Phoenix Hagen kann gegen Ulm wieder mit Gordon planen

Larry Gordon steht bei Phoenix Hagen kurz vor dem Comeback.
Larry Gordon steht bei Phoenix Hagen kurz vor dem Comeback.
Foto: Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Nach mehr als einem Monat Pause kann Larry Gordon für Phoenix Hagen am Freitag gegen Ulm sein Comeback geben. Auch Todd Brown wird wohl spielen.

Hagen.. Den gestrigen „Tag der Jogginghose“ verbrachten sie noch zuhause, mutmaßlich in selbiger. Zumindest Per Günther allerdings wird am Donnerstag im Bus Richtung alte Heimat sitzen. Der Basketball-Nationalspieler, den Bundesligist ratiopharm Ulm gemeinsam mit dem ebenfalls aus Hagen stammenden Sören Fritze für eingangs erwähnten Anlass Modell stehen ließ, tritt mit seinem Team am Freitag bei Ex-Klub Phoenix Hagen an (20 Uhr, Enervie Arena). Als Tabellenfünfter sind die Ulmer zwar nominell Favorit, doch bei fünf Auftritten an alter Wirkungsstätte ging Günther bisher nur einmal als Sieger vom Feld. Auch das Hinspiel in eigener Arena verlor er mit seiner Mannschaft.

Mit 90:74 siegte Phoenix am 1. November erstmals überhaupt in Ulm, es war der bislang wohl überraschendste Hagener Coup in dieser Saison. Auch weil das Team von Trainer Ingo Freyer da nur fünf Importspieler im Kader hatte - und mit Fabian Bleck und Urule Igbavboa auch noch zwei wichtige Rotationsspieler mit deutschem Pass fehlten. „Damals waren wir einfach die bessere Mannschaft“, erinnert sich Freyer, für das Rückspiel am Ischeland heiße das allerdings gar nichts. Zumal der Phoenix-Coach für Freitag zwar noch auf die bestmögliche Aufstellung hoffen darf, bei der Übungsarbeit aber mehrere Leistungsträger fehlten: „Bisher war das keine schöne Trainings-Woche.“

Phoenix stellt sich auf starke Ulmer Besetzung ein

Gordon Immerhin konnte der länger wegen seines Muskelfaserrisses fehlende Larry Gordon nach einer weiteren Untersuchung erstmals wieder voll einsteigen. „Larry wird spielen können, aber er war einen Monat draußen. Da darf man keine Wunderdinge erwarten“, schränkt Freyer ein, „er muss langsam wieder in den Rhythmus finden und richtig fit werden.“ Gut für Phoenix, dass mit Todd Brown der andere US-Flügelspieler am Mittwochabend die Trainingsarbeit wieder aufnehmen konnte, nachdem ihm Zahnarzt Lars Peter Hegenberg - in den Neunzigern Abteilungsleiter der Brandt-Amateure - einen Sport-Zahnschutz eingesetzt hat. In Bayreuth war Browns Oberkiefer in der letzten Spielszene arg malträtiert worden. So muss lediglich Dino Gregory angesichts einer Muskelzerrung im Oberschenkel bis Freitag pausieren, sein Einsatz gegen Ulm ist aber nicht ausgeschlossen.

Verletzungssorgen auf den großen Positionen haben allerdings auch die Gäste. Der bereits im Hinspiel fehlende Flügelcenter Boris Savovic zog sich in der Allstar-Pause eine Fingerverletzung zu, musste zumindest bei der jüngsten Ulmer 67:76-Heimniederlage gegen Frankfurt passen. Einen starken Kader hat ratiopharm-Trainer Thorsten Leibenath aber auch ohne den Serben zur Verfügung. „Gerade auf den deutschen Positionen ist Ulm überragend besetzt“, findet Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, dem pflichtet Freyer bei: „Von den Namen her besser als Spitzenreiter Alba Berlin.“ Neben Günther sind mit Tim Ohlbrecht und Philipp Schwethelm zwei weitere Nationalspieler Ulmer Stützen, dazu kommen Ex-Phoenixspieler Adam Hess und Isaiah Philmore. Hess darf im Schnitt zwar nur acht Minuten aufs Parkett, im Hinspiel legte er mit 16 Punkten und sieben Rebounds indes persönliche Bestwerte auf. „Er kann dir immer wehtun“, weiß Herkelmann.

Phoenix will Ulm den eigenen Stil aufzwingen

Ausblick Topwerfer des aktuellen Tabellenfünften sind mit Flügel Will Clyburn und dem Slowenen Jaka Klobucar allerdings zwei Importkräfte, auch Maarten Leunen ist korbgefährlich - vor allem aus der Distanz. „Ulm hat ganz andere Möglichkeiten als wir“, weiß Herkelmann, „aber zu Bayern, Berlin oder Bamberg fehlt doch noch ein Stück.“ Eine Chance auf den fünften Sieg in Folge vor großer Kulisse - die Sitzplätze waren schon fast ausverkauft - sieht er deshalb: „Wenn wir denen unseren Stil aufzwingen können.“ In Ulm gelang das eindrucksvoll.