Gianten am Scheideweg: Wildcard, Liga zwei oder Insolvenz
28.04.2010 | 18:18 Uhr 2010-04-28T18:18:00+0200
Düsseldorf.Bereits wenige Minuten nach dem sportlichen Niedergang galt der Blick der näheren Zukunft. Kurz nachdem der sportliche Abstieg der Giants aus der Basketball-Bundesliga nach der 71:72-Heimniederlage gegen die BG Göttingen am Dienstagabend besiegelt war, saß Geschäftsführer Claudio Di Padova im VIP-Raum der Spielstätte an der Karl-Hohmann-Straße. Und diskutierte die verbleibenden Optionen durch.
Loch von 320 000 Euro
Fakt ist, dass der Klub vor dem Aus steht. Aktuell drückt ein Loch von 320 000 Euro im Etat, von dem niemand weiß, wie es geschlossen werden soll. Es sind zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet. Neben Di Padova gibt es sechs fest angestellte Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Hinzu kommen Trainer, Betreuer und weitere Helfer. Dazu werden die Cheerleader der „Giants Sensationals“ sowie die Hostessen aus dem VIP- und Businessbereich als Aushilfen und Teilzeitkräfte auf der Lohnliste geführt.
Drei Zukunftsoptionen gibt es nun für die Giganten:
1. Wildcard: Da die Cuxhaven BasCats, obwohl Zweiter der zweiten Liga und damit aufstiegsberechtigt, aufgrund ihrer untauglichen Halle nicht aufsteigen werden, wird ein Platz in der BBL frei bleiben. Im Juli soll diese Lücke per Wildcard aufgefüllt werden. Um am Verfahren teilzunehmen, müssen die Giants aber eine Erstliga-Lizenz nachweisen.
Die Bedingungen dafür werden derzeit nicht erfüllt, weil es keinen gesicherten Etat gibt. Den müssen die Giganten bis zum 15. Mai nachweisen. Fast alle Sponsoren knüpften ihre Zusagen aber an den Klassenerhalt. Di Padova will nun in Gesprächen bis zur nächsten Woche Klarheit erlangen, wer das Wildcard-Verfahren mit den Giants angehen will. Zudem muss das Etat-Loch gestopft werden. Die Chancen, dass dies alles gelingt, sind gering.
2. Antritt in der zweiten Liga: Ein Start im „Pro A“ genannten Unterhaus ist die nächste Option. Dafür wird deutlich weniger Geld benötigt, allerdings müssten fast alle Mitarbeiter entlassen werden. Für Di Padova stellt sich auch die Frage, inwieweit die Giants dann noch Sponsoren und Zuschauern ein attraktives Produkt anbieten können. Diese Variante wäre eine Not-Option.
Ein Vertrauensverlust
3. Insolvenz: „Im schlimmsten Fall müssen wir den Stecker ziehen“, sagt Di Padova. Das ambitionierte Projekt, Profi-Basketball in Düsseldorf zu etablieren, wäre gescheitert. Die aktuellen Schulden durch eine Insolvenz „loszuwerden“ und mit einer neu gegründeten GmbH neu zu starten, wäre moralisch fragwürdig. Aber durchführbar. Allerdings hat Di Padova berechtigte Einwände: „Die Frage ist, was man damit für einen Schaden anrichtet. Das hätte neben einem erheblichen Imageverlust auch einen gravierenden Vertrauensverlust zur Folge. Schließlich haben wir bestehende Verträge mit unterschiedlichsten Partnern.“
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