Beide Hockey-Teams bei Olympia dabei 

Der Deutsche Hockey-Bund kann das "Unternehmen Olympia am Zuckerhut" voll in Angriff nehmen. Eine Woche nach dem souveränen Durchmarsch der DHB-Herren in Buenos Aires sicherten sich die deutschen Damen als Dritte der World League in Valencia ebenfalls das direkte Ticket nach Rio.

Valencia.. Im "kleinen Finale" besiegte die Auswahl von Bundestrainer Jamilon Mülders den Mitfavoriten Argentinien 3:1 (1:1, 0:1) im Penaltyschießen. Matchwinnerin war erneut Torfrau Kristina Reynolds, die nur eine Penalty passieren ließ. Marie Mävers, Lisa Altenburg und Jana Teschke verwandelten eiskalt. "Wir sind sehr stolz", erklärte Spielführerin Franzisca Hauke.

"Wir sind sehr, sehr froh, dass beide Mannschaften nach Rio fahren", erklärte Sportdirektor Heino Knuf. Für den klammen Verband sei die Qualifikation "existenziell wichtig" und wegen des frühen Zeitpunkts und der Planungssicherheit "eine super-komfortable Sache".

"Wenn die Spielerinnen nach der Rückkehr am Montag in den verdienten Urlaub gehen, dann legen wir auf der Straße nach Rio los", berichtete Knuf, dessen Damen ein steiniger Weg nach Brasilien vorhergesagt worden war. Nun gelang der Sprung gleich im ersten Versuch. Wie bei den Herren kämpfen dort im kommenden Jahr zwölf Mannschaften um Medaillen. Die Top-Drei von Valencia und des am Samstag gestarteten World-League-Turniers von Antwerpen sind direkt dabei. Hinzu kommen die fünf noch zu ermittelnden Kontinentalmeister plus der Gastgeber.

Auf Deutschlands Hockey-Asse ist Verlass, sie bleiben eine feste Größe bei Olympia. Und eine Bank, was Medaillen angeht. Zuletzt gab es 2000 in Sydney kein Edelmetall. 2004 holten die Herren Bronze und die Damen unter Markus Weise sensationell Gold, was der Hamburger 2008 in Peking und 2012 in London mit den Herren wiederholen konnte. Nicht zuletzt der World-League-Triumph vorige Woche in Argentinien zeigte, dass der Weg zum Olympiasieg nur über die DHB-Herren führt.

So weit sind die Damen noch nicht. Das nach dem siebten Rang 2012 von Mülders übernommene und durch viele Talente neu aufgebaute Team ist aber auf dem besten Weg zurück in die Weltspitze. Die Deutschen boten auch ohne die verletzten Führungskräfte Julia Müller und Katharina Otte in Valencia überzeugende Spiele, was noch fehlt ist Konstanz. Das zeigte sich beim planlosen 0:0 gegen Südafrika, im Viertelfinale, als sie im Penaltyschießen (3:2) etwas mehr Glück als die Spanierinnen und in Kristina Reynolds die überragende Torfrau hatten. Und im Halbfinale gegen Großbritannien (0:1) ließen sie neun Strafecken ungenutzt. Es bleibt noch einiges zu tun bis Rio.