Ein letzter Kraftakt für Phoenix Hagen vor der Allstar-Pause

Dino Gregory und Phoenix Hagen warten weiter auf den ersten regulären Heimsieg der laufenden Spielzeit. Am Sonntag gastieren die Walters Tigers Tübingen.
Dino Gregory und Phoenix Hagen warten weiter auf den ersten regulären Heimsieg der laufenden Spielzeit. Am Sonntag gastieren die Walters Tigers Tübingen.
Foto: Michael Kleinrensing
Sieben Anläufe gingen schief, beim achten fehlte der Gegner: Der erste reguläre Heimsieg der Saison soll Phoenix Hagen nun gegen Tübingen gelingen.

Hagen.. Sieben Anläufe gingen gehörig schief, beim achten fehlte der Gegner: Auf einen regulären Heimsieg in der Saison 2014/15 warteten die Fans von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen bis zum Jahreswechsel vergeblich. Eine Chance für die Anhänger, noch in der Hinrunde nach einer erfolgreichen Partie am Ischeland zu feiern, gibt es aber noch. Und ein Sieg gegen die Walters Tigers Tübingen am Sonntag (17 Uhr, Enervie Arena) würde den Gastgebern trotz aller Heimschwächen eine identische Halbzeit-Bilanz im Vergleich zur letzten Spielzeit bescheren. Optimistische Spielprognosen wagt bei Phoenix indes angesichts des bisherigen Saisonverlaufs niemand mehr. „Normal können wir nicht“, räumt Geschäftsführer Oliver Herkelmann ein, während Trainer Ingo Freyer nach dem starken Auftritt in Quakenbrück beim 85:81-Sieg immerhin betont: „Wir wissen, wie wir auftreten müssen, um zu gewinnen.“ Was sein Team bisher aber ausschließlich auswärts tat.

Tübingen hat gerade erst die Abstiegsränge verlassen

Zudem kommt mit den Schützlingen von Tigers-Trainer Igor Perovic ein zuletzt verbessertes Team, das mit zwei Siegen in Folge Selbstbewusstsein schöpfte und die Abstiegsränge erstmals verlassen konnte. Was auch damit zu tun hat, dass die in der Spielzeit 2013/14 erst am letzten Spieltag - dank eines Heimsiegs gegen Phoenix - vor dem Abstieg geretteten Tübinger im Saisonverlauf noch doppelt nachbesserten: Der Ex-Frankfurter Jimmy McKinney, der den verletzten Jonathan Wallace ersetzt, entwickelte sich gleich zum besten Werfer, zudem kam der montenegrinische Nationalspieler Vladimir Mihailovic aus Belgien. Und der schon 38-jährige Aleksandar Nadjfeji, im Vorjahr zwischenzeitlich Co-Trainer und mittlerweile mit deutschem Pass ausgestattet, ist wieder zur festen Größe auf dem Parkett geworden.

Spielwertung Der größte Respekt der Gastgeber indes gilt zwei Akteuren, die vor gut einem Jahr maßgeblich zur Hagener 78:95-Heimniederlage trotz zwischenzeitlichem 17-Punkte-Vorsprung beitrugen. Denn mehr als 50 Punkte trugen damals Tigers-Spielmacher Branislav Ratkovica, aktuell bester Passgeber der Liga, und der russische 2,15-m-Center Anatoly Kashirov bei. „Das Zusammenspiel von Ratkovica und Kashirov mit ihrem Pick and roll hat uns sehr weh getan“, erinnert sich Herkelmann: „Das ist schon eine gut besetzte Mannschaft.“ In der auch der vom Mitteldeutschen BC gekommene Michael Cuffee, US-Flügelcenter Augustine Rubit und die jungen Deutschen Bogdan Radosavljevic - ein 2,13 m großer Center -, Julian Albus und Till Jönke tragende Rollen spielen.

Freyers Team setzt erneut auf Defensivdruck

Gegen einen Rivalen im Kampf um den Klassenerhalt wäre ein Sieg für Phoenix eminent wichtig, zumal man in den meisten direkten Vergleichen gegen die Tabellennachbarn hinten liegt. Man setzt dabei - wie jüngst erfolgreich in Quakenbrück - auf viel Defensivdruck gegen den Aufbau der Gäste. Auch wenn, wie Freyer einräumt, seine Spieler reif für die Allstar-Pause seien. „Der eine oder andere Spieler geht auf dem Zahnfleisch“, sagt der Coach, dem erneut Larry Gordon (Muskelfaserriss) fehlt. Wie viele freie Tage er seinen Schützlingen nach Sonntag gewährt, will er auch vom Eindruck der letzten Hinrunden-Partie abhängig machen. „Eine Pause braucht jeder, das ist auch mental wichtig. Wir können nicht neun Monate am Stück durchackern“, weiß der Phoenix-Trainer. Beim ersten sportlichen Heimsieg dürfte die Basketball-Auszeit ein bisschen länger ausfallen.