Furiose zweite Hälfte beschert Phoenix höchsten Saisonsieg

Ganz stark trumpfte bei Phoenix Larry Gordon (rechts, hier gegen Jonathan Wallace) mit 26 Punkten
Ganz stark trumpfte bei Phoenix Larry Gordon (rechts, hier gegen Jonathan Wallace) mit 26 Punkten
Foto: Jörg Laube
Was wir bereits wissen
In der Fremde bleibt Phoenix Hagen eine Klasse für. Bei den Walter Tigers Tübingen gelang dem Basketball-Bundesligisten mit 92:69 (33:40) der neunte Auswärtserfolg - und der höchste Saisonsieg. Und das trotz Dreier-Flaute vor der Pause.

Tübingen.. Das dürfte es mit den Abstiegssorgen für Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen gewesen sein. Bei den Walter Tigers Tübingen gelang dem Team um David Bell und Larry Gordon mit 92:69 (33:40) nach einer furiosen zweiten Hälfte der höchste Saisonsieg. Gleichzeitig war es der neunte Auswärtserfolg der notorisch heimschwachen Hagener, mehr hat nur Euroleague-Team Alba Berlin geschafft. „Es war ein Erfolg der Team-Defensive“, hob Kapitän Bell hervor.

Keine Minute dauerte es bis zum ersten Hagener Dreierversuch in der Tübinger Paul-Horn-Arena, Bell vergab. Das sollte zunächst symptomatisch bleiben für die Gäste, die in der ersten Hälfte nicht einmal aus der Distanz trafen. Die Tübinger 3:0-Führung wandelten sie durch Ballgewinne dennoch zum 3:6 (2. Minute) um. Und auch nachdem Jonathan Wallace und Jimmy McKinney mit Dreiern konterten, blieb Phoenix im Spiel. Das 9:10 durch den Fastbreak-Alleyhoop von Keith Ramsey nach schöner Vorarbeit von Zamal Nixon (7.), der in der Startformation für Niklas Geske Platz machen musste, sollte indes die letzte Führung in Halbzeit eins bleiben.

Analyse Hagen traf nicht, die Tübinger doch, beim 23:11 (11.) war die Führung der Tigers zweistellig. Doch jetzt kam Phoenix mit noch mehr Druck in der Defensive zurück, doppelte gegen Tübingens Aufbau, nur drei Minuten brauchte man zum 23:21 durch den stark verbesserten Dino Gregory. Aus der Distanz wurde es – in Gegensatz zu den vor der Pause siebenmal treffenden Gastgebern – bei Bell und Co. indes nicht besser. Bis zum 33:33 (17.) blieb man dank des starken Larry Gordon auf Augenhöhe, dann traf bis zur Halbzeitsirene zum 40:33 nur noch Tübingen.

Auch nach der Pause dauerte es ganze 45 Sekunden, bis Bell seinen ersten Wurf von jenseits der Dreierlinie nahm – und traf (40:36). Und auch das war stilgebend, es war der Auftakt einer ganz starken zweiten Hälfte der Gäste. Auch Gordon traf nun regelmäßig aus der Distanz, und Todd Brown und Keith Ramsey machten es ihm nach. Acht von zwölf Hagener Dreiern in Halbzeit zwei fanden den Weg in den Korb. Mit aggressiver Defensive, viel Doppeln und Rotieren in der Abwehr, brachten sie die Tübinger völlig aus dem Offensiv-Rhythmus. „Sie haben jede Lücke geschlossen und uns zu schlechten Entscheidungen gezwungen“, erkannte Tigers-Spielmacher Branislav Ratkovica später an. Der intensive Spielstil brachte die Gäste zwar früh in Foulprobleme, bis auf Ramsey (34.) musste jedoch niemand mit Höchstzahl auf die Bank.

Beim 43:45 des nach dem Wechsel gemeinsam mit Gordon überragenden Bell hatte Phoenix die Führung zurückerobert (24.), nach dem 53:55 (28.) setzte man sich endgültig ab. Bei Browns 54:64 (29.) war der Vorsprung erstmals zweistellig, eng wurde es nun nicht mehr. Im Gegenteil, selbst eine kurze Hagener Schwächeperiode zu Beginn des Schlussviertels und das Ausscheiden Ramseys konnten die Gastgeber nicht nutzen. Beim 66:79 (35.) nahm Coach Ingo Freyer, der Nixon und UruleIgbavboa nach dem Wechsel komplett auf der Bank ließ, noch eine Auszeit. Danach enteilten die Gäste mit einer 11:0-Serie endgültig. Und Coach Freyer freute sich: „Wir haben die Intensität über das ganze Spiel hochgehalten. Das hat sich am Ende ausgezahlt und uns den Sieg gebracht.“

  • Walter Tigers Tübingen vs. Phoenix Hagen 69:92 (40:33)
  • Zuschauer: 2.970
  • Walter Tigers Tübingen: Mihailovic (13), McKinney (12), Ratkovica (9), Rubit (8), Radosavljevic (8), Nadjfeji (6), Jönke (6), Wallace (5), Kashirov (2), Albus.
  • Phoenix Hagen: Bell (28), Gordon (26), Gregory (17), Ramsey (9), Brown (5), Geske (5), Bleck (2), Nixon, Igbavboa, Krume.