Bei Hertha geraten Kraft und Ronny aneinander

Zoff auf dem Trainingsplatz: Bei Hertha BSC gerieten Ronny und Thomas Kraft aneinander.
Zoff auf dem Trainingsplatz: Bei Hertha BSC gerieten Ronny und Thomas Kraft aneinander.
Foto: Imago Sportfotodienst
Was wir bereits wissen
Spieler von Hertha BSC Berlin mussten am Donnerstag einen Streit beim Training schlichten. Torhüter Thomas Kraft und Ronny waren aneinandergeraten.

Berlin.. Im Training des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC ist es am Donnerstag zu einem Streit zwischen Torhüter Thomas Kraft und Mittelfeldspieler Ronny gekommen. Um ein Handgemenge zwischen den beiden zu verhindern, griffen einige Berliner Mitspieler schlichtend ein. „Die Mannschaft lebt, solche Sachen gehören zum Fußball dazu“, sagte der neue Hertha-Trainer Pal Dardai drei Tage vor dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg.

Stürmer Sandro Wagner verpasste wegen Fiebers die Übungseinheit des Berliner Bundesligisten. Der zuletzt wegen einer gelb-roten Karte gesperrte Kapitän Fabian Lustenberger wird in der Partie am Sonntag beim niedersächsischen Tabellenzweiten in die Elf zurückkehren. Dardai plant anders als sein entlassener Vorgänger Jos Luhukay, den Schweizer Lustenberger wieder im defensiven Mittelfeld aufzustellen. „Lusti kann sehr gut antizipieren und das Tempo rein- und auch wieder rausnehmen“, begründete Herthas neuer Chefcoach sein Vorhaben. Unter Luhukay war Lustenberger oft in der Innenverteidigung aufgelaufen.

Pal Dardai kann damit rechnen, nicht nur kurzfristig die Bundesliga-Mannschaft der Berliner trainieren zu dürfen. Für Hertha-Manager Michael Preetz ist die Berufung des Ungarn bei dem abstiegsgefährdeten Bundesligisten kein Experiment. „Ich bin von ihm inhaltlich überzeugt“, sagte Preetz im Interview mit dem Fachmagazin Kicker.

Vertrauen in Kalou

Auch der Rückschlag durch die 0:2-Niederlage im eigenen Stadion gegen den SC Freiburg nach dem vorherigen 2:0-Auswärtssieg bei Mainz 05 habe sein Vertrauen in das Trainerteam mit Pal Dardai und Rainer Widmayer nicht beschädigt, sagte Preetz. „Dass in ein paar Tagen nicht alles gut wird, war vorher klar“, erklärte der frühere Torjäger.

Dennoch habe er gegen Freiburg „mehr Selbstvertrauen“ erwartet. „Wir brauchen auf dem Platz mehr Entschlossenheit und eine andere Körpersprache“, forderte Preetz. Einen Mangel an Führungsspielern habe er beim Tabellen-17. indes nicht ausgemacht.

Preetz verteidigte die in der Kritik stehenden Ronny und Salomon Kalou. „Er besitzt Qualitäten, die wir brauchen werden. Wir können nicht auf ihn verzichten“, urteilte Preetz über Kalou, der mit der Elfenbeinküste den Afrika-Cup gewann. Den brasilianischen Mittelfeldspieler Ronny werde er nicht aufgeben, sagte Preetz: „Dass er mehr kann und mehr zeigen muss, ist auch klar.“

Mit dem Thema Abstieg und persönlichen Konsequenzen beschäftige er sich nicht, betonte Preetz. „Solche Szenarien haben in meinen Gedanken keinen Platz.“