Bayer Leverkusen zieht Hammerlos FC Barcelona - Bayern gegen FC Basel
16.12.2011 | 14:41 Uhr 2011-12-16T14:41:11+0100
Nyon. Bayer Leverkusen hat das wohl attraktivste aber zugleich auch schwierigste Los gezogen. Im Achtelfinale der Championsleague trifft das Team von Trainer Robin Dutt auf den Titelverteidiger FC Barcelona. Noch immer ist die Mannschaft um Superstar Lionel Messi das Maß der Dinge im europäischen Vereinsfußball. Bayern München hat mit dem FC Basel dagegen Losglück gehabt.
Als "Glücksfee" Paul Breitner das Hammerlos in den Händen hielt, fiel den Verantwortlichen von Bayer Leverkusen im ersten Moment vor Schreck die Kinnlade runter . Denn schlimmer konnte es für den Fußball-Bundesligisten bei der Champions-League-Auslosung nicht kommen. Weltfußballer Lionel Messi und Titelverteidiger Barcelona sind im Achtelfinale eine schier unüberwindliche Hürde.
"Wir hatten uns einen Gegner gewünscht, der nicht so stark ist wie Barcelona", sagte Robin Dutt mit ernster Miene. Doch nachdem Leverkusens Trainer den ersten Schock verdaut hatte, überwog die Freude: "Wir können uns mit dem besten Team der Welt messen, das ist doch auch schon was. Diese Chance hast du schließlich nicht jeden Tag."
Dagegen herrschte in München trotz Dauerregens am Freitag eitel Sonnenschein . Klar: Ex-Nationalspieler Breitner beglückte seinen FC Bayern in Nyon mit dem FC Basel. Doch der Deutsche Meister ist gewarnt, schließlich haben die Schweizer in der Vorrunde Manchester United ausgeschaltet. Die Hinspiele finden am 14./22. Februar statt, die Rückspiele sind für den 6./14. März vorgesehen. Leverkusen hat zunächst Heimrecht, die Bayern müssen zuerst auswärts antreten.
Leverkusener Homepage stürzt ab
Ganz Fußball-Deutschland fiebert dem Leverkusener Spiel des Jahres gegen Barca entgegen. Kaum war der Knaller perfekt, da stürzte auch schon die Bayer-Homepage ab, weil so viele Fans auf einmal auf die Webseite zugriffen. "Wir spielen gegen die beste Mannschaft der Welt. Wir sind krasser Außenseiter, aber wir freuen uns", sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. Meinolf Sprink hält ein Weiterkommen auf legalem Weg für unmöglich. "Da müssen wir den Messi wohl entführen", sagte der Bayer-Sprecher schmunzelnd, als er nach den Chancen befragt wurde.
Völler verspricht den Fans, dass sich Bayer nicht vor Barca verstecken wird. Beim Blick auf die Bilanz muss dem Bundesligisten vor dem übermächtigen Gegner aber nicht bange sein. Sechsmal spielte Bayer im Europapokal gegen die Katalanen. Dabei gab es zwei Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen. Gutes Omen: Zweimal schon führte der Weg über Barcelona in ein Finale.
Zuletzt verloren
1988 schaltete Bayer im Viertelfinale den FC Barcelona aus und gewann später den UEFA-Pokal. Als Leverkusen 2001/2002 in der Champions League das Endspiel gegen Real Madrid verlor, war Barcelona in der Vorrunde Gegner gewesen. Die letzten beiden Vergleiche mit dem Top-Klub aus Spanien in der Zwischenrunde der Champions League verlor der Bundesligist 2002/2003 allerdings 1:2 und 0:2.
Heynckes freut sich über "lösbare Aufgabe"
Gelassen reagierte dagegen der deutsche Rekordmeister auf das Los. "Der FC Basel ist eine lösbare Aufgabe", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes, der aber viel von den Schweizern hält: "Sie haben eine hoch talentierte Mannschaft mit viel Europacup-Erfahrung und ein enthusiastisches Publikum." Für Kapitän Philipp Lahm ist klar: "Wir gehen als Favorit ins Achtelfinale."
Superstar Arjen Robben warnt aber: "Manchester weiß jetzt, wie stark Basel ist. Aber wir gehen mit viel Selbstvertrauen in die Partie und wollen weiterkommen." Sportdirektor Christian Nerlinger freut sich bereits auf das Wiedersehen mit dem Basels Trainer Heiko Vogel: "Schließlich wurde er einst beim FC Bayern ausgebildet."
Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge betonte sofort, dass der FC Bayern den FC Basel nicht auf die leichte Schulter nehmen wird. "Unterschätzen darf man niemanden mehr, weder Basel noch Nikosia, noch irgendeinen anderen der vermeintlich angenehmen Gegner." An der nötigen Motivation werde es den Spielern ohnehin nicht fehlen, weil sie das große Ziel, Finale, vor Augen hätten, sagte Rummenigge. Und das steigt am 19. Mai schließlich in der heimischen Fußball-Arena in München.

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