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Mavericks-Boss Cuban wettert nach Nowitzki-Ausfall gegen Olympia

25.01.2012 | 13:51 Uhr
Mavericks-Boss Cuban wettert nach Nowitzki-Ausfall gegen Olympia

Dallas.  Klubbesitzer Mark Cuban von den Dallas Mavericks tobt nach dem Ausfall seines Superstars Dirk Nowitzki. Der exzentrische Internet-Milliardär regt aufgrund der Verletzung des NBA-Champions erneut an, die Superstars von Olympia fernzuhalten.

Mark Cuban ist kein Mann der leisen Töne. Wenn der exzentrische Klubbesitzer der Dallas Mavericks auf den Tisch haut, soll es jeder hören. Spätestens seit NBA-Champion Dirk Nowitzki als Spätfolge seiner EM-Teilnahme mit Kniebeschwerden pausieren muss , ist der 53-Jährige richtig geladen. Der Self-Made-Milliardär fordert, dass die Basketball-Superstars künftig nicht mehr an den Olympischen Spielen und den Qualifikationsturnieren teilnehmen und sich auf die NBA konzentrieren.

"Es ist der Inbegriff der Dummheit, dass wir uns benutzen lassen, damit andere hunderte Millionen Dollar verdienen", sagte Cuban beim US-Sender ESPN mit Blick auf das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Sponsoren. "Die sitzen zusammen und denken sich: 'Diese Blödmänner. Wir nehmen uns all ihre besten Spieler einfach so für nichts.''

Cuban will durchsetzen, dass fortan nicht mehr die Stars aus der nordamerikanischen Profiliga bei Olympia auflaufen, sondern der Nachwuchs. "Für manche Sportarten ist Olympia sehr wichtig. Für den Basketball ist es bedeutungslos. Es macht sicher Spaß, sich Spiele gegen Argentinien oder Spanien anzuschauen', sagte der Mavs-Boss: 'Es würde aber genauso viel Spaß bringen, wenn die Spieler 21 oder jünger wären."

Nowitzki sieht seine EM-Teilnahme als Fehler

Auch Nowitzki hatte im Vorjahr an der EM in Litauen teilgenommen, um mit der deutschen Mannschaft das Ticket für die Sommerspiele in London zu lösen. Erfolg hatte er nicht. "Im Nachhinein war es ein Fehler, bei der EM zu spielen ", sagte der 33-Jährige aus Würzburg . Trainer Rick Carlisle hatte am Wochenende nach stetigem Leistungsabfall dann die Notbremse gezogen und Nowitzki für vier Begegnungen aus dem Spielbetrieb genommen.

Eine Woche soll er pausieren, um das zu stark belastete rechte Knie auszukurieren und in einem speziellen Trainingscamp an der Kondition zu arbeiten. Den Power Forward kritisierte Cuban bei seiner Generalabrechnung aber nicht. "Aus Dirks Perspektive betrachtet kann ich das verstehen. Aber wir sollten unsere Sportler nicht in eine solche Lage bringen", sagte Cuban, der mit einem Privatvermögen von mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar zu den 500 reichsten Menschen der Welt gehört.

Der Vereinsboss, der Nowitzki ein Gehalt von umgerechnet knapp 14,7 Millionen Euro pro Saison zahlt, hatte sich in der Vergangenheit mehrfach gegen die Olympia-Teilnahme der NBA-Profis ausgesprochen. Nowitzki ließ er bei den Spielen in Peking vor vier Jahren dennoch antreten. Als Fahnenträger erfüllte sich das Aushängeschild des deutschen Basketballs einen Lebenstraum. Allerdings durfte "Dirkules" nur unter der Voraussetzung dabei sein, dass er im darauf folgenden Jahr auf die EM in Polen verzichtet. Diesem Wunsch folgte er.

Cuban will Spieler von Olympia fernhalten

Cuban will mit den anderen Teambesitzern der NBA weiter um seine Spieler kämpfen - und diese langfristig von Olympia fernhalten. Laut eigener Aussage habe er die anderen Klub-Bosse auf seiner Seite, nur würden diese nicht offen dafür eintreten. Deshalb will er weiter das Gespräch mit NBA-Commissioner David Stern suchen. "Es wird immer nur darüber gesprochen, aber es gibt keine Abstimmung. Hoffentlich habe ich ihn irgendwann so weit, dass es eine Abstimmung gibt", sagte Cuban.

Vergessen sollte der Milliardär aber nicht, welch eine riesige Euphorie die NBA-Superstars bei Olympia auslösen können, und wie auch die NBA davon profitiert. Der Triumph des US-Dreamteams um Michael Jordan und Magic Johnson 1992 in Barcelona gehört noch heute zu den ganz großen Momenten der Sportgeschichte. Ohne Möglichkeit auf zumindest ansatzweise ähnliche Erfolgsgeschichten würde dem Basketball sicher etwas fehlen. (sid)

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