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Wunder kann Turek für Phoenix nicht bewirken

23.10.2009 | 23:52 Uhr
Wunder kann Turek für Phoenix nicht bewirken

Bonn. Er hatte einen starken Einstand, aber Wunder konnte John Turek nicht bewirken: Ein zweites Mal - nach der überraschenden Schlappe in der Vorbereitung - ließ sich der deutsche Basketball-Vizemeister Telekom Baskets Bonn von Phoenix Hagen nicht ärgern.

Im heimischen Dome rückten die Telekom Baskets Bonn beim 82:59 (39:26) gegen den Bundesliga-Aufsteiger vielmehr die Kräfteverhältnisse zurecht. Seit dem Aufstieg 1996 ist Bonn fester Bestandteil der Basketball-Bundesliga, den Hardtberg erobern konnte ein Hagener Team seither nie. Siebenmal trat Brandt unweit des Bundesverteidigungs-Ministeriums an, jedes Mal setzten sich die Gastgeber in Magenta durch. Meist deutlicher als beim letzten Hagener Auftritt in der Hardtberghalle, als Steve Ibens & Co. am 1. Februar 2003 den ersten Coup beim 76:78 nur knapp verpassten.

Bonner Dominanz ab dem zweiten Viertel

Sechseinhalb Jahre später spielt der Vizemeister nur einen Fußmarsch entfernt im schicken Telekom-Dome, doch an der Bonner Dominanz im West-Duell hat sich wenig geändert. Das müssen die 300 Hagener Fans unter 4920 Besuchern spätestens ab dem zweiten Viertel registrieren. Dass Aufsteiger Phoenix das Potential hat, Vizemeister Bonn zu ärgern, kann er nur im ersten Spielabschnitt andeuten.

Der neue Phoenix-Center John Turek lieferte eine gute Partie zum Einstand ab. (Foto: Jörg Laube)

Nach der 10:3-Führung der Gastgeber (5. Minute) stören die Hagener den Bonner Spielaufbau wirkungsvoll, Jonathan Kale, Bernd Kruel und Chase Griffin führen sie wieder heran. Als Phoenix-Coach Ingo Freyer nach acht Minuten erstmals Neuzugang John Turek - gerade 24 Stunden in Deutschland - aufs Feld beordert, ist alles offen (12:11). Dabei bleibt es bis zur Viertelpause (18:17), auch weil sich der US-Center - allem Jetlag zum Trotz - mit Zug zum Korb und enormer Sprungkraft gut einführt.

Kruel schnell mit vier Fouls

Was Turek noch nicht kennen kann, ist die notorische Phoenix-Schwäche in Viertel zwei. Diesmal leitet sie Kruel - an seiner ehemaligen Wirkungsstätte auch von den Bonner Fans freudig begrüßt - nach dem 22:21 (13.) ein, als er in einer Szene sein drittes und - weil er sich darüber erregt - technisches viertes Foul kassiert. Die tiefer besetzten Gastgeber setzen sich daraufhin bis zur Pause ab, auch weil Phoenix offensiv nun zunehmend konzeptlos agiert und den Ball nicht mehr unter den Korb bringt. Sichtbarer Ausdruck sind zwei „Airballs” von Aaron Fleetwood und dem wie Spielmacher-Kollege Chase Griffin blassen Andre McGee.

Auch nach der Pause wehren sich die Gäste zunächst nicht stärker, beim 49:28 durch acht Punkte von Bryce Taylor in Folge (23.) droht eine Lehrstunde. Freyer reagiert mit dem Dreierwechsel, neben Turek kommen die Youngster Malte Schwarz und Dominik Spohr. Es wirkt, bis zum 57:44 (29.) ist Phoenix nun auf Augenhöhe. Doch da im Angriff weiter vieles Stückwerk bleibt, während Bonns John Bowler Gegenspieler Kale nun vor unlösbare Rätsel stellt, ziehen die Gastgeber wieder davon.

Coach Freyer beklagt "Bruch" im zweiten Viertel

Beim 75:52 (37.) hat Freyer ein Einsehen und bringt die zweite Fünf, mit der Top-Besetzung ist an diesem Abend nicht viel Staat zu machen. „Im zweiten Viertel hatten wir einen Bruch”, bedauerte der Coach, „danach hat sich keiner mehr erinnert, was wir eigentlich spielen wollten.” Eine positive Erkenntnis nahmen die Gäste aber mit: „John Turek hat ohne Training schon ganz gut gespielt”, fand Freyer.

Axel Gaiser

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