Phoenix Hagen fehlte gegen die Drachen die nötige Energie

Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Mit 79:91 gegen die Dragons erlitt Hagen die neunte Heimniderlage. „Wir hatten von Beginn an nicht den Energie-Level“, bedauerte Trainer Freyer.

Hagen.. Der Sprungwurf war schulbuchmäßig, ohne Ringberührung rauschte der Ball durchs Korbnetz. Diese drei Punkte allerdings blieben Basketball-Bundesligist Artland Dragons versagt, Tyron McCoy hatte in einer Spielpause aus der Coaching-Zone getroffen. Der Gäste-Trainer war damit aber beispielgebend für sein Team. Mehr als die Hälfte aller Distanzwürfe trafen die Quakenbrücker, gleich drei Spieler blieben ohne Fehlversuch. Ein zentraler Grund für den 91:79 (41:39)-Sieg der Drachen bei Phoenix Hagen. „Artland hat große Qualitäten von der Dreierlinie, das hat das Team heute gezeigt“, sagte Phoenix-Coach Ingo Freyer und räumte nach der bereits neunten Heimniederlage ein: „Wir hatten von Beginn an nicht den Energie-Level, den wir brauchen, um zu gewinnen.“ Mit der nötigen Energie hätte das ungeachtet der Dreierstärke der Gäste klappen können.

Im ungewohnten Auswärts-Look hatten die Gastgeber versucht, dem sich ausweitenden Heimkomplex zu begegnen. Die blauen Trikots, in denen Phoenix schon fünf der bislang sieben Siege in der Fremde erstritten hatte, sollten helfen. „Sportler sind ja abergläubisch“, erklärte Geschäftsführer Oliver Herkelmann später: „Deshalb haben wir sie gefragt, ob wir mal die Trikotfarbe wechseln sollen.“ Die in Blau gewohnte Intensität und Aggressivität retteten die Phoenix-Spieler allerdings nicht mit hinüber. Beim 6:2 (3. Minute), zu dem maßgeblich der schnelle Zamal Nixon beitrug, führten die Gastgeber zwar schnell. Dann jedoch fielen die ersten Dragons-Dreier durch Brandon Thomas und Dennis Horner (8:12, 5.), am Korb setzte sich der starke Andreas Seiferth immer wieder durch. Sowohl Dino Gregory, nach seinem starken Auftritt gegen Göttingens Raymar Morgan nicht wiederzuerkennen, als auch Urule Igbavboa sahen gegen den Artland-Center kein Land. Und Freyer vermisste robuste Gegenwehr: „Da muss man mal richtig foulen, damit setzt man ein Zeichen.“

Fast sechs Minuten ohne Feldkorb

Eine 7:0-Führung dank etlicher Ballgewinne und viel Tempo brachte Phoenix die Führung zwischenzeitlich zurück (23:18, 9.), dann aber blieb man fast sechs Minuten ohne Feldkorb, agierte überhastet und fehlerhaft. Erst nach dem 25:31 traf Keith Ramsey, der mit flinken Händen immer wieder Ballverluste der Gäste provozierte, per Fastbreak-Dunking (16.). Viele andere Chancen, gerade an der Freiwurflinie, ließ Phoenix dagegen ungenutzt. Und den in Göttingen noch so starken David Bell bekämpften Antonio Graves und seine Kollegen wirkungsvoll, zunehmend entnervt produzierte der Hagener Kapitän reichlich Fehler. Nur ein Dreier zum 34:37 (18.) gelang Bell, gemeinsam mit Nixon ließ er die Phoenix-Fans angesichts des nur knappen Pausen-Rückstands noch hoffen.

Spielbericht Dank Nixon führten die Hagener beim 46:45 (23.) sogar noch einmal, doch ihre Fehlerquote stieg nun weiter. Die Gäste dagegen trafen aus der Distanz nun in Serie, auch die vor der Pause noch punktlosen Lawrence Hill und David Holston, dessen Dreier zum 56:65 (28.) den ersten zweistelligen Rückstand bedeutete. Noch einmal wehrte sich Phoenix vor allem durch den agilen Ramsey. Zum 65:71 (32.) hatte er nach Ballgewinn getroffen, ein weiterer Steal Ramseys bot Bell die Chance zur weiteren Verkürzung. Doch der Kapitän verpasste den Fastbreak-Korbleger, auf der Gegenseite traf dagegen Chad Toppert den Dreier gegen die entblößte Phoenix-Abwehr - symptomatisch an diesem Abend. Es war für die Gastgeber der Anfang vom Ende, eine 0:17-Serie später (65:88, 36.) hatten sich die Dragons für die Hinspielniederlage vor wenigen Wochen eindrucksvoll revanchiert. „Wir haben nicht tough genug gespielt“, bedauerte Nixon später, während Herkelmann die neunte Heimschlappe neben der schwachen Freiwurfquote und der Dreier-Stärke der Gäste auf die vielen Ballverluste zurückführte. Auch wenn sich die Dragons sogar 26 dieser Fehler geleistet hatten. „Gefühlt hatten wir die 26 Turnover“, sagte Herkelmann, „das hat uns am meisten gekillt.“

Statistik: Phoenix Hagen - Artland Dragons 79:91 (39:41)

Phoenix Hagen: Bell (9, 1/4 Dreier, 7 Assists, 5 Ballverluste), Nixon (22, 2/5 Dreier, 5 Rebounds, 4 Steals), Gordon (17, 2/4 Dreier), Brown (6, 2/6 Dreier), Gregory, Ramsey (10, 0/2 Dreier, 5 Stelas, 2 Blocks), Igbavboa (10), Geske (5, 1/3 Dreier, 4 Ballverluste), Bleck.

Artland Dragons: Graves (8, 5 Assists), Hill (12, 2/2 Dreier, 12 Rebounds), Seiferth (24, 8 Rebounds), Thomas (7, 2 Blocks), Doreth (8, 2/2 Dreier, 5 Rebounds, 4 Ballverluste), Holston (12, 3/4 Dreier), Toppert (3), Horner (8, 5 Ballverluste), Frease (8), McCray (1), Grünheid.

Spielviertel: 23:20, 16:21, 22:27, 18:23.

Teamstatistik: 46:56 % Wurfquote, 8/24:11/21 Dreier, 13/23:8/16 Freiwürfe, 29:44 Rebounds, 17:18 Assists, 18:6 Ballgewinne, 20:26 Ballverluste, 4:2 Blocks.

Zuschauer: 3145 (ausverkauft)