Phoenix Hagen muss ohne Ramsey zu den Bayern-Hünen

Keith Ramseys Physis wird den Hagenern gegen Bayern fehlen.
Keith Ramseys Physis wird den Hagenern gegen Bayern fehlen.
Foto: Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Für ein Spiel konnte Phoenix Hagen in Bestbesetzung antreten. Im schweren Auswärtsspiel bei Bayern München dagegen fehlt wieder eine Stammkraft. Keith Ramsey zog sich einen Bänderriss zu und fällt mehrere Wochen aus.

Hagen.. Es gibt gewiss günstigere Zeitpunkte für diese Aufgabe, die eine der schwersten der Basketball-Bundesliga ist. Gastgeber FC Bayern München, der aktuelle deutsche Meister, hat nach vielen Verletzungssorgen das Team fast wieder komplett - und zeigte zuletzt überzeugende Auftritte. Bei Phoenix Hagen dagegen fällt mit Keith Ramsey (Bänderriss) die nächste Stammkraft aus. Am Freitag starten Trainer Ingo Freyer und sein Team zur am Samstag (18.30 Uhr) im Münchner Audi Dome angesetzten Partie. Parallel dazu werden in Hagen die Weichen für die neue Phoenix-Gesellschaftsstruktur gestellt: Am Nachmittag ist Notar-Termin für die Gründung der im November beschlossenen Kommanditgesellschaft auf Aktien.

Nur dreimal hatte Phoenix in dieser schon 19 Spieltage alten Saison die erlaubten sechs Importspieler auf dem Parkett, dabei bleibt es vorerst. Nachdem Larry Gordon seinen Muskelfaserriss auskuriert und auch Dino Gregory seine Zerrung überwunden hat, knickte im Training nun Keith Ramsey um und wird mit einem Bänderriss im Fußgelenk mehrere Wochen fehlen. „Eigentlich waren am Anfang der Woche endlich mal alle fit“, sagt Coach Freyer - das aber genau für eine Übungseinheit. Nun fehlt mit Ramsey der Mann, der bei der klaren 74:97-Hinspielniederlage im Oktober gegen die Bayern mit 19 Punkten bester Phoenix-Werfer war. Damals waren die Hagener gerade im Rebound (33:54) gegen die körperlich starken Münchner klar unterlegen. Freyer. „Jetzt haben wir zusätzlich Dino dabei, dafür fehlt mit Keith ein anderer Rebounder.“

Außergewöhnlich breiter Kader

Und gerade über die Center-Hünen John Bryant und Vladimir Stimac lief beim Meister, der am Mittwoch durch ein 90:84 über Olimpija Ljubljana den Sprung ins Achtelfinale des Eurocups schaffte, auch zuletzt viel. Wobei es sich Chefcoach Svetislav Pesic angesichts des breiten Kaders nach der Genesung der Stammkräfte Bryce Taylor und Nihad Djedovic zuletzt leisten konnte, Nationalspieler wie Lucca Staiger, Robin Benzing und Yassin Idbihi komplett auf der Bank oder gar auf der Tribüne zu lassen. Auch der Ausfall des nachverpflichteten US-Spielmachers Bo McCalebb fällt nicht ins Gewicht, da Vasilije Micic gegen Ljubljana sein Comeback feiern konnte. „Die Bayern haben einen außergewöhnlichen Kader mit unglaublicher Tiefe“, weiß Freyer, „sie können ohne Qualitätsverlust durchwechseln. Und aktuell sind sie gut drauf.“

Eigentlich also eine unlösbare Aufgabe für die Hagener, die in der ehemaligen olympischen Basketball-Halle bisher stets deutlich verloren. Aber sie sind mit sechs Siegen in der Fremde aktuell auch drittbestes Auswärts-Team der Liga. „Auch ersatzgeschwächt haben wir da ja schon kuriose Ergebnisse geschafft“, weiß Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, „aber die Bayern sind schon ein anderes Kaliber als Ulm, Bonn oder Artland.“ Nur wenn sehr viel zusammenkomme, so Freyer, habe man eine Siegchance: „Aber vielleicht passiert das ja.“ Von zentraler Bedeutung sei, dass man sehr aggressiv spiele und gegen das körperbetonte Münchner Spiel gegenhalte. „Unsere Spieler müssen das annehmen und nicht verzweifeln, wenn sie unter dem Korb hin und her geschubst werden und die Pfiffe nicht kommen.“