Bahnverkehr

Stuttgart 21 - das war einmal. Inzwischen redet man im Schwabenland nur noch von Stuttgart 18. Genauer gesagt: Von Platz 18. Denn auf dem ist der VfB in der Bundesliga angekommen, weil die Leistungen der Kicker in etwa so unterirdisch sind, wie es der neue Bahnhof irgendwann werden soll.

Kein Wunder also, dass die Stimmung dort im Keller ist. Angeblich soll der neue Oberschaffner Robin Dutt längst überlegen, wie er die lahme Lokomotive Huub Stevens möglichst elegant aufs Abstellgleis abschieben kann.

Während die Schwaben-Bahn holpert wie ein alter Güterzug, braust der grün-weiße Wolfsburg-ICE momentan mit Schallgeschwindigkeit durch die Liga. Nur organisatorisch liegt beim VW-Klub scheinbar einiges im Argen. Möglicherweise kennt man sich dort auch nur mit Autos aus. Jedenfalls ging bei der Sitzplatzreservierung für die Bahn-Fahrt nach Leverkusen einiges schief. Am Ende musten André Schürrle, Luiz Gustavo und Co wie Fotos im Internet zeigen irgendwo zwischen dem Bordbistro und der Toilette im Gang auf dem Boden Platz nehmen.

Für einen Sieg in Leverkusen reichte es freilich trotz der ungemütlichen Anreise, was vermutlich der letzte Beweis für etwas war, was ohnehin schon jeder ahnte. Dass es nämlich in dieser Saison beim VfL für Großes reichen kann.

Sollte der Meisterzug der Bayern also noch irgendwie entgleisen - beim VfL und seinen Geldgebern hätte man sicher nichts dagegen, wenn der VW-Express auf Bundesliga-Gleis 1 einfahren würde.