Giants in der Achterbahn aus der Spur geflogen
09.11.2009 | 10:41 Uhr 2009-11-09T10:41:00+0100Weißenfels. Die Giants unterlagen am Sonntag in Weißenfels mit 96:101 nach Verlängerung. Debakel drohte, als das Team mit 26 Zähler zurück lag.
Es war eine dramatische Achterbahnfahrt durch alle Höhen und Tiefen, die die Giants am Sonntag im Gastspiel der Basketball-Bundesliga beim MBC Weißenfels erlebten. Am Ende bereitete diese Tour den Giganten jedoch kein Vergnügen. Nach einem 26-Punkte-Rückstand hatten sich die Düsseldorfer mit einem furiosen Schlussviertel wieder ins Match gekämpft und sich in die Verlängerung gerettet. Dort versagten aber die Nerven, es ging wieder bergab und der Reisholzer Achterbahnwaggon flog endgültig aus der Kurve. So stand vor 2450 Zuschauern in der Halle an der Beuditzstraße ein 96:101 (20:22, 34:52, 55:78, 87:87) nach Verlängerung zu Buche.
Trainer Achim Kuczmann kommentierte das erlebte Drama gewohnt so trocken, als sei er eben aus einem Kühlschrank gestapft und nicht Beteiligter einer emotionalen Achterbahnfahrt gewesen. „Das war ein interessantes Spiel. Ich bin froh, dass wir nach dieser ersten Halbzeit noch zurück gekommen sind”, so Kuczmann. „Leider haben wir es in der regulären Spielzeit nicht mehr geschafft, die Partie für uns zu entscheiden.”
Die Giants hatten das Spiel zwar direkt mit einem „Dreier” von Koko Archibong gut eröffnet, zeigten danach aber Probleme mit der aggressiven Verteidigung des Aufsteigers. So brachten die Gäste in der Offensive zu selten gute Angriffe zustande, verteidigten auf der Gegenseite nachlässig.
Kuczmanns „Donnerwetter”
Zur Pause führte der MBC mit 18 Zählern (52:34), baute dies im dritten Viertel phasenweise gar auf stattliche 26 Punkte (67:41) aus – ein Debakel drohte. Was ein „Donnerwetter” des Trainers zur Folge hatte. „Ich habe den Jungs klar gemacht, dass sie sich am Riemen reissen sollen”, berichtete der 55-Jährige. „Sie sollten sich entscheiden, ob sie mit 40 Punkten untergehen oder ins Match zurück finden wollen.”
Die Worte verhallten nicht ungehört. Während der MBC etwas nachlässig wurde, packten die Giganten plötzlich an beiden Enden des Courts entschlossen zu, glichen die Partie mit einem unglaublichen 32:9-Lauf im Schlussviertel zum 87:87 aus. „Da haben wir fantastisch gespielt”, lobte Kuczmann.
Neun Sekunden vor dem Ende hatte Brant Bailey gar den Sieg in der Hand, sein „Dreier”-Versuch verfehlte aber das Ziel. So ging es doch in die Verlängerung. Hier entschieden Kleinigkeiten. Während die MBC-Schützen cool blieben, gingen vier Giants-Würfe daneben.
„Das war schade, angesichts des Kampfes, den wir in der zweiten Hälfte gezeigt haben”, befand Kuczmann.
MBC Weißenfels - Giants 101:96 nach Verlängerung
MBC: Khartchenkov (21), Pilcevic (16), Gilbert (14), Elliot (13), Grünheid (9), Bernard (8), Kashirov (8), Dagunduro (7), Gamqrelidze (5).
Giants: Bailey (17), Archibong (15), Geib (15), Walker (11), Winters (9), Whiting (9), Kosmalski (8), Goddek (6), Cox (4), Ben Spöler (2), Tom Spöler, Carter.
Zuschauer: 2450.
Wurfbilanz: MBC 34 von 65, Giants 28 von 63.
Freiwürfe: MBC 24 von 35, Giants 28 von 32.
Rebounds: MBC 40, Giants 32.
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