Phoenix meldet sich nach München-Pleite eindrucksvoll zurück

David Bell war bei Phoenix Hagen der herausragende Spieler.
David Bell war bei Phoenix Hagen der herausragende Spieler.
Foto: Jörg Laube
Was wir bereits wissen
Phoenix Hagen hat die herbe Niederlage in München offenbar gut weggesteckt. Gegen Göttingen zeigte sich das Team von Beginn an dominant.

München.. Die 79:124-Schlappe beim Meister in München bleibt ein einmaliger Ausrutscher, vorerst jedenfalls. Bei der BG Göttingen meldete sich Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen eindrucksvoll zurück, schaffte mit 83:73 (36:28) den schon siebten Auswärtssieg. Und etwa 300 in drei Bussen und etlichen Pkw mitgereiste Fans feierten hingebungsvoll, baten Phoenix-Coach Ingo Freyer an dessen 44. Geburtstag zur „Humba“. Für dessen Geschenk hatte zuvor maßgeblich der herausragende Kapitän David Bell mit 31 Punkten gesorgt. „David war von der ersten bis zur letzten Minute unser Kopf“, würdigte der Coach.

Für Freyer war der blau-gelbe Konfetti-Regen nicht gedacht, auch wenn der Phoenix-Coach Geburtstag hatte. Die Hagener Fans hatten ihr Team wieder in großer Zahl begleitet, zeigten dies von Beginn an lautstark und optisch. Und sorgten nach dem ersten Angriff so für eine kurze Reinigungs-Unterbrechung. Auch in der Folge dominierten die Gäste, durchgängig singend und trommelnd, die Akustik auf den Rängen. Das Freyer-Team tat es ihnen gleich, führte vom Hochball weg.

Phoenix-Kapitän Bell trifft aus allen Lagen

Vor allem dank Bell, der seine ersten drei Dreier gleich verwandelte und zur Pause schon 17 Zähler zu Buche stehen hatte. Zum 6:6 (3. Minute) glich Göttingens Raymar Morgan noch aus, dann setzte sich Phoenix erstmals ab (13:6, 6.). Und nur weil sich die Hagener einige überflüssige Fehler leisteten, kamen die Gastgeber wieder heran (16:15, 8.). Doch erneut Bell ließ die im auswärts-untypischen Gelb gewandeten Gäste schnell wieder wegziehen. Der Phoenix-Kapitän traf aus allen Lagen, die Göttinger dagegen verzeichneten eine ganz schwache Wurfquote vor der Pause. Nur ein Dreier fiel bei 13 Versuchen, auch etliche Korbleger verpassten sie. Unter dem Korb griffen Morgan und Co. zwar weit robuster zu als die Hagener, die dennoch vorn blieben. Beim 36:26 (19.) durch Todd Brown war der Vorsprung erstmals zweistellig.

Ramsey Dass die Hausherren das Werfen nicht komplett verlernt hatten, zeigten sie nach Wiederbeginn, die ersten beiden Dreier von Jamal Boykin und Dominik Bahiense de Mello saßen (40:38). Im Ergebnis indes setzte sich der Trend der ersten Hälfte fort: Göttingen kam heran, glich aber nie aus, Phoenix setzte sich wieder ab. Weil neben Bell jetzt auch Larry Gordon seinen Wurfrhythmus fand, 15 Punkte trug der lange verletzte Flügelspieler bei.

Göttings Coach findet lobende Worte

Beim 60:49 (28.) durch Urule Igbavboa lagen die Hagener wieder klarer vorn, im Schlussviertel indes kehrte man zurück zum Drama. Denn nun drehte auch Khalid El Amin auf, der sich mit Bell ein episches Duell lieferte. Sein Vierpunktspiel zum 68:67 knappe fünf Minuten vor dem Ende ließ die Fans der Veilchen hoffen, zumal Bell sein viertes Foul sah. Doch die Gäste behielten die Nerven, nach dem 72:70 – El Amin hatte seinen vierten Dreier in diesem Viertel getroffen (37.) – waren es Dino Gregory, Keith Ramsey und Brown, die den Zwischenspurt zum 78:70 bewirkten. 100 Sekunden vor dem Ende war die Entscheidung gefallen, es wurde Zeit für die Feierlichkeiten. „Auswärtssieg!“, hatten die Phoenix-Fans schon in Halbzeit eins skandiert, nun war er Realität. Und Göttingens Coach Johan Roijakkers räumte ein: „Hagen war von Anfang an die bessere Mannschaft.“

Göttingen: Ruoff (8), El Amin (21), Morgan (14), de Mello (10), Spohr, Godbold (11), Boykin (8), Kulawick, Kamp, Njei (1), Onwuegbuzie.Phoenix Hagen: Bell (31), Gregory (8), Gordon 817), Nixon (6), Brown (8), Ramsey (4), Geske (3), Igbavboa (4), Bleck (2).