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Berti Vogts denkt auch mit 65 nicht an die Rente

29.12.2011 | 15:23 Uhr
Berti Vogts denkt auch mit 65 nicht an die Rente
Mit 65 Jahren immer noch ehrgeizig und voller Pläne: Berti Vogts. Foto: Nigel Treblin/dapd

Essen.   Den Geburtstag verbringt der frühere Bundestrainer Berti Vogts mit seinem Sohn Justin und ein paar Freunden in Dubai, weil er seine Ruhe haben möchte. Im Fußballgeschäft ist er aber noch umtriebig wie immer.

Das Bild war beeindruckend. Berti Vogts stand allein vor der Kurve, in der die deutschen Fans feierten. Wembley, Sommer 1996, die deutsche Nationalmannschaft hatte gerade den Europameistertitel gewonnen. Und ihr Trainer verneigte sich vor den Anhängern, inszenierte mit ihnen auch noch La Ola.

Zwei Jahre war später war Berti Vogts seinen Job als Bundestrainer los.

Die WM 1998, der Viertelfinal-K.o. gegen Kroatien in Frankreich, wurde ihm zum Verhängnis. Schon 1994 in den USA war die deutsche Nationalelf im Viertelfinale ausgeschieden, in der öffentlichen Gesamtabrechnung wurde der EM-Titel dazwischen eher wie ein Zufallstreffer bewertet. Berti Vogts hatte nie den Bonus eines Franz Beckenbauer oder eines Rudi Völler. Der Mann, der als Spieler den Terrier gab und sich 1974 den Weltmeistertitel schnappte, konnte auch als Trainer das Image des wenig eleganten Fußball-Arbeiters nie ablegen.

Harte Kritik an MV

An diesem Freitag wird Berti Vogts, der Borussia Mönchengladbachs große Zeit mitprägte, 65 Jahre alt. Kürzlich verlängerte er den Vertrag als Nationaltrainer von Aserbaidschan, der Gedanke an Rente, sagt er, „ist nichts für mich“. Gerade erst hat er den früheren DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder attackiert , weil der seine Jugend-Förderpläne ignoriert habe. Vogts in seiner besten Rolle: immer noch der alte Wadenbeißer.

Peter Müller

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Kommentare
30.12.2011
12:59
Berti Vogts denkt auch mit 65 nicht an die Rente
von EbbesRache | #1

ach, der Berti...
Sicher, man hat ihm viel Unrecht getan zu seiner Zeit als Bundestrainer.
Aber ich glaube, er war einfach auf der falschen Position damals. Mit dem immer stärker werdenden Medientheater in den 90ern war er überfordert. Er wirkte (und wirkt) bei Kritik oft persönlich beleidigt und verstieg sich zum Teil sogar in abenteuerliche Verschwörungstheorien. Fachlich aber ist er glaube ich ein Guter gewesen. Er hätte DFB-Jugendkoordinator werden sollen für die von ihm zurecht geforderten Programme. Wäre wohl der passendere Posten für ihn gewesen.
Manchmal musste man sich ja sogar ein bisschen für ihn schämen, wenn er etwa den sehr akribisch (und mittlerweile auch sichtbar erfolgreich) arbeitenden Max Eberl in einer Schärfe persönlich kritisierte, dass es schon peinlich war.
Aber , wie gesagt, öffentliche Auftritte waren seine Sache eben nie so ganz.
Alles Gute, Berti!

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