Hagens Niklas Geske startet mit deutschem Team in Universiade

Ab Samstag wieder im DBB-Trikot auf dem Parkett: Niklas Geske von Phoenix Hagen (rechts).
Ab Samstag wieder im DBB-Trikot auf dem Parkett: Niklas Geske von Phoenix Hagen (rechts).
Foto: dpa
Erst vor Jahresfrist wurde Niklas Geske von Phoenix Hagen erstmals in eine DBB-Auswahl berufen. Jetzt startet er mit dem A2-Nationalteam in Südkorea.

Gwangju/Hagen.. Mehr geht nur noch bei Olympia. Dass die Universiade das zweitgrößte Multisport-Ereignis weltweit ist, weiß Niklas Geske natürlich. Der Aufbauspieler von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen hat sich vor der Abreise nach Gwangju informiert, seit Montag ist er mit der deutschen A2-Nationalmannschaft in Südkorea. Bei den Weltspielen der Studierenden ist der 21-Jährige einer von gut 13 000 Teilnehmern aus mehr als 160 Nationen. Geskes Vorfreude ist groß, von Teamkollegen mit Universiade-Erfahrung hat er erfahren: „Das soll ein richtig, richtig cooles Event sein.“ Am Samstag startet er mit dem Vorrunden-Spiel gegen China ins Turnier.

Dass Niklas Geske den Sommer nicht in heimischen Turnhallen oder im Urlaub verbringt, ist relativ neu für ihn. In Sachen Nationalteam ist er ein Spätentwickler, jahrelang entging er den Talentspähern, vor seinem 20. Geburtstag bestritt er kein Länderspiel. Erst vor Jahresfrist - nach einem starken Debütjahr im Bundesliga-Kader von Phoenix - wurde er von Bundestrainer Frank Menz erstmals in die U20-Nationalmannschaft berufen, spielte nach langer Vorbereitung gleich die Europameisterschaft auf Kreta. „Nach der EM war ich körperlich komplett fertig“, denkt er an einen für ihn ungewohnt intensiven Sommer ohne Pause zurück: „Das ging alles flott nacheinander. Ich habe viel Gewicht verloren und bin danach nur schwer in die Bundesliga-Saison gekommen.“

Geske wurde in der letzten Rückserie Phoenix-Leistungsträger

Zum Leistungsträger im Team von Phoenix-Coach Ingo Freyer wurde Geske so richtig erst in der Rückserie, da lief er Zamal Nixon den Rang als Start-Spielmacher ab. Und wurde der breiteren Basketball-Öffentlichkeit mit einem „Buzzerbeater“ in Bayreuth - dem Dreier mit Schlusssirene aus der eigenen Hälfte zum Hagener 76:73-Sieg - bekannt, der jüngst zum spektakulärsten „Gamewinner“ der Saison gekürt wurde. „Erst bin ich unglaublich schwer gestartet, dann war da ein krasser Leistungssprung“, ist Geske mit seiner persönlichen Saison 2014/15 hoch zufrieden. Abgesehen natürlich von den zahllosen Phoenix-Heimniederlagen, die nicht selten er - als einer der wenigen deutschsprachigen Leistungsträger im Team - in die laufenden TV-Kameras erklären musste. Und für die zunehmend auch Geske weniger Gründe fand. „Nächste Saison müssen wir unbedingt häufiger daheim gewinnen“, weiß er.

Zuvor indes tritt der gebürtige Dortmunder entfernter denn je von zuhause an. Im A2-Nationalteam von Bundestrainer Henrik Rödl hat sich Geske schnell etabliert, in der Vorbereitung auf Gwangju teilte er sich mit Teamkapitän Konstantin Klein die Spielmacher-Rolle. „Er ist drei Jahre älter, hat schon die Universiade im russischen Kasan gespielt“, weiß der Phoenix-Akteur um die Vorteile des Frankfurters, aber er demonstriert als Erstliga-Akteur mit im Schnitt 17 Minuten Einsatzzeit auch gestiegenes Selbstbewusstsein: „Ich bin hierhin nicht mehr als Spieler gekommen, den keiner kannte. Und wichtig ist nicht, wer am Anfang spielt sondern am Ende.“

„Ich freue mich riesig auf die Atmosphäre"

Von seinen erfahreneren Teamkollegen („Das sind alles Spieler, die ihre Rolle in der Bundesliga haben“) hat Niklas Geske, als Student an der TU Dortmund für Mathematik eingeschrieben, sich über die Faszination einer Universiade berichten lassen. „Ich freue mich riesig auf die Atmosphäre mit Eröffnungs- und Abschlussfeier, auf das Athletendorf und die Begegnungen dort“, sagt er, „auch wenn wir ein ziemlich straffes Programm mit acht Spielen in zehn Tagen haben. Da bleibt nicht viel Zeit.“ Zumal die deutschen Basketballer sich fest vorgenommen haben, das Ergebnis von 2013 im russischen Kasan zu korrigieren. Da wurde das A2-Nationalteam mit dem damaligen Phoenix-Aufbauspieler Ole Wendt nur Zwölfter. „Das soll diesmal besser werden“, weiß Geske, „die Gruppenphase scheint relativ leicht, das Viertelfinale ist das Mindestziel. Und dann mal schauen.“ Kapitän Klein drückt es noch direkter aus: „Wir wollen die Goldmedaille!“ Gegen China und Estland - bereits vorentscheidende Spiele zum Auftakt - sowie Angola, die Gastgeber aus Südkorea und Mosambik tritt das Rödl-Team an.

Ein vorzeitiges Ausscheiden gibt es nicht, bei der Universiade werden alle Plätze ausgespielt. Erst am Tag nach der Abschlussfeier reist das deutsche Team am 15. Juli zurück. Körperliche Folgen wie im Vorjahr erwartet Geske allerdings nicht: „Diesmal bleiben zweieinhalb Wochen, um vom Basketball abzuschalten. Danach werde ich mich auf die Saisonvorbereitung vorbereiten.“ Denn dass er bei Phoenix den „Welpenschutz“ eines Doppellizenzlers künftig kaum noch beanspruchen kann, weiß auch Geske. „Die Ansprüche an mich werden hoch sein“, , sagt der Jungprofi: „Die stelle ich aber auch selbst an mich.“

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