Phoenix Hagen: Gericht stimmt Insolvenz in Eigenverwaltung zu

David Bell, Owen Klassen und ihre Teamkollegen werden am heutigen Donnerstag  informiert.
David Bell, Owen Klassen und ihre Teamkollegen werden am heutigen Donnerstag informiert.
Foto: Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Trainiert wurde auch am Mittwoch ganz normal am Ischeland. Erst am Donnerstag gibt es Informationen für Trainer, Spieler und Mitarbeiter von Phoenix Hagen.

Hagen.. Über die Konsequenzen des Antrags auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, das die Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA - Betreibergesellschaft des Basketball-Bundesligisten - gestern gestellt hat. Das zuständige Hagener Amtsgericht hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Damit hat der Erstligist die erste kleine Hürde auf einem langen Sanierungs-Weg genommen.

Insolvenz „Unser Ziel ist es, die im vergangenen Jahr begonnene Sanierung voranzutreiben und damit die Zukunft des Basketballs in Hagen zu sichern“, erklärte der neue Geschäftsführer Patrick Seidel. Der Bundesliga-Spielbetrieb, so teilte Phoenix mit, werde „in Abstimmung mit der BBL GmbH ohne Einschränkung aufrechterhalten“. Allerdings dann mit minus vier Punkten, denn die Liga wird den Hagenern gemäß Spielordnung automatisch vier Zähler abziehen, wenn der schriftliche Nachweis des Insolvenzantrags vorliegt. Am Sonntag um 18 Uhr spielt Phoenix bei den Telekom Baskets Bonn.

Phoenix Mit dem Insolvenzantrag hat der Phoenix-Aufsichtsrat um dessen Vorsitzenden Sven Eklöh seine Rechte verloren, in der Eigenverwaltung trägt Seidel gemeinsam mit den Restrukturierungs-Experten Dr. Dirk Andres und Andreas Budnik von der Düsseldorfer Kanzlei Andres-Partner die Verantwortung. Diese werden in den nächsten Wochen ein Sanierungskonzept für die Fortführung des Unternehmens entwickeln. Zur Überwachung des Sanierungsprozesses und zur Wahrung der Gläubigerinteressen wurde vom Gericht Rechtsanwalt Dr. Jan Janßen zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Ausbleibende Sponsoreneinnahmen

Bis in die Nacht zum Mittwoch arbeiteten Seidel und die Sanierungsberater aus dem Hause Andres, das bereits 2003 den Insolvenzverwalter im Fall des Basketball-Bundesligisten Brandt Hagen stellte, an dem Antrag. Dabei konstatierte Andres eine angesichts rückläufiger Zuschauerzahlen und ausbleibender Sponsoreneinnahmen angespannte wirtschaftliche Situation. „Ohne weiteres finanzielles Engagement von Unternehmen, die den Klub in den nächsten Wochen auf dem Sanierungskurs unterstützen, wird es keinen Profi-Basketball mehr in Hagen geben“, ist er überzeugt.

Die rückständigen Löhne und Gehälter der Bundesliga-Teammitglieder und Geschäftsstellen-Mitarbeiter, die heute im Rahmen einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation informiert werden, sind durch das Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Über einen dreimonatigen Zeitraum kann Phoenix so die Personalkosten sparen. Zudem ist absehbar, dass man sich im Zuge der notwendigen radikalen Kostenreduzierung von Teammitgliedern wird trennen müssen. Im Spielerkader gelten Richie Williams, derzeit verletzt länger fehlend, und Trent Plaisted als erste Kandidaten.