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Christopoulos löst Bauermann als Bayern-Coach ab

28.09.2012 | 15:48 Uhr
Christopoulos löst Bauermann als Bayern-Coach ab
Der bisherige Co-Trainer Yannis Christopoulos (l.) soll als Nachfolger von Dirk Bauermann die Meisterschaft nach München holen.Foto: imago

München.  Der in Deutschland unbekannte Yannis Christopoulos soll als Nachfolger von Dirk Bauermann bei Bayerns Basketballer für Disziplin sorgen und die Deutsche Basketball-Meisterschaft nach München holen. Spekulationen um DBB-Coach Svetislav Pesic wollte niemand bestätigen.

Der Auftritt des neuen Chefs lässt noch auf sich warten. Yannis Christopoulus hatte an seinem ersten Arbeitstag als verantwortlicher Trainer der Basketballer von Bayern München keine Zeit für eine Präsentation. Er musste sich um die Spieler, um das Training kümmern. "Das Wichtigstes ist die Mannschaft und die Zukunft", sagte der im Verein für die Basketballabteilung zuständige Vizepräsident Bernd Rauch. "Deshalb hat der Trainer bei der Mannschaft zu sein."

Präsident Uli Hoeneß hat die Meisterschaft als Ziel ausgegeben

Der bisherige Assistenztrainer hatte am Tag zuvor den Posten des entlassenen Dirk Bauermann übernommen. Christopoulos sei laut Sportdirektor Marko Pesic die einzige Option gewesen. Er wird die Mannschaft bis zum Ende der am kommenden Mittwoch beginnenden Bundesliga-Saison betreuen und am Samstag im Testspiel gegen Panathinaikos Athen zum ersten Mal in der Verantwortung stehen. Der 38-jährige Grieche hatte in seiner Heimat bei mehreren Erstligisten als Cheftrainer gearbeitet und Apoel Nikosia 2010 zur zyprischen Meisterschaft geführt. "Ich bin überzeugt", sagt Pesic, "dass er es im Kreuz hat." Die Pläne der Bayern sind ambitioniert, Präsident Uli Hoeneß hat die Meisterschaft als Ziel ausgegeben. Daran soll sich auch nach dem Trainerwechsel nichts ändern. "Ich weiß nicht, ob wir Deutscher Meister werden. Aber das Potenzial dafür haben wir", meint Pesic.

Basketball
Bauermann muss seine "Fassung wiederfinden"

Für Dirk Bauermann, den am Donnerstag beim Basketball-Bundesligisten Bayern München entlassenen Trainer, kam die Entscheidung des Vereins völlig überraschend. Nun will er sich "erst mal sammeln". Auf Seite 2: Bauermann im Interview.

Über die genauen Gründe, die zur überraschenden Trennung von Bauermann führten, wollten weder Pesic noch Rauch Auskunft erteilen. Indirekt bestätigten sie aber, dass ihnen die Arbeitsweise des früheren Bundestrainers nicht mehr gefallen hat. Bauermann verfolgte das als unzeitgemäß geltende System des kontrollierten Basketballs, trat außerdem zu dominant auf und offenbar auch eine Spur zu selbstherrlich. Und wer sich bei Bayern als beratungsresistent erweist, hat keine große Zukunft - das hatte einst im Fußball auch Louis van Gaal erfahren müssen.

Spieler widmeten sich angeblich dem abendlichen Vergnügungsprogramm

Aber auch die Außendarstellung der im Rampenlicht stehenden Basketballabteilung entsprach nicht den Vorstellungen des Klubs. Einige Spieler widmeten sich angeblich dem abendlichen Vergnügungsprogramm mehr als für einen Profisportler gut ist. Unter Christopoulus soll deshalb viel Wert auf Disziplin, vor allem außerhalb des Feldes, gelegt werden.

Kommentar
Nach Aus für Bauermann - nichts gelernt

Schon nach wenigen Minuten spürte ich, dass da ein Mann saß, der sich total mit einer Sache identifizieren kann, wenn er davon überzeugt ist. Das hat mir von Anfang an gefallen, und in dieser Philosophie sind wir uns sehr ähnlich. Deshalb war mit klar, dass unser ehrgeiziges Projekt bestens bei ihm...

Es ist schwer vorstellbar, dass sich die Bayern für ihr ambitioniertes Basketball-Projekt nicht mittelfristig wieder um einen prominenten Trainer schauen. Dass schon kurz nach der Entlassung von Bauermann mit Svetislav Pesic als Kandidaten spekuliert wurde, ist nahe liegend. Allerdings nicht nur wegen familiärer Bande. Der Vater des Münchner Sportdirektors ist neben Bauermann der bekannteste und erfolgreichste Trainer in Deutschland - und sein Vertrag mit dem Deutschen Basketball-Bund (DBB) läuft nach der Qualifikation für die EM 2013 in Slowenien aus. Der FC Bayern dementiert allerdings jegliche Ambitionen, den Bundestrainer nächstes Jahr nach München zu holen. Darüber, versicherte Rauch, sei niemals diskutiert worden.

Der DBB hatte schon angekündigt, mit Pesic langfristig weiterarbeiten zu wollen , auch über die EM hinaus. Grundsätzlich seien sich beide Seiten auch einig, "dass wir die Zusammenarbeit fortsetzen wollen", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss vor ein paar Tagen. Der Vertrag, hieß es, solle im November unterzeichnet werden. Wenn nicht doch noch der FC Bayern dazwischenkommt. (dapd)


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