Deutsche U20 mit Hagens Jonas Grof will Abstieg vermeiden

„Wir wollen auf jeden Fall erstmal in die Zwischenrunde kommen“, sagt Jonas Grof, „damit wir es vermeiden, gegen den Abstieg zu spielen.“
„Wir wollen auf jeden Fall erstmal in die Zwischenrunde kommen“, sagt Jonas Grof, „damit wir es vermeiden, gegen den Abstieg zu spielen.“
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Der Klassenerhalt ist das Maß aller Dinge. Am Dienstag startet die deutsche U20-Basketball-Nationalmannschaft in die Europameisterschaft, bei der sieben von 20 Teilnehmern absteigen müssen. Das deutsche Team um den Hagener Jonas Grof will das vermeiden.

Lignano/Hagen.. Eine Aufwärmphase gibt es nicht, der Abstiegskampf beginnt gleich mit dem ersten Auftritt. Wenn die deutschen U20-Basketballer am heutigen Dienstag bei der Europameisterschaft in Lignano (7.-19. Juli) auf Slowenien treffen, kann das schon vorentscheidend sein. Im Badeort an der italienischen Adria-Küste erwartet die Equipe um den Hagener Spielmacher Jonas Grof die schwierigste Aufgabe aller Nachwuchs-Nationalmannschaften des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) in diesem Sommer. Denn nur 13 der 20 EM-Teilnehmer bleiben erstklassig - und den Sturz in die B-Gruppe wollen die Schützlinge von Bundestrainer Frank Menz auf jeden Fall vermeiden.

„Wir wollen auf jeden Fall erstmal in die Zwischenrunde kommen“

Es ist eine ungewöhnliche Konstellation - und ein „Niemandsland“ der Tabelle gibt es bei diesen Titelkämpfen quasi nicht. Weil die Stärke der A-Gruppe bei der U20-Europameisterschaft von 20 auf 16 Mannschaften reduziert wird, gibt es in Italien einmalig sieben Absteiger. Dabei trennt sich die Spreu schon in der Vorrunde vom Weizen: Wer dort auf einem der ersten drei Plätze landet, ist gesichert und spielt um die Top-Platzierungen. Die restlichen acht Mannschaften auf den Plätzen vier und fünf in den vier Vorrundengruppen dagegen kämpfen um gerade mal noch einen Nicht-Abstiegsplatz. „Wir wollen auf jeden Fall erstmal in die Zwischenrunde kommen“, sagt Jonas Grof, „damit wir es vermeiden, gegen den Abstieg zu spielen.“ [kein Linktext vorhanden]

Das ist das große Ziel von Grof und seinen Teamkollegen in Lignano. Den Abstiegskampf ist der 19-Jährige allenfalls von seinen sechs Erstliga-Einsätzen bei Phoenix Hagen ein wenig gewöhnt, mit Noma Iserlohn und den Phoenix Juniors dagegen spielte er in den Play-offs um die Titel in ProB und Nachwuchs-Bundesliga. Das wird mit der DBB-Auswahl nur schwer möglich sein. In der Vorrundengruppe gelten schon Türkei und Litauen, das räumt Coach Menz ein, als Gegner, die von „keiner der drei anderen Mannschaften zu schlagen sein werden”. So müssen die Deutschen alles daran setzen, die ersten beiden Partien gegen Slowenien (Dienstag) und Großbritannien (Donnerstag) zu gewinnen. Vor allem der Auftakt gegen die Slowenen, denen die DBB-Auswahl in der Vorbereitung beim Turnier in Frankreich mit 56:66 unterlag, gilt schon als „eine Art Endspiel“ (Menz). „Ich glaube nicht, dass diese Niederlage eine große Auswirkung hat“, sagt der Bundestrainer, mit Videos von sechs Spielen der Gegner werde man sich detailliert vorbereiten: „In unseren Köpfen ist nur das Auftaktspiel.“

Grof spielte starke Saison bei Phoenix Hagen

Eine wichtige Rolle im Menz-Team nimmt dabei nach seiner starken Klubsaison Jonas Grof ein „Der Coach lässt mich als Point Guard starten“, sagt Grof, fast in seiner gesamten Einsatzzeit agiert der vielseitige 2,00-m-Mann - bei Weltverband FIBA als Flügelspieler geführt - auf der Spielmacher-Position. Und hat Vertrauen in die U20-Auswahl, in der nur Ismet Akpinar (Alba Berlin) und Mahir Agva (Walter Tigers Tübingen) über ähnlich viel Bundesliga-Erfahrung wie der Hagener verfügen. „Wir haben ein gutes Team“, ist Grof überzeugt: „Deshalb bin ich optimistisch, dass wir die Zwischenrunde schaffen.“ Und dann sehen könne, wie weit man noch komme. Basketball

Seit Sommer keine Pause

Sollte das nicht gelingen, so Menz, sei immens wichtig, wie man dann reagiere. „Ich bin sicher, dass sich meine Mannschaft auch dann zerreißen wird, diesen einen rettenden Platz zu erreichen, um nicht in die B-Gruppe absteigen zu müssen“, sagt der Bundestrainer: „Dies hat auch bei der Zusammenstellung des Teams eine Rolle gespielt.” Dass auf Grof in dieser Beziehung Verlass ist, hat er in der letzten Saison regelmäßig bewiesen - zuletzt beim unglücklichen Ausscheiden der Phoenix Juniors im deutschen Halbfinale. Seine zwei Wochen Urlaub nach der EM hat sich der 19-Jährige jedenfalls mit unermüdlichem Einsatz in gleich vier Mannschaften verdient: „Eigentlich hatte ich seit letztem Sommer keine Pause.“