Bayern-Star Iwabuchi will mit Japan ins WM-Finale

Edmonton..  Mit nur 1,55 Metern Körpergröße gehört Mana Iwabuchi selbst bei den zierlichen Japanerinnen zu den Kleinsten. Doch spätestens seit ihrem Treffer zum 1:0-Sieg im WM-Viertelfinale gegen Australien in Edmonton drei Minuten vor dem Spielende gehört die Mittelfeldspielerin von Bayern München zu den ganz Großen im Team der Nadeshiko. „Wahnsinn. Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich wollte das Tor unbedingt, nachdem ich in den ersten beiden Spielen ja nicht helfen konnte“, sagte die 22-Jährige nach ihrem vierten und wichtigsten Länderspieltor.

Iwabuchi strahlt dieser Tage in Kanada über das ganze Gesicht, und vor dem Halbfinale gegen England am Mittwochabend (1.00 Uhr, ZDF und Eurosport live) in Vancouver hat sie offenbar Gefallen gefunden am Toreschießen: „Ich mach ja nicht viele Tore, aber jetzt will ich mehr.“

Weltmeister-Trainer Norio Sasaki hatte Iwabuchi gegen Australien in der 72. Minute auf den Kunstrasen geschickt. Und als seine Maßnahme 15 Minuten später fruchtete und Iwabuchi ihr Team mit ihrem späten Treffer (87.) vor der Verlängerung bewahrte, jubelte der 57-Jährige ungewohnt euphorisch. „Ich habe Mana bei der Einwechslung gesagt, dass das ihr Moment werden würde. Es habe ein wenig gedauert, doch am Ende habe sie es geschafft.

Iwabuchi träumte nach dem Halbfinal-Einzug schon vom Finale gegen Deutschland oder die USA (Halbfinale in der Nacht zu heute erst nach Redaktionsschluss beendet).

Mit den Bayern-Nationalspielerinnen Melanie Behringer, Melanie Leupolz, Lena Lotzen und Leonie Maier feierte Iwabuchi Anfang Mai die deutsche Meisterschaft auf dem Münchner Marienplatz.

Der Titelverteidiger fälllt bei dieser WM in Kanada durch seine geradezu minimalistische Torausbeute auf. Japan gewann alle fünf bisherigen WM-Spiele mit nur einem Treffer Unterschied, die jeweils von unterschiedlichen Spielerinnen erzielt wurden. Das unterstreicht die Ausgeglichenheit und Unberechenbarkeit der Nadeshiko.