Phoenix Hagen ist zu Gast bei physisch starken Veilchen

Im umkämpften Hinspiel, das Phoenix in eigener Halle mit 88:93 verlor, hatte nicht nur Niklas Geske einen schweren Stand. Hier wird der junge Aufbauspieler von  den Göttingern Robert Kulawick (links) und Jamal Boykin (rechts) unsanft attackiert.Samstag steht in Südniedersachsen das Rückspiel an.Foto:Michael Kleinrensing
Im umkämpften Hinspiel, das Phoenix in eigener Halle mit 88:93 verlor, hatte nicht nur Niklas Geske einen schweren Stand. Hier wird der junge Aufbauspieler von den Göttingern Robert Kulawick (links) und Jamal Boykin (rechts) unsanft attackiert.Samstag steht in Südniedersachsen das Rückspiel an.Foto:Michael Kleinrensing
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Der Aufsteiger BG Göttingen wartet mit einer ausgeglichenen Bilanz auf das Team von Trainer Ingo Freyer. Der sieht seine Mannschaft nicht als Favorit.

Hagen.. Quervergleiche sind manchmal eine schöne Spielerei, meist aber wenig aussagekräftig. Anderenfalls könnte sich Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen am Samstag die Fahrt nach Südniedersachsen sparen. Während die Truppe von Trainer Ingo Freyer zuletzt beim FC Bayern München mit 79:124 unter die Räder kam, gewann die BG Göttingen im November beim amtierenden deutschen Meister mit 95:81. Samstag um 18.30 Uhr haben die Bayern-Besieger Phoenix Hagen zu Gast.

„Wir fahren sicher nicht als Favorit nach Göttingen“, darüber sind sich Trainer Ingo Freyer und Geschäftsführer Oliver Herkelmann einig. Aber auch nicht chancenlos. Wer schon sechsmal auswärts gewonnen hat, darunter bei den Playoff-Kandidaten Artland Dragons, Bonn und Ulm, der kann auch bei einem starken Aufsteiger etwas reißen. „Wenn wir gut verteidigen und bei den Eins-gegen-Eins-Situationen sehr präsent sind“, fordert Freyer von seinen Spielern hohe Konzentration und viel Physis.

Gerade was den letzten Punkt anbelangt, könnte ein gesunder Keith Ramsey einiges beisteuern. Ob der 2,05 m große Flügelcenter nach seinem Bänderriss in der Göttinger Sparkassen-Arena schon wieder mitmischen kann und wenn ja, in welcher Verfassung er sich in diesem Fall präsentiert, bleibt abzuwarten. Der Heilungsprozess schritt zuletzt gut voran, dafür erwischte ein Magen-Darm-Infekt den 27-Jährigen. Nicht die besten Voraussetzungen, sich gegen Kontrahenten zu behaupten, die laut Ingo Freyer „schlau spielen und dabei voller Energie sind.“

Der Kopf des BG-Teams ist Khalid El-Amin. Mit 14,2 Punkten im Schnitt ist der 35-jährige US-Spielmacher hinter 2,03-m-Mann Raymar Morgan (15,8 Punkte, 5,8 Rebounds pro Partie) zweitbester Scorer seiner Mannschaft. Und gleichzeitig bester Vorbereiter (5,6 Assits). „Seine Kreise müssen wir einigermaßen einengen“, sagt Ingo Freyer über das Göttinger Schwergewicht, das bei 1,78 m Körpergröße immerhin 92 kg wiegt.

Im Schnitt zweistellig treffen außerdem der knapp zwei Meter große US-Guard Alex Ruoff (13,3 Punkte) und dessen unter dem Korb spielender Landsmann Harper Kamp (10,9). Jamal Boykin (9,6) ist ganz nahe dran. Der ehemalige Phoenix-Akteur Dominik Spohr bekommt pro Partie 18 Minuten Einsatzzeit und erzielt durchschnittlich 5,7 Zähler.

Göttingen hat die Viertelfinal-Teilnahme noch im Blick

„Das Göttinger Gefüge passt gut zusammen“, so erklärt Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann die bisher starke Saison der lila „Veilchen“. „Das ist vergleichbar mit unserer Mannschaft, die in der vorletzten Saison den Sprung in die Play-offs schaffte.“ Als aktueller Tabellenneunter mit zehn Siegen und zehn Niederlagen sind die Schützlinge des holländischen Trainers Johan Roijakkers momentan nur einen Platz von der Viertelfinal-Teilnahme entfernt, dabei punktgleich mit dem Tabellensiebten Braunschweig und den Artland Dragons auf Rang acht. Keine Frage, dass die Niedersachsen ihre gute Position durch einen Heimsieg gegen Hagen festigen wollen.

Aber das wollten Teams wie Ulm und Bonn auch, doch es gelang ihnen nicht. „Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn man als Außenseiter ins Spiel geht“, sagt Oliver Herkelmann. Das hat diese Saison schon einige Male bewiesen.