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Biathletin Miriam Gössner sprüht dieser Tage vor Optimismus

04.01.2013 | 17:44 Uhr

Oberhof.   Miriam Gössner ist in der Loipe so schnell wie kaum eine andere Biathletin. Beim Schießen lernt sie täglich hinzu. Nur die Vergleiche mit der zurückgetreteten Magdalena Neuner, so ihr Trainer Gerald Hönig, "machen ihr das Sporttreiben nicht einfacher".

Eine Geschichte aus dem Leben von Miriam Gössner steht seit Freitagnachmittag auf dem Index. Kein Wort will die junge Frau aus dem Werdenfelser Land mehr über ihren rasanten Gewichtsverlust im Sommer 2012 verlieren. Zehn Kilo speckte die blonde Biathletin in der Vorbereitung auf diese Saison ab, verteilt nun dezente 100 Pfund auf 167 Zentimeter Körpergröße – und will es auf dieser Tatsache auch beruhen lassen. „Zu dem Thema möchte ich einfach nichts mehr sagen“, erklärt Gössner, die mit weißer Wollmütze in dem gut beheizten Raum sitzt, ärgerlich. Doch es ist der einzige Moment, in dem sie ein bisschen böse wird.

Denn sonst sei es bei ihr schließlich so, erzählt sie: „Es gibt keinen Grund, schlecht gelaunt zu sein.“ Schon gar nicht in diesem Winter, in dem Gössner als bislang erfolgreichste Skijägerin des DSV auch beim Staffelrennen von Oberhof wieder die deutlich schnellste Zeit im deutschen Quartett hinlegte. Und das, obwohl sie als Einzige im Team in die Strafrunde musste, und das gleich zwei Mal. Der unangenehme Oberhofer Wetter-Mix aus Nieselregen und Nebel hatte bei ihrem Stehendanschlag die freie Sicht durch den Diopter verhindert. Und was hat Miriam Gössner daraus gelernt? „Dass ich beim nächsten Mal einfach mal durch den Diopter puste“, lächelt die 22-Jährige.

Biathlon
Deutsche Biathletinnen feiern Platz drei in Oberhof

Mit der Absage von Schlussläuferin Andrea Henkel galten die deutschen Biathletinnen beim Auftakt des Heimspektakels von Oberhof nicht als Favoritinnen auf einen Podestplatz. Doch das Quartett kompensierte selbst zwei Strafrunden und freute sich am Ende über Rang drei.

Die frühere Langläuferin sprüht in diesen Wochen vor Optimismus – und plant für den Sprint am Samstag eine Fortsetzung ihrer drei Podiumsplätze beim letzten vorweihnachtlichen Weltcup in Pokljuka. „Ich will auf jeden Fall wieder ganz vorne mitmischen und werde von Beginn an voll angreifen“, verspricht sie. Sehr zur Freude von Gerald Hönig, der seinerseits nichts mehr von den lästigen Querverbindungen zwischen Gössner und deren Freundin Magdalena Neuner hören will.

Vergleiche mit Neuner machen es Gössner nicht leichter

„Ich würde, auch um Miriam mal was Gutes zu tun, diesen Vergleich nicht immer herziehen. Das macht ihr das Sporttreiben nicht leichter, und das merkt man ihr auch an“, bittet der Trainer der deutschen Biathletinnen um Einäscherung dieser medialen Dauerschleife. Allerdings nicht, ohne vorher auf die zentrale Gemeinsamkeit in Gössners und Neuners Biathletinnenleben verwiesen zu haben.

„Wenn man mal zurückschaut: Wie schwankend waren auch Lenas Schießleistungen?“, erwähnt Hönig und fragt fast erbost: „Wie oft hat sie beste Ergebnisse verballert? Extrem verballert. Bei ihr ging es auch ständig hoch und runter.“ Als denkwürdiges Beispiel nennt Hönig die Frauenstaffel vom letzten Jahr in Oberhof, als Neuner, „in Führung liegend, den greifbar nahen Staffelsieg verschossen hat, mit vier Strafrunden stehend.“

Magdalenas Abschied

Zwei Tage vor Silvester hat sich die Wallgauerin mit einem groß inszenierten Tusch auf Schalke endgültig aus der Biathlonwelt verabschiedet. Und es scheint nicht ausgeschlossen, dass Miriam Gössner in einigen Jahren mit ähnlichem Tamtam ins Privatleben verabschiedet wird. Denn auch sie ist entspannt, freundlich, bringt beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere mit.

Andreas Morbach


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