Phoenix ist im Artland Außenseiter, aber nicht chancenlos

Keith Ramsey zählt zu den Spielern, die sich gegenüber der 62:75-Niederlagen in Trier steigern müssen.
Keith Ramsey zählt zu den Spielern, die sich gegenüber der 62:75-Niederlagen in Trier steigern müssen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Im letzten Spiel des Jahres bekommt es Phoenix Hagen mit den Artland Dragons zu tun. Und die haben laut Coach Freyer "an Qualität hinzugewonnen".

Hagen.. Letzte Ausfahrt Quakenbrück. Mit einem Gastspiel bei den Artland Dragons beendet Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen am Dienstag das Sportjahr 2014. Sprungball in der Artland Arena ist um 18.30 Uhr. Wenn das Team von Trainer Ingo Freyer rechtzeitig ankommt, was angesichts ständiger Kontakte zum Wetterdienst kein Problem werden sollte. Die Abfahrt zum knapp 200 Kilometer entfernten Spielort in Niedersachsen ist für 13.30 Uhr veranschlagt. „Sollte es die Witterung erforderlich machen, fahren wir früher los“, ist der Phoenix-Tross laut Geschäftsführer Oliver Herkelmann auf alle Fälle vorbereitet.

Auch was den Gegner angeht, wähnen sich die Feuervögel gerüstet. „Bei den Artland Dragons weiß man, was man bekommt“, sagt Phoenix-Coach Freyer, der den Quakenbrückern attestiert, „an Qualität eher noch hinzugewonnen zu haben.“ An den Ergebnissen abzulesen war dies zuletzt allerdings nicht: Die letzten sieben Pflichtspiele verlor das Team von Trainer Tyron McCoy. Das letzte Erfolgserlebnis datiert vom 29. November, als es einen 103:94-Erfolg nach Verlängerung gegen Bremerhaven gab. Es folgten drei Pleiten im Eurocup, aus dem man inzwischen ausgeschieden ist, und vier Niederlagen gegen die Ligagrößen Alba Berlin (58:97, auswärts), in Ulm (86:88), gegen Bamberg (56:76) und bei Bayern München, wo es zuletzt ein 75:91 gab.

Einziger Sieg gegen Artland Dragons gelang vor zwei Jahren

Basketball-Bundesliga Dennoch weiß Oliver Herkelmann: „Wenn wir bei den Dragons antreten, sind wir nicht der Favorit.“ Mit „Außenseiter, aber nicht chancenlos“ lässt sich die Ausgangsposition der Freyer-Truppe wohl am besten beschreiben. Vor zwei Jahren, Anfang Januar 2013, gelang den Feuervögeln mit 104:93 der erste und bisher einzige Sieg im Artland. Nachdem David Bell und Co. in dieser Saison schon einige Male, zum Beispiel in Ulm und Bonn, positiv überraschen konnten, muss auch ein Erfolg in Quakenbrück kein Ding der Unmöglichkeit bleiben. „Allerdings brauchen wir dazu von Leistungsträgern wie Todd Brown, Keith Ramsey oder auch Zamal Nixon, der mit der Zonenpresse nicht zurecht kam, mehr als sie der Mannschaft in Trier geben konnten“, darüber ist sich Herkelmann im klaren. Auf Larry Gordon (Muskelfaserriss), Jonas Grof (Bänderriss) und Marcel Keßen (Nationalmannschaftsmaßnahme) muss Ingo Freyer im letzten Spiel des Jahres verzichten.

Dass mit 1,98-m-Mann Gordon einer der besten Rebounder fehlt, mindert den Respekt der Artländer vor ihrem heutigen Gegner nicht: „Sie werden dadurch noch kleiner und noch schneller“, sagt Dragons Co-Trainer Dirk Schiller über die Phoenix-Korbjäger, „weil sie viel Eins-gegen-eins spielen, müssen wir die Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler gut kennen.“

David Holstons Einsatz bei Artland Dragons ist fraglich

Basketball Zu den stärksten Akteuren der Gastgeber, die zuletzt den Sprung ins Playoff-Halbfinale schafften, zählen Shooting Guard Antonio Graves, mit 13 Punkten im Schnitt Topscorer der Dragons, Center Anthony King, die Flügel Brandon Thomas und Lawrence Hill sowie die knapp 2,10 m großen deutschen Akteure Andreas Seiferth und Guido Grünheid. Sie und ihre Kollegen wollen im letzten Spiel des Jahres in die Erfolgsspur zurückkehren.

Offen war am Dienstag noch, ob David Holston, der zuletzt wegen einer Gehirnerschütterung fehlte, heute wieder für die Artland Dragons auflaufen kann. Der nur knapp 1,70 m große US-Spielmacher erzielt durchschnittlich 10,3 Punkte im Spiel und gehört mit 5,5 Assists pro Partie zu den besten Passgebern der BBL.