Phoenix Hagen kann gegen Dragons aus dem Vollen schöpfen

Phoenix-Star David Bell (links) brachte im Hinspiel gegen die Artland Dragons die siegbringende Wende.
Phoenix-Star David Bell (links) brachte im Hinspiel gegen die Artland Dragons die siegbringende Wende.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Verletzungspech bei Phoenix Hagen ist Geschichte. Nun will man gegen die Artland Dragons nach dem Hinspiel-Sieg auch das Rückspiel gewinnen.

Hagen.. Diese Nachbarschaft hatte man bei Phoenix Hagen nicht erwartet, schon gar nicht nach zwei Dritteln der Saison. Doch vor dem 22. Spieltag der Basketball-Bundesliga ist es genau so. Tabellenneunter sind die Artland Dragons, Halbfinalist der Vorsaison, nur zwei Punkte dahinter rangieren die Hagener als Zwölfter. Und sollte Phoenix am Samstag (18.30 Uhr/im Live-Ticker) in der Enervie Arena nach dem 85:81-Auswärtscoup in Quakenbrück zum Jahreswechsel auch das zweite Duell gewinnen, würde man die „Drachen“ überflügeln. „Du vergleichst dich nicht mit einem Team wie Quakenbrück, wenn du solche Voraussetzungen hast wie wir vor dieser Saison“, sagt Phoenix-Trainer Ingo Freyer, „doch jetzt tun wir es.“

Sieht man Kader und Ambitionen beider Teams, wäre die Favoritenrolle klar. „Die Dragons haben ganz andere Ansprüche“, weiß Freyer, gemeinsam mit den aktuell ebenfalls schwächelnden Oldenburgern, Ulm und Bonn sieht er das Team von Trainer Tyron McCoy auf den Plätzen vier bis sieben: „Eigentlich ist da nur ein Playoff-Platz übrig für alle anderen.“ In der Realität einer an Überraschungen reichen Saison indes sind die Verhältnisse so klar nicht. Gerade die Dragons, die acht der letzten zehn Spiele verloren haben, fielen zuletzt aus den Playoff-Rängen.

Deutsche Positionen gut besetzt

Dabei konnten sie ihr erfolgreiches Team der Vorsaison um Spielmacher David Holston, Topwerfer Antonio Graves, den Flügeln Brandon Thomas und Lawrence Hill sowie Center Anthony King, der seit einigen Wochen wegen eines Muskelbündelrisses in der Wade fehlt und durch Kenny Frease ersetzt wurde, weitgehend zusammenhalten. Und gewannen mit Nationalspieler Andreas Seiferth und Aufbauspieler David McCray neben Bastian Doreth und Guido Grünheid noch starke Spieler mit einheimischem Pass hinzu.

Abstiegskampf „Gerade auf den deutschen Positionen ist der Kader sehr gut besetzt“, findet Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, „aber im Hinspiel haben unsere Jungs sie ja übertroffen.“ Fabian Bleck, Niklas Geske und Urule Igbavboa trugen da nachhaltig zum Hagener 85:81-Sieg bei. Wie damals auch David Bell, der mit einem frechen Dreier kurz vor der Sirene für die Wende sorgte.

Team wieder komplett fit

Auf den aktuell in blendender Form auftrumpfenden Kapitän setzt Phoenix auch am Karnevalssamstag. Und auf ein endlich komplettes Team, das eine gute Trainingswoche hinter sich hat. „Seit letzten Donnerstag sind alle an Bord und trainieren intensiv“, freut sich Freyer, „das ist einmalig, man fühlt sich einfach wohl.“ Wobei er einschränkt, dass Keith Ramsey nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk seine Athletik noch nicht ganz ausspielen könne. Wie beim jüngsten Sieg in Göttingen müsse man aggressiv verteidigen und den Dragons ihre Dreierstärke nehmen. Bei keinem anderen Team in der Liga treffen so viele Spieler aus der Distanz so hochprozentig.

Spielbericht So haben die Hagener durchaus Respekt vor dem McCoy-Team, gerade vor dessen Spielmacher. „Holston hat hier mal bei einem Sieg der Dragons vier Verteidiger verschlissen, keiner konnte ihn stoppen“, erinnert sich Herkelmann, spricht aber auch von einem „Spiel mit offenem Ausgang“ und verweist auf das gesteigerte Selbstvertrauen der Gastgeber: „Die Mannschaft ist gut drauf, man sieht eine Entwicklung. Wir gehen da nicht als Underdog rein.“ Zumal die Hagener bei weiter erst einem auf dem Ischeland-Parkett gewonnenen Spiel Nachholbedarf gegenüber den Fans haben. Herkelmann: „Es wäre schon schön, wenn wir dem Auswärtserfolg endlich auch mal einen Heimsieg folgen lassen könnten.“