Phoenix Hagen ist für Krisenklubs ein Aufbaugegner

Phoenix-Aufbau Zamal Nixon ist von drei Bremerhavener Akteuren umzingelt. Jerry Smith, Devin Searcy, Myles Hesson (v.li.) und Co.waren letztlich obenauf.
Phoenix-Aufbau Zamal Nixon ist von drei Bremerhavener Akteuren umzingelt. Jerry Smith, Devin Searcy, Myles Hesson (v.li.) und Co.waren letztlich obenauf.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Phoenix Hagen agierte bei der 85:92-Schlappe beim Vorletzten Eisbären Bremerhaven verkrampft. Stammkräfte offenbarten bedenkliche Formschwächen.

Bremerhaven/Hagen.. Diesmal hatte Phoenix Hagen die Sympathien sämtlicher anderer abstiegsgefährdeter Teams genossen. Doch das Team von Trainer Ingo Freyer tat weder sich noch der Konkurrenz im Tabellenkeller – tags darauf ebenfalls bis auf Schlusslicht Crailsheim durchgängig unterlegen - einen Gefallen. Befreit aufspielen und gewinnen können die Hagener offenbar nur ohne Erwartungs-Druck bei Playoff-Kandidaten, beim in diesem Jahr zuvor noch sieglosen Vorletzten Eisbären Bremerhaven agierten sie ebenso verkrampft wie vor Weihnachten in Trier. Bei der 85:92-Schlappe wirkte Phoenix – nicht zum ersten Mal - als Aufbaugegner für einen Krisenklub. Und offenbarte bedenkliche Formschwächen etlicher Stammkräfte.

Wirkliche Sorgen um den Ligaverbleib kennt David Bell aus seinen drei Jahren bei Phoenix eigentlich nicht, in der Zittersaison 2011/12 verdiente er sein Geld im niederländischen Groningen. Hätten der Phoenix-Kapitän und sein Team in Bremerhaven die Chance genutzt, einen beruhigenden Abstand von zehn Punkten zu den Abstiegsplätzen herzustellen, wäre es Bells Bilanz geblieben. So aber rückte das hintere Tabellendrittel am 23. Spieltag enger zusammen. „Wir können da durchkommen“, ist Bell überzeugt, „aber wir müssen auf die richtige Weise spielen und um mehr Konstanz kämpfen.“ Er selbst hatte in der Stadthalle alles gegeben, trotz für ihn unglücklicher Schiedsrichter-Pfiffe und dem nachhaltigem Fokus der aggressiven Eisbären-Defensive auf ihm hielt Bell Phoenix bis zu seinem Ausscheiden mit Foulhöchstzahl in der Schlussminute mit im Spiel.

Basketball-Bundesliga Das Problem der Hagener an diesem Abend war, dass es Bell zu wenige gleichtaten. In erster Linie noch Larry Gordon, der nach offensivschwacher Saison-Vorrunde seinen Wurfrhythmus wiedergefunden zu haben scheint und gut gegen Bremerhavens gefürchteten Schützen Moses Ehambe verteidigte. Bis eben der Phoenix-Flügel als Erster mit Foulhöchstzahl – inklusive überflüssigen technischen Fouls wegen abfälliger Geste - vom Feld musste. Und seinem Team, das deshalb mit 80:85 vorentscheidend in Rückstand geriet, keinen Gefallen tat. – „Schau nur auf die Statistik“, ärgerte sich Gordon noch nach Spielschluss über die in der Tat sehr ungleiche Foul- und Freiwurfverteilung: „Man muss doch an beiden Enden des Feldes gleich pfeifen.“

Nur drei Stützen bei Phoenix Hagen

Bis zum Ende auf dem Parkett blieb mit Keith Ramsey nur die dritte leistungsstarke Phoenix-Stütze. „Aber wenn vom Rest wenig kommt, kann man nicht gewinnen“, verwies Trainer Ingo Freyer darauf, dass die Hauptlast auf nur einem Trio gelegen habe. Im Spielaufbau etwa verteilte Zamal Nixon zwar acht Assists, blieb aber selbst bei acht Versuchen ohne Feldkorb. Immer wieder zog er zum Korb, jedesmal wurde er von Myles Hesson oder einem Bremerhavener Teamkollegen geblockt. Und Alternativen zu Nixon auf der Bank sah Freyer nicht. „Zamal war schwach, aber Niklas Geske war heute auch nicht besser, er hat zu viele Fehler gemacht“, sagte der Phoenix-Coach, der in den letzten fünf Minuten die hoch foulbelasteten Stammkräfte auf dem Feld ließ, im Aufbau aber zwischenzeitlich den sonst selten berücksichtigten Arber Tolaj brachte.

Basketball-Bundesliga An wirklichen Alternativen auf der Bank aber mangelte es aus Freyers Sicht diesmal. „Insgesamt haben unsere Jungen zu wenig produziert“, bedauerte er: „ Und für die, die neu bei uns sind, gilt das auch.“ Womit er neben Nixon eben auch Schütze Todd Brown, der nur jeden vierten seiner acht Dreierversuche traf, und den in die Startformation beorderten Urule Igbavboa meinte. Und Rückkehrer Dino Gregory blieb ähnlich blass wie jüngst gegen die Artland Dragons. „Dino ist momentan nur Mitläufer“, bedauerte Freyer, „von ihm erwarte ich mehr.“

Schwere Heimaufgaben

In den nächsten beiden Spielen gilt das am Ischeland, wobei die dortigen Gegner derzeit sehr formstabil agieren. Die MHP Riesen Ludwigsburg etwa, die am nächsten Sonntag in die Enervie Arena kommen, können es sich leisten, angesichts ihres stark besetzten Kaders auf einen Ex-NBA-Akteur wie Coby Karl zu verzichten. Und die Brose Baskets Bamberg, die eine Woche später kommen, haben 13 Siege in Folge auf Platz eins geführt. Schwere Aufgaben für ein angeschlagenes Hagener Team, das Polster nach unten nicht weiter schmelzen zu lassen.

Ludwigsburg besiegt Alba Berlin

Die MHP Riesen Ludwigsburg, am kommenden Sonntag um 15 Uhr bei Phoenix Hagen zu Gast, gewannen gestern gegen Alba Berlin mit 67:55 (33:36). Kerron Johnson (18 Punkte) und Shawn Huff (15) waren dabei die Topschützen des Tabellenneunten.