Gegen beißende Eisbären muss sich Phoenix Hagen wehren

Gegen Lorenzo Williams (links), Sven Schultze und 2,21-m-Mann Nick Schneiders müssen sich Todd Brown und seine Phoenix-Teamkollegen heute in Bremerhaven durchsetzen.
Gegen Lorenzo Williams (links), Sven Schultze und 2,21-m-Mann Nick Schneiders müssen sich Todd Brown und seine Phoenix-Teamkollegen heute in Bremerhaven durchsetzen.
Foto: Michael Kleinrensing
Am 23. Spieltag der Basketball-Bundesliga könnte sich Hagen mit einem Sieg bei den Eisbären Bremerhaven der gröbsten Abstiegssorgen entledigen.

Hagen.. Die Wortwahl ist drastisch, der Situation entsprechend. Bei den Gastgebern zumindest, denn die Eisbären Bremerhaven sind nach neun Niederlagen in Folge auf Abstiegsrang 17 in der Basketball-Bundesliga zurückgefallen. Und drohen den Anschluss zu den gesicherten Plätzen zu verlieren.

Vom „Kampf ums sportliche Überleben“ spricht der neue Trainer Muli Katzurin deshalb vor dem Heimspiel gegen Phoenix Hagen am heutigen Freitag am 20 Uhr und fordert: „Wir müssen kratzen und beißen, natürlich nur im Rahmen des Erlaubten.“ Was sie in der Stadthalle Bremerhaven erwartet, dessen sind sich die Hagener wiederum bewusst. Coach Ingo Freyer verlangt so von seinem Team das, was er bei der jüngsten Niederlage gegen die Artland Dragons vermisst hat: „Von Beginn an wach sein und höchstes Engagement zeigen.“

Erstes Aufeinandertreffen endete mit Niederlage für Phoenix

Als sich beide Teams Anfang Oktober erstmals trafen, waren die Voraussetzungen noch ganz anders. Mit dem unglücklichen 84:85 verspielte Phoenix völlig unnötig den schon greifbaren Sieg am Ischeland und leitete gleichzeitig eine Serie frustrierender Heimniederlagen ein. Gleichzeitig starteten die Bremerhavener - damals noch von Calvin Oldham angeleitet - stark in die Saison, galten schnell als Playoff-Kandidat. Doch in den letzt 15 Spielen gelang den Eisbären nur noch ein Sieg, so dass man Oldham gegen Katzurin austauschte und mehrere Korrekturen am Kader vornahm. „Eigentlich hat die jeder stärker eingeschätzt“, rätselt nicht nur Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann über die Gründe für den Absturz der Nordseestädter.

Einen nominell starken Kader kann Bremerhaven immer noch aufbieten, angesichts der Nachverpflichtung der Guards Jerry Smith und Brian Chase gehören diesem aktuell acht Amerikaner an. Wobei mit Chase offenbar nicht mehr gerechnet wird, daneben setzte zuletzt bei der 61:92-Schlappe in Braunschweig Tyrus McGhee aus. Dass dies auch gegen Phoenix der Fall sein wird, darauf will sich Freyer aber nicht verlassen: „Wenn man mit 30 Punkten verliert, verändert man ja vielleicht was. Die Eisbären haben jetzt etliche Optionen.“ Großen Respekt hat der Phoenix-Coach besonders vor Flügelspieler Moses Ehambe, der fast die Hälfte seiner Dreipunktwürfe trifft.

„Einer der besten Schützen der Liga“, sagt Freyer über den Mann, der gemeinsam mit Aufbauspieler Lorenzo Williams hauptverantwortlich für den Bremerhavener Sieg in Hagen war. Aber auch auf den großen Positionen bieten die Eisbären mit dem Briten Myles Hesson, den Amerikanern Jake O’Brien und David Searcy sowie Ex-Nationalspieler Sven Schultze und 2,21-m-Mann Nick Schneiders reichlich Qualität auf. Wobei Freyer weiß: „Wenn man so viele Spiele verliert, ist man mental angeschlagen.“

Das hoffen die Hagener, die in Bremerhaven komplett antreten können, zu nutzen. Dass ein Erfolg an der Nordsee im Kampf um den Ligaerhalt früh für Entspannung im Phoenix-Lager sorgen würde, davon will der Coach vorerst nichts wissen. „Ich werde erst sagen, dass wir mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben, wenn das auch rechnerisch so ist“, betont er. Ein eminent wichtiges Spiel für die Gäste sei die erste Partie des 23. Spieltags gleichwohl, das räumt auch Freyer ein: „Bei einem Sieg dort wäre das Polster nach unten schon größer, auch wenn es noch nicht das finale Polster wäre.“ Dazu aber müssten mehr seiner Spieler ihr Top-Niveau abrufen als gegen die Dragons. Was den Hagenern in der Fremde ja in dieser Saison zuverlässiger als daheim gelang.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE