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Kommentar

Bayern-Ultras verdienen Respekt

08.07.2011 | 18:33 Uhr

Essen.  Die Vorbehalte einiger Fan-Gruppen des FC Bayern gegen Manuel Neuer sind nicht ausgeräumt. Für die Bosse ein Ärgernis. Wohl deshalb, weil sie sich bisher nicht vorstellen konnten, dass sie auch Anhänger haben, denen der Erfolg nicht über alles geht.

Donnerwetter. Was eine doch angeblich nur verschwindend kleine Minderheit alles erreichen kann. Ein einziges Plakat mit einer eher harmlosen Botschaft an Manuel Neuer reichte, um die Bayern-Bosse in Wallung zu bringen. Karl-Heinz Rummenigge jedenfalls stand nach eigenen Worten „kurz vor einem Tobsuchtsanfall“ und veranlasste wenig später, dass die dafür verantwortliche Fan-Gruppierung kurzerhand ganz offiziell als „persona non grata“ abgestempelt wurde, was auch immer dies für Konsequenzen haben könnte.

Da hatten die Münchener Verantwortlichen geglaubt, mit einer Gesprächsrunde jene Anhänger wieder auf Kurs gebracht zu haben, die der Verpflichtung des Nationaltorwarts aus Schalke von Anfang an skeptisch bis ablehnend gegenüber standen. Und dann dieser Rückfall!

Ist ja auch kaum zu glauben, dass der Rekordmeister – wider alle Erwartungen – offenbar tatsächlich über Fans (wie wenige auch immer) verfügt, denen der Erfolg nicht über alles geht. Und die verstehen, warum ihre Kollegen aus Schalke sich von Manuel Neuer so extrem enttäuscht, um nicht zu sagen: „verraten“ fühlen.

Letztlich spricht aus dem Verhalten beider Fan-Lager die romantische Sehnsucht nach einem Fußball, in dem auch Profis bei aller Unterwerfung unter die Gesetze des Marktes noch Herz zeigen. So unumstritten der Fußballer Neuer als deutsche Nummer 1 ist – als Mensch hat er, wie nur wenige vor ihm, mit seinem Wechsel sowohl Fans seines alten wie seines neuen Klubs gegen sich aufgebracht.

Sich nicht von heute auf morgen mit Spielern identifizieren zu wollen, die gestern noch das Emblem ihres bisherigen Vereins küssten, ist zunächst einmal ein Charakterzug, der Respekt verdient. Und der den FC Bayern zum Nachdenken anregen sollte statt reflexartig Drohungen auszustoßen. Die Gelassenheit, die Rummenigge seinem neuen Torhüter in dieser Angelegenheit bescheinigte, wäre auch dem Bayern-Vorstandschef zu wünschen gewesen.

Reinhard Schüssler



Kommentare
14.07.2011
16:34
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von lightmyfire | #53

Die Ultras üben durch ihre Benimmregeln das Hausrecht des Vereines aus und das ist nicht statthaft. Wann hat es das in Europa schon einmal gegeben?

14.07.2011
16:12
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von lightmyfire | #52

Mittlerweile verdienen die Ultras des FCB keinen Respekt mehr, weil sie Verhaltensregeln für MN aufstellen, die einem Verbot der freien Meinungsäußerung und der Entfaltung des Persönlichkeitsrechtes gleich kommt gleich kommt. Sie sprechen von ihrer Südkurve als wäre es ihr Eigentum. Sie gehen einen schmalen Grad. Die Vorschriften sind kindisch.

11.07.2011
13:47
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von miasanmia | #51

da trieft der neid aus jeder zeile.
ist ja niedlich :)

11.07.2011
07:24
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von muckl100772 | #50

ich bin weder bayern noch schalke fan, aber diesen kommentator hätte ich gerne gehört (gelesen), wenn das gleiche auf schalke passiert wäre...

10.07.2011
16:30
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von lightmyfire | #49

#47 marwang

Bitte nicht das Stadion mit der heimischen Scholle verwechseln. Im Stadion gelten die Grundrechte wie Meinungsfreiheit vor dem Recht des Stadionverbotes, weil das Stadion ein Allgemeinplatz ist.

10.07.2011
16:12
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von lightmyfire | #48

#47 marwang

So weit sind wir noch nicht, dass nur angepasstes Verhalten nach Vorgabe der Vereinsführung geduldet wird.

Hier ein Ausszug aus den Richtlinien
zur einheitlichen Behandlung
von Stadionverboten:

§ 1 Definition, Zweck und Wirksamkeit des Stadionverbots
( 1 ) Ein Stadionverbot ist
- die auf der Basis des Hausrechts
- gegen eine natürliche Person
- wegen sicherheitsbeeinträchtigenden Auftretens im Zusammenhang
mit dem Fußballsport, insbesondere anlässlich einer Fußballveranstaltung,
o innerhalb oder außerhalb einer Platz- oder Hallenanlage
o vor, während oder nach der Fußballveranstaltung
- festgesetzte Untersagung
- bei vergleichbaren zukünftigen Veranstaltungen
- eine Platz- oder Hallenanlage zu betreten bzw. sich dort aufzuhalten.

Die Vorbehalte einiger Fan-Gruppen des FC Bayern gegen Manuel Neuer waren kein sicherheitsbedenkliches Auftreten und wurde bereits von Seiten des FCB geklärt.

10.07.2011
15:46
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von marwang | #47

@46 da bayern in der arena hausrecht besitzt haben sie das recht auch hausverbote zu erteilen,aber wie immer keine ahnung davon reichlich

10.07.2011
15:22
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von lightmyfire | #46

Wer einen Tobsuchtanfall hatte kann nicht gelassen reagieren, weil das ein Widerspruch ist. Stadionverbot in solchen Fällen sind nicht rechtens und waren nur eine Überlegung. Die Aussage dazu war eine Übereaktion, Rummenige als Vorstand gab ein schlechtes Beispiel und zeigte, dass Führungspositionen vor Fehlverhalten nicht schützen.

Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht. Es darf aber nicht dazu führen, dass eine Minderheit die Geschicke des Vereins lenken wollen. Das ist dann wieder ein Widerspruch der demokratischen Regeln.

Für mich stellt sich die Frage, ob diese Menschen nicht ein anderes Ventil haben ihre Romantik auszuleben, weil es die Erfüllung im Fußball so nicht mehr gibt und der Erfolg über die Romantik steht. Ein Fußballer ist nicht in der Lage gesellschaftliche Defizite auszugleichen. Wer ist sich immer treu? Ein Traum, der von dem anderen zu erfüllen ist?

10.07.2011
11:30
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von Lieber_nicht | #45

Einer der wenigen Fälle, wo ich einmal einer Meinung mit Herrn Schüssler bin !!

10.07.2011
06:53
Bayern-Ultras verdienen Respekt
von tuschhe04 | #44

#43
Stefan - endlich einer der die Situation erkannt hat. Kommentare über MN haben hier nichts mehr zu suchen ! Dazu hat wahrscheinlich jeder seine eigene Meinung - nur das fadenscheidige Geschwafel der geht einem auf den S....k ! Anscheinend habe die alle Lageweile oder vergessen welche emotionalen Ergüsse sie selbst allen Leuten sugerieren wollten (Ich denke da nur an den Wechsel von Andreas Möller zum S04). Langsam ist es genug und wir sollten uns alle mal wieder auf Fußball konzentrieren.

Königsblau bis in den Tod
tuschhe

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