Ex-Phoenix-Spieler Dorris bei Rückkehr nach Hagen Wackelkandidat

Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Der Ex-Phoenix-Spieler Mark Dorris dreht gegen ehemalige Teams gerne mal auf. Am Donnerstag kommt er mit dem Mitteldeutschen BC nach Hagen - für ihn so etwas wie die ein Heimspiel.

Weißenfels/Hagen.. Hier würde er so gern spielen, nirgendwo lieber als gerade hier. In der Hagener Enervie Arena hat Mark Dorris die besten Zeiten seiner Basketball-Karriere erlebt, wurde in seinem ersten Jahr bei Phoenix Hagen Bundesliga-Allstar, spielte später denkwürdige Play-offs. Doch ob der 29-jährige Amerikaner für den Mitteldeutschen BC am Donnerstag um kurz vor halb neun am Abend aufs Parkett am Ischeland aufläuft, ist ungewiss. Denn der Ex-Hagener ist beim MBC angesichts eines überzähligen Ausländers Wackelkandidat, blieb in neun Spielen seit seiner Verpflichtung schon viermal draußen. „Diese Entscheidung treffen meine Coaches“, sagt Dorris, „aber ich hoffe, dass ich die Gelegenheit bekomme, wieder vor meinen echten Heim-Fans in Deutschland zu spielen.“ In Hagen anzutreten, sagt er, werde sich anfühlen, als wenn er nach Hause komme. Ein ganz spezielles Spiel.

Dass ihm seine erste Bundesligastation - nach dem Wechsel 2010 vom Zweitligisten Cuxhaven - besonders viel bedeutet, daraus hat Dorris nie einen Hehl gemacht. „Hagen war die Heimat während des Großteils meiner Basketball-Karriere“, sagt der Aufbauspieler: „Hier habe ich viele gute Freundschaften geschlossen und viele gute Erinnerungen auf und abseits des Spielfelds.“ Mit ehemaligen Mitspielern wie Dino Gregory und David Bell verbindet ihn eine besondere Beziehung, den Phoenix-Kapitän hat er auch im letzten Sommer in Las Vegas besucht. Dass er das sportliche Duell im Trikot seines neuen Arbeitgebers unbedingt gewinnen will, daran lässt er indes auch keinen Zweifel.

„Gegen alte Kollegen spielt Mark besonders gut"

Was Dorris bei seinem bislang einzigen Gastspiel am Ischeland - in der Saison nach seinem ersten Phoenix-Engagement - auch gelang. Am Ostersamstag 2012 trug er 13 Punkte und sechs Rebounds zum Ludwigsburger 96:90-Sieg in Hagen bei, stürzte Phoenix damals in große Abstiegssorgen. Wie der auf den schönen Spitznamen „Mr. Fantastic“ hörende Amerikaner überhaupt gerade gegen ehemalige Teams extra motiviert scheint. „Gegen alte Kollegen spielt Mark besonders gut“, weiß Phoenix-Trainer Ingo Freyer, dabei hat er gar nicht in erster Linie dessen Auftritt in Hagen in Erinnerung: „Im Jahr danach hat er für uns in Ludwigsburg enorm aufgedreht.“ 29, 17, 27 - das waren Dorris’ Punktzahlen in den ersten drei siegreichen Spielen mit Phoenix gegen seinen zwischenzeitlichen Arbeitgeber.

Vorbericht Danach allerdings wiesen Formkurve und Einsatzzeiten des dynamischen Akteurs aus dem US-Bundesstaat Ohio, der perfekt in Freyers Hochtempo-Stil zu passen schien, nach unten. Offensiv zu unbeständig, war eine Weiterverpflichtung nach insgesamt drei Spielzeiten in Hagen - auch aus finanziellen Gründen - im letzten Sommer für Phoenix kein Thema. Auch andere Interessenten waren rar, so hielt sich Dorris bei seinem ehemaligen Highschool-Team fit. Bis der Mitteldeutsche BC nach zehn Niederlagen in Serie in diesem Februar personellen Änderungsbedarf sah - und drei Neuzugänge, darunter eben Dorris, verpflichtete.

Einsatz in der alten Heimat ist ungewiss

Da gleichzeitig nur zwei Stammkräfte gingen, muss beim MBC allerdings stets ein Importspieler auf der Bank bleiben - und bereits viermal traf es Dorris. „Er hat bisher wohl nicht so gut gespielt“, beurteilt Freyer aus der Ferne. Sein Ex-Schützling verweist auf die unterschiedlichen Rollen in Hagen und Weißenfels. „Zum MBC bin ich extrem spät in der Saison gekommen. Mit meiner vielen Bundesliga-Erfahrung ist mein Job zu helfen, dass wir Spiele gewinnen und ultimativ in der Liga bleiben“, sagt er: „Bei Phoenix war ich vom Start an da und hatte Beziehungen zu allen aufgebaut. Ich wusste, was ich von den anderen zu erwarten hatte und die wussten es von mir.“ Vor allem aber weiß man in Hagen, dass Mark Dorris gegen Ex-Teams gerne aufdreht. Wenn er denn spielen darf . . .