Beachvolleyball-WM: Laboureur/Sude schon vor K.o.-Runde

Das einzige deutsche Duo ohne Nationalteam-Status steht bei der Beachvolleyball-WM in den Niederlanden bereits vor der K.o.-Runde.

Rotterdam.. Chantal Laboureur und Julia Sude sind bisher die große Saisonüberraschung der schwarz-rot-goldenen Sandwühler - und auch bei der Weltmeisterschaft verbuchten die 25-jährige Laboureur (Stuttgart) und die zwei Jahre ältere Sude (Friedrichshafen) bereits ihren zweiten Vorrundensieg.

Die erfahrene Sude hat mit fünften Plätzen bei WM und EM sowie einem nationalen Meistertitel 2010 schon Top-Platzierungen erreicht, für die zwei Jahre jüngere Laboureur ist es die WM-Premiere. "Wir freuen uns riesig, dass wir bei diesem Event dabei sind und die Chance haben, viele wichtige Punkte auch für die Olympia-Qualifikation zu sammeln", sagte Block-Spezialistin Sude.

Als deutsches Frauen-Team Nummer vier in die Saison gestartet und deshalb auch ohne die Verbands-Förderung für Nationalteams, haben sich Laboureur/Sude auf der Welttour durch nationale sowie internationale Qualifikationen gekämpft und mit guten Ergebnissen die drei etablierten Nationalduos in Zugzwang gebracht. "Ich denke, der Konkurrenzkampf ist natürlich gerade in der Phase der Olympia-Qualifikation extrem und man schenkt sich nichts", bemerkte Laboureur, die schon die Militär-WM und die U23-EM gewonnen hat.

In ihrem zweiten WM-Spiel bezwangen Laboureur/Sude in Amsterdam Meriem Boucheta und Louiza Bayou aus Algerien sicher mit 2:0 (21:10, 21:7). Mit dem zweiten Sieg ist der Einzug in die Playoffs so gut wie sicher, denn neben den Gruppen-Ersten und -Zweiten ziehen auch die acht besten Dritten in die K.o.-Phase ein. "Der Aufwand ist genauso groß wie bei den Nationalteams und wir trainieren genauso hart", betonte Sude. "Es ist schön, dass ein viertes Team konstant Druck macht", bemerkte Andreas Künkler, Verbands-Vizepräsident für Beach.

"Unser Team hat sich auch um eine Person erweitert. Zu unserem Trainer Burkhard Sude, meinem Papa, haben wir seit dieser Saison den griechischen Coach Spyros Karachalios engagiert", berichtete Julia Sude. Vater Sude, der als Zahnarzt arbeitet, war nach einer erfolgreichen Karriere in der Halle einer der ersten deutschen Beachvolleyballer, später im Sand auch Bundestrainer. "Natürlich skypen wir jeden Tag mit unserem Telefonjoker", berichtete Tochter Julia. "Dazu kommt Jörg Ahmann, bei dem ich in den vergangenen Jahren in Stuttgart immer trainiert habe", ergänzte Chantal Laboureur.

Auch die WM-Dritten von 2013, Jonathan Erdmann und Kay Matysik aus Berlin, starteten mit einem deutlichen 2:0 (21:13, 21:13) gegen die Südafrikaner Grant Goldschmidt und Leo Williams erfolgreich ins WM-Turnier. "Das Favoritenfeld ist groß. Das ist die Chance für alle, auch für uns, da reinzustoßen", erklärte Routinier Matysik.