mit optischen Migrationsmakeln wider dem Einheitsgedankenbrei herumschlagen muss... Kevin - meine Hochachtung !!!

2 Antworten
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von manollo | #4-1

Hahahah,
selten so wenig gelacht, wie bei diesen vielen Wortspielen (hihi Fußball ist ja auch ein Spiel hihihi)

Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von JOJOJONNY | #4-2

Ich fühle mich an Freunde erinnert, die reden bis keiner mehr versteht, dass sie gerade nichts sagen.

04.01.2013
09:23
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von Otto99 | #3

Hoffentlich ist Boateng im Privatleben genauso zurückhaltend, wie er es von anderen fordert.

2 Antworten
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von halunke | #3-1

Sind das nicht zwei verschiedene Paar Schuhe?
Er hat sich nicht beschwert, weil er beleidigt, sondern rassistisch angefeindet wurde.

Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von Otto99 | #3-2

Ich glaube nicht, dass man das in der Berliner Szene unterscheidet.

04.01.2013
09:13
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von Otto_Normalverbraucher | #2

@generationidentitaire
Meinst Du die Frau mit den zwei Gesichtern, die im Karnevalsverein zwar einen auf ganz bieder und bürgerlich macht, um dann auf anderen "Veranstaltungen" bestimmte Bevölkerungsgruppen diskriminiert?
Die ist mir bei dem Thema beim besten Willen nicht eingefallen!

Apropos Thema:
Da wurde ein Zeichen gesetzt, was ich sehr gut finde und auch in Deutschland bei so manchem Sportereignis angebracht wäre!

2 Antworten
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von generationidentitaire | #2-1

Ich hab in keinem der Songtexte von Diskriminierungen gegen Bevölkerungsgruppen gelesen, lass mich aber gerne eines Besseren belehren! Quelle?

Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von knutknutsen | #2-2

Quelle?
-Lieber nicht. Ich google doch nicht nach Nazi-Songs und generiere Hits für Menschenfeinde!

04.01.2013
08:44
Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von generationidentitaire | #1

Als ich zuerst die Schlagzeile "Diskriminierung" gelesen habe dachte ich, es geht um die Frau ich Essen welche aus dem Karnevalsclub ausgeschlossen wurde.

2 Antworten
Karneval ?
von 2drift | #1-1

Wirklich ?

Was hat das Diplom "wie man Pointen so richtig verkackt" gekostet ?
Ich empfehle :
- Zynismus - richtig angewandt
- Klassenclown - Berufung kraft Grenzdebilität
- Immer über die eigenen Witze lachen - 10 Grundregeln für den Aushilfscomedian

Darüber hinaus würde ich mir ernsthafte Gedanken über Ihre Rechts-Links-Verbindung machen ! Bei der Schlagzeile auf ne Olle in Essen abzustellen - bleibt auch nach mehrmaliger Humorkontrolle völlig deplatziert... Alles Gute

Boateng vom AC Mailand setzt ein Zeichen gegen Rassismus
von generationidentitaire | #1-2

GG. Artkl. 3

"Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

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