Sparks verleiht Phoenix Hagen Flügel
15.01.2012 | 20:58 Uhr 2012-01-15T20:58:00+0100
Bremerhaven. Basketball: Neuer Aufbauspieler führt Hagen zu einem 88:83-Erfolg bei den Eisbären Bremerhaven
Manchmal macht ein Spieler den ganz großen Unterschied. Nur eine Woche nach der 88:96-Heimniederlage gegen die Eisbären Bremerhaven revanchierte sich Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen mit einem 88:83 (44:45)-Sieg bei den Nordseestädtern eindrucksvoll. Und daran hatte der frisch verpflichtete US-Spielmacher Patrick Sparks großen Anteil.
Die Stimmung an der Nordsee war reichlich unterkühlt. Die bösen Erinnerungen an die 77:107-Pleite in der Vorsaison hatten die Eisbären-Fans noch im Hinterkopf, nun mussten sie in heimischer Stadthalle erneut den Außenseiter jubeln sehen. 1,8 Sekunden waren noch zu spielen, da ballte Phoenix-Trainer Ingo Freyer die Faust und klatschte erleichtert Patrick Sparks ab. Der 28-jährige Amerikaner - erst am Mittwoch aus der Ukraine kommend zum Team gestoßen - hatte bei den Gästen so überlegt Regie geführt, als würde er dies seit Saisonbeginn tun. „Er war in einer Form, die ich im ersten Spiel nicht für möglich gehalten hätte“, lobte Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann.
Dabei war Sparks nicht der Topwerfer, seine sechs Punkte erzielte er indes im Schlussviertel, als es darauf ankam. Und was der 28-Jährige im Spielaufbau machte, hatte Hand und Fuß. Ganz starke 13 Vorlagen servierte er seinen Teamkollegen, vor allem die lange Phoenix-Garde profitierte von seinem Spielwitz. „Dass drei Große unsere besten Werfer sind, hat es auch noch nicht gegeben“, bekannte Coach Freyer. Der zuletzt so blasse Jordan Hasquet blühte an Sparks’ Seite auf, traf bei seinen 19 Punkten vor allem aus der Distanz sicher, mehr unter dem Korb fand der neue Mann in Adam Constantine (15) und Zygimantas Jousas (14) seine Abnehmer. Und wehrte nach der Schlusssirene alle Lobeshymnen bescheiden ab. „Das war ein großer Teamsieg“, hob Sparks hervor, „dass ich das Spiel organisiere, dafür hat man mich ja geholt.“
Freyer hatte Sparks direkt in die Startfünf beordert, auch ohne Wettkampfpraxis stand der Neuzugang mit 36 Minuten am längsten auf dem Feld. Für ihn musste Center Edward Seward pausieren, von den nun acht Phoenix-Ausländern dürfen nur sieben spielen. Und von Beginn an hatte Sparks das Kommando und sorgte dafür, dass sich eine hoch spannende Partie entwickelte.
In der ließen sich die Hagener nicht abschütteln, als Bremerhavens Topwerfer Anthony Smith (18) per Dreier die Gastgeber auf 67:62 etwas enteilen ließ (28.). Im Gegenteil - fir folgende 8:0-Serie brachte Phoenix in Front. Und als Bremerhaven noch einmal beim 77:79 bedrohlich aufkam, nahm Sparks 62 Sekunden vor der Schlusssirene erstmals aus der Distanz Maß – und traf die Gastgeber ins Mark.
„So einen Aufbauspieler wie Hagen hätte ich mir heute auch gewünscht“, resümierte Eisbären-Trainer Douglas Spradley nach dem Spiel. Es war unschwer zu erraten, wen er meinte.
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