Showdown im Frankenland: Bamberg will Bayern entthronen

Jetzt gilt's! In den letzten 40 Minuten einer langen und spektakulären Basketball-Saison fällt die Entscheidung über den deutschen Meister. Stoßen die Brose Baskets Bamberg Titelverteidiger Bayern München vom Thron?

Bamberg.. Oder holt das Starensemble von der Isar die zweite Meisterschaft in Serie und zementiert damit seinen Status als deutsche Nummer eins? Es ist nur folgerichtig, dass es die Antworten auf diese Fragen erst an diesem Sonntag (15.00 Uhr) im allerletzten Spiel und nach den wohl besten Playoffs der vergangenen Jahre gibt.

Als "Festival des Basketballs" bezeichnete Bayern-Coach Svetislav Pesic die bislang hochklassige Serie zwischen den beiden bayerischen Rivalen, die in Sachen Intensität, Dramatik und Niveau nahtlos an das atemberaubende Halbfinal-Duell zwischen den Bayern und ALBA Berlin anknüpft. Den Vergleich mit dem dritten großen "B" entschieden die Münchner im fünften Spiel in der Verlängerung für sich.

Vorteil München? "Ein fünftes Spiel ist etwas ganz Besonderes - da kann alles passieren", wiegelte Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic ab. Das 83:73 in der vierten Partie der "Best-of-Five"-Serie am Mittwoch hat dem Titelverteidiger aber noch einmal einen mentalen Schub gegeben. "Nun ist es ein Endspiel. Nur der Sieger wird deutscher Meister", sagte Nationalspieler Heiko Schaffartzik und fügte selbstbewusst hinzu: "Es liegt an uns. Wenn wir unseren Stiefel spielen, werden wir in Bamberg Meister."

Doch es gibt in der Bundesliga wohl keinen schwierigeren Ort für einen Sieg als die Brose Arena. Die Franken haben in "Freak City" erst ein einziges Heimspiel in dieser Bundesliga-Saison verloren - das erste Endspiel gegen die Bayern. "In Bamberg zu gewinnen, das wird hart. Man arbeitet das ganze Jahr für den Heimvorteil", sagte Anton Gavel.

Der Ex-Bamberger kämpft weiter um seinen Einsatz, die Schmerzen an der verletzten Hüfte lassen nach. Seine Teamkollegen hoffen, dass er es rechtzeitig schafft. "Er ist unser bester Verteidiger und ein Schlüsselspieler in unserem Team", sagte der 21 Jahre alte Point Guard Vasilije Micic, der in Spiel vier eine starke Leistung gegen Bambergs zuvor überragenden Spielmacher Bradley Wanamaker zeigte.

Allerdings haben die Bayern in der entscheidenden Saisonphase auch mit persönlichen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Nach Dusko Savanovic musste am Freitagmorgen auch Jan-Hendrik Jagla den Tod seines Vaters betrauern. Beide wollen am Sonntag aber spielen.

Für die Bamberger wird es unter anderem darauf ankommen, dass sie Wanamaker zurück ins Spiel bringen und ihre größere Athletik besser ausspielen. "Es wird wieder ein Krieg", sagte Baskets-Center Trevor Mbakwe. Der Amerikaner setzt wie alle beim Hauptrundenersten auf die stets fanatische Unterstützung der eigenen Fans. "Das ist das Heimspiel, wofür man die ganze Saison gekämpft hat."

Moralische Unterstützung bekommen die Bamberger auch wieder von NBA-Star Dennis Schröder. Nachdem der Nationalspieler von den Atlanta Hawks in München kein Ticket bekommen hatte, wird er am Sonntag seinem Kumpel Daniel Theis wieder in der Arena die Daumen drücken. Das kleine Scharmützel um den zweitbesten deutschen Basketballer nach Dirk Nowitzki ist nur einer von vielen Randaspekten, die diese Finalserie so interessant machen. Schade, dass die Saison am Sonntag zu Ende geht.