Basketballer Adam Hess wechselt wieder zu Phoenix

Rückkehr nach zwei Jahren in Ulm: Adam Hess will bei Phoenix Hagen wieder eine größere Rolle spielen und unterschrieb einen Zweijahres-Vertrag.
Rückkehr nach zwei Jahren in Ulm: Adam Hess will bei Phoenix Hagen wieder eine größere Rolle spielen und unterschrieb einen Zweijahres-Vertrag.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Adam Hess kehrt von ratiopharm Ulm zu Phoenix Hagen zurück und unterschreibt einen Zweijahresvertrag. Kontakt zu Phoenix ist nie abgerissen.

Hagen/Ulm.. Alljährliches Kofferpacken im Juni, dieses Schicksal teilt er mit vielen Basketball-Profis. Adam Hess bereitet gerade in Ulm wieder einen Umzug vor, diesmal dauert es etwas länger als sonst. „Ohne Kinder war das alles etwas einfacher“, sagt der Familienvater, der in elf Jahren Profi-Karriere schon einige Stationen in vier Ländern erlebt hat. Für einige Wochen zieht es den 34-Jährigen mit Frau und Kindern in seinen US-Heimatstaat Michigan, dann kehren sie nach Deutschland zurück. Aber nicht wie in den letzten beiden Jahren zu ratiopharm Ulm, sondern an die vorletzte Wirkungsstätte: Bundesligist Phoenix Hagen präsentierte Rückkehrer Hess, der einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben hat, als ersten Neuzugang.

Bei Ulmer Angebot konnte Hagen nicht mithalten

Der Kontakt zu Hess, mit dem Phoenix es in der Spielzeit 2012/13 bis in die Play-Offs geschafft hatte, war nie abgerissen. Ein Platz auf der Wunschliste war dem Deutsch-Amerikaner stets sicher. Am liebsten hätten die Hagener mit dem Deutsch-Amerikaner vor zwei Jahren verlängert, gegen das weit lukrativere Angebot aus Ulm konnte man aber nicht mithalten.

Nachwuchs Beim Halbfinalisten der aktuellen Saison allerdings war Hess zwar Kapitän, aufs Parkett durfte er aber nur noch selten. Sieben Minuten im Schnitt waren es in der Hauptrunde (darunter der „Rekordwert“ mit 16 Punkten in 26 Minuten beim 74:90 daheim gegen Phoenix), nur noch vier in den Playoffs. Zuwenig für die Ambitionen des 2,01 m großen Forwards. „Ich möchte wieder spielen“, sagt Hess, „aber Spielzeit ist nicht das einzige Thema. Wir hatten eine gute Zeit in Hagen, hoffentlich können wir das wiederholen.“ Und er ist überzeugt: „Bei Phoenix habe ich die Chance auf eine gute Rolle, natürlich muss ich dafür kämpfen.“

Hess: "Wir hatten eine gute Zeit in Hagen"

In Hagen sieht man in Hess neben Kapitän David Bell den Führungsspieler für die vielen deutschen Talente. „Er ist mit seiner Erfahrung und Professionalität auf dem Feld und bei der Führung des Teams enorm wertvoll“, sagt Trainer Ingo Freyer. Und dass ein Zweijahresvertrag für einen 34-Jährigen ein Risiko darstellt, davon gehen die Phoenix-Verantwortlichen nicht aus: „Adam ist ein Vorzeigeprofi, wie er mit seinem Körper umgeht“, sagt Geschäftsführer Oliver Herkelmann, „außerdem kommt er ja nicht in erster Linie über Schnelligkeit und Athletik, sondern über Wurfstärke, Cleverness und Erfahrung.“

Basketball Mit Hess sieht er die Planungen auf den deutschen Positionen im Kader - abgesehen von der offenen Frage einer Vertragsverlängerung von Fabian Bleck - weitgehend abgeschlossen.

Die Besetzung der Importstellen neben Bell wird sich nach seiner Einschätzung noch etwas hinziehen, auch weil die Preise eher noch sinken. Aktuell ausschließen würde Herkelmann einen weiteren Rückkehrer, auch wenn dieser bereits Interesse an einem Engagement in Hagen geäußert hat: Spielmacher Davin White ist nach einer starken Saison in Spaniens Eliteklasse bei La Bruix d’Or Manresa - jüngst etwa mit 16 Punkten und neun Assists beim 90:80-Sieg bei Real Madrid unter Beweis gestellt - kaum finanzierbar. Herkelmann: „Für einen Standort wie Hagen ist das abwegig.“