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Phoenix legt Alba-Stars aufs Kreuz

12.01.2011 | 23:31 Uhr
Phoenix legt Alba-Stars aufs Kreuz
David Bell

Hagen.Sensation in Hagen: Phoenix besiegte die Stars des Basketball-Konzerns Alba Berlin mit 92:86 (50:40). Die Halle kochte, als die letzten Sekunden herunter tickten.

Es war noch nicht lange gespielt, aber es sah schon ziemlich schlecht aus für Phoenix Hagen, als Jacob Burtschi einen Kaugummi aufhob, den der Berliner Sven Schultze verloren hatte. Es war die letzte Dienstleistung für die Stars des Basketball-Konzerns Alba Berlin gestern Abend in Westfalen.

In einem spektakulären Bundesliga-Spiel hob der Außenseiter den hohen Favoriten aus der Hauptstadt mit 92:86 (50:40) aus den Angeln. Die Halle kochte, als die letzten Sekunden herunter tickten. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, sang das entzückte Publikum, dem unerwartet mitten in einer grauen Woche ein schillernder Feiertag beschert worden war.

Draußen regnete es Katzen und Hunde, drinnen ging der Stern der „Feuervögel“ auf: 2827 Zuschauer waren gekommen, um ihr Team im Duell mit den Promis der Berliner Welt-Auswahl zu sehen. Am Ende feierten sie ausgelassen den dritten Sieg in Folge - ein Triumph, der den Klub mit dem wohl kleinsten Budget der Liga dem Klassenerhalt ein gutes Stück näher bringt.

Phoenix begann nervös, lag schnell klar im Rückstand. Ein Desaster schien seinen Lauf zu nehmen, doch dann zog Hagen mit leidenschaftlicher Defensivarbeit und guter Trefferquote dem entgeisterten Gegner den Zahn. Zur Halbzeit führten die furiosen Gastgeber mit 50:40. Die Berliner waren mit den Nerven mächtig runter, als sie Pause machten. Nationalspieler Patrick Femerling verstrickte sich in eine Rangelei mit Hagens Physiotherapeuten, Phoenix-Manager Oliver Herkelmann griff als Schlichter ein.

Gereizt fielen die Berliner nach dem Seitenwechsel über die Phoenix-Truppe her, machten deren Vorsprung zunichte und gingen selbst in Führung. Es war die größte Überraschung des Abends, dass Hagen diesem Angriff widerstand und ein zweites Mal das Spiel drehte.

Brillante Eigenwerbung

Phoenix betrieb brillante Eigenwerbung. Das Medieninteresse war hoch, weil Berlin mit dem aus Ankara zurückgekehrten Nationalspieler Heiko Schaffartzik anreiste. Doch die Attraktion kam nicht zum Einsatz - stattdessen bekamen die Reporter eine Hagen-Show zu sehen. David Bell gelangen 25, Jacob Burtschi 19 Punkte. Einen fabelhaften Auftritt hatte Mark Dorris, der auf dünnen Beinen geschmeidig zwischen den Berliner Schränken unterwegs war. Das Alba-Spiel war auf Derrick Allen zugeschnitten, der auf 37 Punkte kam, aber schließlich müde zusehen musste, wie die Bälle in den Berliner Korb fielen.

„Alba zu besiegen ist wie im Fußball die Bayern zu schlagen“, freute sich Manager Herkelmann über den ersten Hagener Erfolg gegen Berlin seit fast elf Jahren: „Aber wir werden jetzt keine Briefbögen oder T-Shirts drucken lassen.“ Am Sonntag fasst Phoenix den vierten Sieg in Serie ins Auge - im Spiel bei Alba Berlin.

Klaus Theine

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