Das Mosaik einer Niederlage der Giants Düsseldorf
16.11.2009 | 12:15 Uhr 2009-11-16T12:15:00+0100
Düsseldorf. Zum 87:89 der Giants gegen Bamberg führten Fehler der Schiedsrichter und vor allem der Spieler. Am Ende eines sportlich gutklassigen, mitunter mitreissenden Basketball-Abends am Samstag an der Karl-Hohmann-Straße schlugen die Emotionen noch einmal hoch.
Die Giants hatten vor 2483 Zuschauern ihr Bundesliga-Heimspiel gegen die Baskets Bamberg knapp und unnötig mit 87:89 (23:18, 44:42, 68:58, 80:80) nach Verlängerung verloren, als Cheftrainer Achim Kuczmann nach der Verabschiedung vom Referee-Trio seine Meinung über die drei Männer in Gelb-Schwarz dem Schiedsrichter-Beobachter lautstark und mit eindeutiger Gestik deutlich machte.
Fehlentscheidungen schmerzten Giganten
Tatsächlich hatten sich die Unparteiischen um den nicht selten indisponierten Hauptschiedsrichter Benjamin Barth (München) sowie Steffen Neubecker (Dreieich) und Christof Madinger (Freising) zahlreiche Fehlentscheidungen geleistet, die zumeist zu Lasten der Giganten ausfielen. „Es gehört zum Basketball dazu, dass man gut vorbereitet ist. Damit meine ich nicht die Spieler”, kritisierte Kuczman.
Bamberg bekam 35 teils äußerst fragwürdige Freiwürfe zugesprochen, die Giants nur 13. Was durchaus ein Faktor war, stellen doch die Düsseldorfer mit einer Quote von 76,9 Prozent das treffsicherste Team von der Freiwurflinie.
Allerdings waren die vielen Schiedsrichter-Fehler nur ein Mosaikstein, der zur vermeidbaren Niederlage führte. Die in neuen himmelblau-gelben Trikots angetretenen Hausherren hatten bis ins vierte Viertel hinein die Partie bestimmt, agierten strukturierter und konzentrierter.
Als beim Stand von 78:68 der zuvor starke Koko Archibong nach dem fünften Foulspiel das Feld räumen musste, entglitt die Kontrolle. „Es war die bisher bitterste Niederlage dieser Saison. Zum Ende haben wir nicht mehr das umgesetzt, was wir uns taktisch vorgenommen hatten”, bekannte Archibong. „Zudem habe ich nicht auf meine Foulbelastung geachtet. Daher trifft auch mich eine Verantwortung.”
Archibong war auf Top-Scorer Predrag Suput angesetzt und hatte diesen kontrolliert. „In der entscheidenden Phase hat uns Koko gefehlt”, benannte Kuczmann einen weiteren Stein im Pleiten-Mosaik.
Den stellte unfreiwillig auch Marc Antonio Carter, der mit seiner Athletik eigentlich eine Trumpfkarte im Schlussspurt hätte werden sollen. Über Nacht hatte ihn aber ein Magen-Darm-Virus heimgesucht, so dass Carter immer wieder zur Toilette eilen musste.
Trotz aller Widrigkeiten hätten die Giants gewinnen können. Genügend Chancen boten sich. So vergab Walker drei Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit bei 80:80 einen Korbleger. In den letzten 21 Sekunden der Verlängerung ließen sowohl Walker (2) als auch Brendan Winters gleich drei Würfe ungenutzt. Die mangelnde Cleverness in diesen Aktionen war der letzte und entscheidende Stein im Niederlagen-Mosaik. „Wir müssen lernen, das cleverer zu Ende zu spielen”, forderte denn auch Kuczmann.
Giants – Bamberg 87:89 nach Verlängerung
Giants: Archibong (20), Winters (16), Bailey (16), Cox (13), Walker (8), Whiting (8), Kosmalski (4), Goddek (2), Geib, Carter, Ben Spöler, Tom Spöler.
Baskets: Roberts (25), Suput (20), Brown (10), Jacobsen (9), Tadda (7), Gavel (7), Garrett (6), Pleiß (3), Wyrick (2), Taylor, Stuckey, Land.
Zuschauer: 2483.
Wurfbilanz: Giants 35 von 75, Baskets 28 von 50.
Freiwürfe: Giants 8 von 13, Baskets 25 von 35.
Rebounds: Giants 31, Baskets 37.
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