Phoenix läuft Drachen von Beginn an hinterher
29.01.2012 | 20:09 Uhr 2012-01-29T20:09:00+0100
Hagen. Ihren Schrecken haben die Drachen auch im sechsten Duell nicht verloren. Immerhin, es wurde nicht so heftig wie bei der Rekordpleite zu Jahresbeginn. Doch auch bei der 85:95 (40:49)-Heimniederlage gegen die Artland Dragons führte Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen nicht einmal.
Es blieb nur die Erkenntnis der Überlegenheit eines Titelaspiranten - und das Kompliment von Gäste-Coach Stefan Koch: „Hagen hat sich sehr deutlich gesteigert im Vergleich zu unserem ersten Treffen.“
Die Gastgeber liefen hinterher, und das nicht erst nach dem Hochball. Schon beim Einlaufen im Kunstnebel verpassten die Akteure von Phoenix Hagen ihren Einsatz, im allgemeinen Geräuschbrei drangen die Ankündigungen der Spielernamen von Hallensprecher Uwe Schröer offenbar nicht bis in den Kabinengang vor. Auf dem Parkett fand dies seine Fortsetzung, ähnlich indisponiert ließen die Gastgeber direkt die Artland Dragons das Kommando übernehmen. Der Airball von Jordan Hasquet passte ins Bild, gut zwei Minuten und zwei verstolperte Bälle von Patrick Sparks später hieß es 0:9.
Dann traf der Phoenix-Neuzugang bei seinem Heimdebüt zwar per Dreier, doch präsenter wirkten weiter die ungemein athletischen Gäste. Unter den Körben verbreiteten Anthony King mit seinen Blocks und Nathan Peavy Angst und Schrecken, so dass Phoenix den Weg dorthin kaum noch suchte und im Startviertel ausschließlich von jenseits der Dreierlinie traf. Und im Aufbau hatte von Beginn an „Zauberzwerg“ David Holston das Heft in der Hand. Mit seiner Schnelligkeit ließ der 1,70 m kleine US-Spielmacher nicht nur Sparks alt aussehen, seine Pässe fanden auch immer wieder die unter dem Korb freistehenden King und Peavy. Dagegen waren die Gäste auf den noch in Bremerhaven so starken Sparks gut vorbereitet, doppelten ihn früh und nahmen ihm fast jede Wirkung.
Resultat war ein Hagener 12:28-Viertelrückstand, der böse Erinnerungen an die 50-Punkte-Klatsche vom 2. Januar wach werden ließ. Den Hagener Fans schwante Böses, erste Pfiffe wurden laut. Fast körperlos habe man agiert, befand Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann später, während sich Trainer Ingo Freyer über die fehlenden Emotionen beim Auftakt ärgerte: „Das darf uns nicht passieren wie im ersten Viertel. Wenn wir am Anfang voll da gewesen wären, vielleicht wäre es dann noch enger geworden.“
Immerhin zeichnete es seine Schützlinge aus, dass sie verspätet doch ins Spiel fanden. Routinier Bernd Kruel zog als Erster beherzt zum Korb, zu seinen sechs Zählern kam ein Dreipunkt-Spiel von Brandon Brooks, beim 21:28 (12.) sah sich Koch zur Auszeit genötigt. Mit aggressiverer Defensive erzwang Phoenix nun einige Ballgewinne, näher als beim 24:30 nach dem Dreier von Zygimantas Jonusas kam man indes nicht heran. Dazu agierten die Gäste um den überragenden Holston, die den Vorschusslorbeeren eines ernsthaften Titelaspiranten eindrucksvoll gerecht wurden, einfach zu stabil. Beim 24:38 (15.) hatten sie sich wieder abgesetzt, gefühlt war ihre Überlegenheit größer als der für Phoenix passable 40:49-Pausenstand es aussagte.
Ihr entsprach schon eher das 62:82 nach Darren Fenns Dreier (32.), doch auch jetzt kämpfte sich Phoenix noch einmal zurück. Bis zum 75:85 durch den später wieder überdrehenden Brandon Brooks (35.) kam man noch einmal heran, dann beendete Holston seine kurze Verschnaufpause auf der Bank und regelte die Angelegenheit mit sieben Zählern in der Schlussphase höchstselbst. Und Freyer bedauerte: „Er war nicht zu stoppen, egal welchen Spieler ich gegen ihn gestellt habe.“
Statistik:
Phoenix Hagen - Artland Dragons
85:95 (40:49)
Phoenix Hagen: Brooks (10, 6 Rebounds, 3 Assists), Jonusas (18, 3/8 Dreier), Blackwood (6, 3 Assists), Spohr, Carter (15, 6 Rebounds, 3 Assists), Kruel (12), Hasquet (10, 1/5 Dreier), Constantine (8, 6 Rebounds), Sparks (6, 2/5 Dreier, 4 Ballverluste). Artland Dragons: King (20, 8 Rebounds, 4 Blocks), Strasser (3), Njei, Holston (28, 4/7 Dreier, 7 Rebounds, 9 Assists, 4 Steals), Bailey (4), Grünheid (1), Doeinck, Fenn (8), Thomas (3), Peavy (20), Hess (8).
Spielviertel: 12:28, 28:21, 20:27, 25:19.
Teamstatistik: 47:58% Wurfquote, 10/26:8/17 Dreier, 15/18:21:34 Freiwürfe, 32:35 Rebounds, 15:20 Assists, 11:14 Ballverluste, 6:4 Steals, 2:5 Blocks. - 3025 Zuschauer.
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