Grof soll Phoenix trotz Spielstress auch gegen Trier helfen

Ein starker Auftritt in Berlin gelang Phoenix-Youngster Jonas Grof (r.).
Ein starker Auftritt in Berlin gelang Phoenix-Youngster Jonas Grof (r.).
Foto: imago
Nach dem couragierten Auftritt in Berlin will Phoenix Hagen am Sonntag gegen Trier die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigen.

Hagen.. Dieser Auftritt macht Hoffnung für den Rest der Saison. Punkte gab es wie gewohnt für Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen in der Hauptstadt zwar nicht, Favorit Alba Berlin hatte man bei der knappen 74:78-Niederlage aber auch ohne Kapitän David Bell gehörig aus dem Konzept bringen können. „So wollen wir nicht auftreten“, räumte Berlins Nationalspieler Niels Giffey ein, während Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann bereits zuversichtlich auf das Heimspiel am Sonntag gegen TBB Trier (17 Uhr, Enervie Arena) blickte: „Auch wenn Alba vielleicht mental angeschlagen war, so war das doch ein sehr couragierter Auftritt. Wenn wir das hinüberretten können, müssten wir Sonntag gewinnen.“

Die Last, die gemeinhin der nun bis Saisonende ausfallende Bell bei Phoenix trägt, wollte Coach Ingo Freyer auf mehrere Spieler verteilen. Etwa auf Todd Brown und Zamal Nixon. „Todd ist ganz gut eingesprungen“, lobte Freyer den Hagener Topscorer, der diesmal auch bei den Rebounds ordentlich zugriff, nach dem Auftritt in der O2-World. Nixon dagegen fand nicht aus der Formkrise der vergangenen Woche, Selbstbewusstsein und Wurfglück fehlen ihm völlig. Wie in Tübingen ließ ihn der Phoenix-Coach nach dem Wechsel komplett auf der Bank, vertraute im Aufbau Niklas Geske und dem 18-jährigen Jonas Grof. Wobei besonders der Youngster in seinem erst dritten Bundesliga-Einsatz mit acht Punkten, drei Punkten und stets den richtigen Entscheidungen in zwölf Minuten Einsatzzeit imponierte. „Die ganze Entwicklung dieser Saison hat man heute bei Jonas gesehen“, lobte Herkelmann.

Gegen das Schlusslicht soll der erste Phoenix-Heimsieg in der Rückrunde gelingen

Am Sonntag gegen Trier soll Grof deshalb ebenfalls eingesetzt werden, auch wenn für den Doppellizenzler dann ein stressiges Wochenende ansteht. Am Samstag Abend tritt er mit ProB-Ligist Noma Iserlohn zum Halbfinal-Rückspiel beim SC Rist Wedel an, tags darauf startet er mit den Phoenix Juniors um 14 Uhr in das Playoff-Viertelfinale gegen die Young Dragons aus Quakenbrück. Und nur drei Stunden später ist Bundesliga-Hochball in der Enervie Arena. „Jonas ist jung, der schafft das“, hat Freyer keinen Zweifel, dass Grof nach den „zwei ganz wichtigen Spielen“ zuvor bei Wochenend-Einsatz drei auch dem Erstliga-Team noch helfen kann.

Gegen den Tabellenletzten aus Trier, der zuvor am Freitag noch die Fraport Skyliners aus Frankfurt empfängt, soll nun - bei der vorletzten Chance - endlich der erste Heimsieg in der Rückrunde gelingen. „Da wollen wir definitiv alles klarmachen“, sagt Herkelmann angesichts des nach der Revidierung des Trierer Punktabzugs noch bestehenden Abstiegsrisikos. Dazu setzen die Hagener auf eine Verteidigungsleistung wie in Berlin oder zuvor in Tübingen, als man den Gegner mit aggressivem Doppeln zu Ballverlusten - Alba leistete sich 19 - und so aus dem Rhythmus bringen konnte.

Dabei erwartet Freyer von den Gästen, die im März Insolvenzantrag stellen mussten, letztlich sechs Punkte abgezogen bekamen und Stammcenter Vitalis Chikoko abgeben mussten, härteste Gegenwehr. „Die müssen jetzt gegen jeden gewinnen, vor allem in Hagen“, weiß der Phoenix-Coach. Dass sich das Team von TBB-Coach Henrik Rödl trotz sechs Zählern Rückstand auf die Nichtabstiegs-Plätze noch nicht aufgegeben hat, zeigt die Tatsache, dass man in dieser Woche die Lizenzunterlagen für die Bundesliga abgegeben hat. „Solange die Möglichkeit besteht, dass wir den Klassenerhalt schaffen, planen wir selbstverständlich auch in diese Richtung“, sagte Guido Joswig, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Thomas Schmidt.

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