Gnad bemängelt fehlende Leidenschaft
15.04.2010 | 00:17 Uhr 2010-04-15T00:17:00+0200
Ludwigsburg.Einfach nur noch niedergeschlagen schlurfte Claudio Di Padova gestern Abend durch die nagelneue Arena an der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg. Dort hatten die Giants vor 2500 Zuschauern in der Basketball-Bundesliga gegen die nach einem Energielieferanten benannten Hausherren nur wenige Minuten zuvor eine schmerzhafte 68:74 (19:18, 29:31, 43:41)-Pleite kassiert. „Diese Niederlage ist ganz bitter. Hier war viel mehr drin“, haderte der Geschäftsführer der Giganten geknickt.
Durch den erneuten Fehlschlag spitzt sich der Abstiegskampf in der BBL zu. Di Padova macht eine Rechnung auf, die eine kaum lösbare Aufgabe werden dürfte. „Aus den drei noch verbleibenden Partien müssen wir wohl die beiden Heimspiele gegen Quakenbrück und Göttingen gewinnen“, sagt der 33-Jährige.
Gegen Play-off-Aspirant Quakenbrück geht es in Halle der Karl-Hohmann-Straße bereits am Samstag um 19.55 Uhr, am 27. April gastiert dort Eurochallenge-Finalist Göttingen. „Da heißt es: ‚Siegen oder sterben’“, formulierte Di Padova ebenso martialisch wie fatalistisch.
Harte Defensivarbeit
Gestern Abend in Ludwigsburg wäre indes tatsächlich mehr drin gewesen für die Giganten. Auch ohne den verletzten Kapitän Gordon Geib (Wadenprellung), der auf der Bank platznahm, aber nicht eingesetzt wurde. Die Giants versäumten es, sich in der lange Zeit mäßigen, von harter Defensivarbeit und zahlreichen Fehlern geprägten Partie vorzeitig abzusetzen.
Im zweiten Viertel hatten die Giants phasenweise mit neun Zählern geführt (28:19), ließen Ludwigsburg dann aber sogar mit einer 31:29-Führung in die Pause gehen. Nach Wiederbeginn wirkten die Gäste zunächst wieder unter zwei schwachen Teams einen kleinen Tick besser, führten noch eingangs des Schlussviertels knapp mit 46:43.
Dann brachen aber alle Dämme. Den Hausherren gelang es nun, ihre Fehler zu minimieren und zugleich ihre Trefferquote zu erhöhen. Die Giganten wiederum leisteten sich unnötige Ballverluste und Fehlwürfe. „Bei einigen Angriffen haben wir den Ball ganz dumm weggeworfen“, ärgerte sich Di Padova.
So war Ludwigsburg letzten Endes nicht mehr zu stoppen, markierte 33 (!) seiner 74 in den letzten zehn Minuten. Was Cheftrainer Hansi Gnad auf die Palme brachte: „Wir hätten punkten können und sogar müssen. Mir haben Leidenschaft und Einstellung gefehlt!“
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