Blitzmanns Wunschzettel

Dortmund..  Eigentlich zählt Pierre-Emerick Aubameyang nicht zu den zurückhaltenden Typen in der Fußball-Bundesliga: Tore bejubelt der Offensivspieler aus Gabun schon mal mit einer Spiderman-Maske, im Sommertrainingslager erfreute er die Fotografen, als er mit seinem Fahrrad einige Meter auf dem Hinterrad zurücklegte, und das Auto, mit dem er täglich bei Borussia Dortmund zum Training vorfährt, ist auch eher kein dezentes Modell.

Bittet man den 25-Jährigen allerdings darum, ein paar Sätze auf Deutsch zu sagen, wehrt er ab – obwohl er Fragen in der für ihn noch einigermaßen neuen Sprache schon sehr gut versteht: „Wenn ich soweit bin, werde ich natürlich auf Deutsch antworten“, lässt er durch den Übersetzer übermitteln. „Wenn, dann will ich es gut und richtig machen.“

Denn das ist die andere Seite Aubameyangs – seinem Beruf und allem, was damit zu tun hat, geht er mit viel Professionalität und einem hohem Anspruch an sich selbst nach. 20 Saisontore hat er im Sommer als Ziel ausgegeben – nicht jedem im Verein hat diese forsche Ansage gefallen. Doch bislang hat der Stürmer seinen Worten Taten folgen lassen: Zum jüngsten 3:0 beim SC Freiburg trug er zwei Tore und eine Vorlage bei, auch sonst hatten die Freiburger arge Mühe mit dem Spieler, der den wohl schnellsten Antritt in der Bundesliga hat. Wettbewerbsübergreifend kommt er auf zwölf Treffer und sieben Assists – beides Spitzenwerte beim BVB.

Die Partie in Freiburg zeigte auch wieder einmal, dass der Gabuner im Sturm deutlich besser aufgehoben ist als im Mittelfeld. Ganz vorne kann er seine Schnelligkeit und Abschlussstärke am besten einbringen – weiter weg vom Tor kann er seine Schwächen im Kombinations- und Passspiel nicht ausreichend kaschieren. Auch im heutigen Spiel gegen Mainz 05 (20.30 Uhr) würde Aubameyang gerne die Position im Sturmzentrum bekleiden – was er aber nur verklausuliert einfordert: „Ich kann auch links oder rechts spielen, das ist überhaupt kein Problem“, sagt er. „Aber von Natur aus bin ich Stürmer, habe früher immer Stürmer gespielt, und da fühle ich mich immer sehr wohl. Und das habe ich jetzt, glaube ich, auch bewiesen.“

Tatsächlich scheint er sich erst einmal festgespielt zu haben im Sturmzentrum. Den teuren, aber noch immer mit den neuen Anforderungen fremdelnden Neuzugang Ciro Immobile und den etwas weniger teuren, aber nicht weniger fremdelnden Neuling Adrian Ramos hat er zunächst einmal auf die Bank oder gar auf die Tribüne verdrängt. Und so klingt es glaubhaft, wenn Aubameyang zuletzt kolportierte Wechselgerüchte zurückweist. „Ich habe hier noch viele Ziele, die ich erreichen möchte“, sagt er – und nennt zunächst den Klassenerhalt und in näherer Zukunft wieder internationale Spiele mit dem BVB.

Ersteres ist dank seiner Tore gegen den SC Freiburg wieder etwas näher gerückt, letzteres durch die unter der Woche erfolgte Vertragsverlängerung von Marco Reus. „Das ist ein starkes Signal für viele Spieler und für den Verein“, sagt Aubameyang: „Dass Dortmund alles versucht hat, diesen Spieler zu halten, weil er Ziele hat für die Zukunft. Nicht nur mitzuspielen sondern die Ziele, die Borussia Dortmund immer anstrebt.“

Aubameyangs Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2018 – er wird die Signale also weiterhin auf dem Platz setzen müssen.