Bayern legen ein 0:0 vor

Lwiw..  Im eisigen Lwiw, wo der ukrainische Meister Schachtjor Donezk wegen der Krise in seiner Heimat das Heimspiel austragen musste, hat sich der FC Bayern München in Unterzahl mit einem torlosen Unentschieden alle Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale der Champions League erhalten. In einem hitzig geführten Kampfspiel sah Münchens Xabi Alonso bei seinem 100. Einsatz in der Fußball-Königsklasse in der 65. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

Mit zehn Mann rettete sich der Bundesliga-Spitzenreiter am Dienstag über die 90 Minuten und beendete damit vor 34 000 Zuschauern seine außergewöhnliche Ukraine-Mission mit dem Minimalziel. Im Achtelfinal-Rückspiel am 11. März ist gegen den Europa-League-Sieger von 2009 nun allerdings ein Sieg Pflicht für die Münchener.

Im Angriff nicht perfekt

„Es ist immer schöner, wenn man auswärts ein Tor erzielt“, bilanzierte Bayern-Trainer Pep Guardiola. „Wenn man das nicht macht, wird es gefährlich. Unser Heimspiel müssen wir jetzt gewinnen. Aber wir werden das auch schaffen.“

Drei Tage nach dem locker herausgespielten 8:0-Schützenfest gegen den Hamburger SV machte es der ukrainische Champion den Bayern trotz seiner fehlenden Spielpraxis alles andere als leicht. Die Münchener waren zwar auch im ersten Champions-League-Spiel des Jahres das dominierende Team, ließen es aber bei ihren Offensivaktionen zu häufig an Präzision fehlen.

Einen schwarzen Abend erlebte Xabi Alonso bei seinem Jubiläum in der Champions League. Der Spanier kam im Zweikampf mehrmals zu spät, handelte sich in der 24. Minute für eine Grätsche gegen Taison Gelb ein und musste nach 65 Minuten nach einem weiteren Foul an Alex Teixeira vom Feld. Da auch der etwas weiter vorgezogen operierende Bastian Schweinsteiger nicht richtig ins Spiel fand, blieb bei den Angriffsbemühungen der Münchener vieles Stückwerk.

Trotz der frostigen Temperaturen um minus fünf Grad entwickelte sich ein hitziges Spiel, in dem die Bayern den mit sechs Brasilianern angetretenen ukrainischen Meister anfangs gehörig unter Druck setzten. Gerade einmal 97 Sekunden waren gespielt, als Arjen Robben Schweinsteiger bediente, dessen Volleyschuss von der Strafraumgrenze knapp am Tor von Andrej Pjatow vorbeiflog.

Die fast ausgelassene Stimmung auf den Rängen im Ausweich-Spielort Lwiw wurde noch besser, als es Schachtjor nach 69 Tagen ohne Pflichtspiel allmählich gelang, sich mit Zweikampfhärte aus der Umklammerung der Münchener zu befreien. Im Spiel nach vorne ging allerdings auch von Torjäger Luiz Adriano kaum Gefahr aus.

Warten auf Fehler

Den Bayern winkte in der 31. Minute die Führung, als Franck Ribéry den Ball auf Müller ablegte, der aber unkonzentriert über das Tor schoss. Von Ribéry war ansonsten nicht viel zu sehen.

Unter dem Motto „Warten auf den Fehler des Gegners“ stand die zweite Halbzeit, die erneut viele Scharmützel auf dem Rasen, aber kaum technisch feinen Fußball bot. Erst duellierte sich Ribéry mit Douglas Costa, der den Ellbogen ausfuhr, dann geriet Alonso mit Luiz Adriano im Zweikampf aneinander. Für einen vergleichsweise harmlosen Rempler musste der Spanier dann mit Gelb-Rot vom Feld, aber auch in Unterzahl behielt Pep Guardiolas Elf das Heft in der Hand.